Ewald Nowotny: EZB-Ratsmitglied sieht Euro-Stärke gelassen

Ewald Nowotny: EZB-Ratsmitglied sieht Euro-Stärke gelassen

, aktualisiert 01. September 2017, 15:22 Uhr
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Das EZB-Ratsmitglied bewertet die Auswirkung der jüngsten Euro-Aufwertung als nicht allzu hoch.

Quelle:Handelsblatt Online

Laut Österreichs Notenbank-Gouverneur sollte der Euro-Anstieg „nicht überinterpretiert“ werden. Trotzdem fürchten nicht wenige Währungshüter Konjunkturdämpfer – gerade die wirtschaftlich schwächeren Länder betreffend.

Alpbach/FrankfurtIn der Europäischen Zentralbank (EZB) werden die Auswirkungen der jüngsten Euro-Aufwertung auf die Geldpolitik offenbar unterschiedlich eingestuft. Österreichs Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny sieht den rund 13-prozentigen Kursanstieg der Gemeinschaftswährung zum Dollar seit Januar eher gelassen. „Ich würde diese Entwicklung nicht überinterpretieren und nicht dramatisieren“, sagte er am Freitag am Rande einer Konferenz in Alpbach. Währungshüter aus den wirtschaftlich schwächeren Ländern befürchten allerdings, dass ein zu starker Euro Wirtschaftswachstum und Inflationsentwicklung bremsen könnte, wie Insider jüngst der Nachrichtenagentur Reuters sagten.

Nowotny wies darauf hin, dass der Euro seit Einführung erhebliche Schwankungen erlebt hat. „Jetzt sind wir ungefähr dort, wo wir waren, als der Euro eingeführt wurde.“ Die Renditen europäischer Staatsanleihen zogen nach seinen Äußerungen an. Die Verzinsung zehnjähriger italienischer und spanischer Titel legte jeweils um zwei Punkte zu. Hauptpunkt sei, dass Nowotny die Sorgen anderer Ratsmitglieder infrage stelle, sagte Zinsstratege Richard McGuire von der Rabobank.

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Ein starker Euro macht Waren von Firmen aus dem Währungsraum auf dem Weltmarkt teurer und verschlechtert so ihre Wettbewerbsfähigkeit. Den Insidern zufolge könnte der Kursanstieg letztendlich dazu führen, dass die EZB ihre umstrittenen Anleihenkäufe langsamer herunterfährt. Das billionenschwere Kaufprogramm ist aktuell das wichtigste Instrument der Notenbank zur Ankurbelung der aus ihrer Sicht noch zu schwachen Inflation.

Der EZB-Rat kommt am Donnerstag zu seiner nächsten Zinssitzung in Frankfurt zusammen. Eine Mehrheit von Volkswirten geht derzeit nicht davon aus, dass die Euro-Wächter dann schon einen Schritt in Richtung Eindämmung der Geldflut wagen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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