Experten dringend gesucht: Mit IT-Sicherheit Karriere machen

Experten dringend gesucht: Mit IT-Sicherheit Karriere machen

, aktualisiert 19. September 2016, 12:10 Uhr
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Durch Cyber-Attacken erleidet die deutsche Industrie einen jährlichen Schaden von rund 22,4 Milliarden Euro.

Quelle:Handelsblatt Online

Deutsche Unternehmen werden zunehmend durch Cyber-Angriffe bedroht. Eine Umfrage unter IT-Chefs stellt fest: Die Personaler wollen in den kommenden Monaten mehr Experten für IT-Sicherheit einstellen. Ein Job mit Zukunft.

DüsseldorfEin falscher Klick und der Computer ist gesperrt. So oder so ähnlich dürfte es vielen Menschen in diesem Jahr ergangen sein, als sie auf den Anhang des vertrauten Arbeitskollegen geklickt haben. Die Ursache: Ransomware. Ein Erpressungs-Trojaner installiert sich nach dem Klick automatisch und sperrt die Festplatte. Entsperren kann man den Rechner dann nur noch mit einem Entschlüsselungscode – die Cyber-Kriminellen verlangen dafür aber ein Lösegeld.

Durch Cyber-Attacken erleidet die deutsche Industrie einen jährlichen Schaden von rund 22,4 Milliarden Euro. Das geht aus einer Studie der Personalvermittlung „Robert Half“ hervor. Dabei fallen Patentrechtsverletzungen, Wettbewerbsnachteile durch Imageschäden oder einfach nur der Ausfall der IT-Systeme besonders ins Gewicht. Befragt wurden 200 IT-Chefs aus deutschen Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern.

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Die Studie bestätigt: IT-Sicherheit wird in deutschen Unternehmen immer wichtiger. In den kommenden 12 Monaten wollen 56 Prozent der befragten IT-Chefs zusätzliche Stellen schaffen. Sowohl fest Angestellte, als auch Zeitarbeitskräfte und freiberufliche Mitarbeiter werden dringend gesucht. „IT-Sicherheit erfordert eine flexible Personalstrategie, die festangestellte mit temporären Mitarbeitern ergänzt“, erklärt Sven Henninge, Senior Managing Director bei Robert Half.

Aufgrund der immer größeren Bedeutung von Cloud-Lösungen, ist hier besonderes Fachwissen gefragt. 54 Prozent der befragten IT-Verantwortlichen haben Bedarf an Cloud-Security-Experten. Zusätzliche Nachfrage besteht vor allem bei Fachleuten für Big-Data-Analysen (42 Prozent) und Sicherheitstechnologien (41 Prozent), wie der Wartung und Implementierung von Firewalls und Virenscannern.

Allein auf das fachliche Wissen kommt es aber nicht an, auch Soft-Skills seien für IT-Experten so wichtig wie nie. Neben der Analyse der Daten, müssen die Erkenntnisse allgemeinverständlich präsentiert werden: „In einer durch konstanten Wandel geprägten Umgebung nimmt die Bedeutung sozialer Kompetenzen laufend zu“, erklärt Sven Hennige.

Unternehmen müssen genau analysieren in welchen Bereichen Experten benötigt werden. Nur so sei gewährleistet, dass das Team um die IT-Sicherheit optimal aufgestellt ist. Das ist auch dringend notwendig: Nicht nur Attacken von außen stellen eine Bedrohung da, auch unternehmensintern gibt es Risiken.


Gefahr durch die Mitarbeiter

Die Studie deckt auf: 62 Prozent der deutschen Unternehmen erlauben ihren Mitarbeitern den Zugriff mit Privatgeräten. Das „Home-Office“ stellt aber eine zusätzliche Gefahr dar: „Ein gemeinsames Interesse aller Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens schützt nicht automatisch vor Schwachstellen von innen.“, gibt Boris Walther, Managing Director bei der Unternehmensberatung Protiviti, zu bedenken. Mit Schulungen ließe sich dieses Risiko allerdings minimieren. Sicherheit könne nur gewährleistet werden, wenn die eigenen Mitarbeiter ein Bewusstsein dafür entwickeln.

Für David Allot, Regional Director bei Intel Security, sind sich gerade kleine und mittlere Unternehmen nicht über die Gefahren bewusst: „Kleine Unternehmen haben oft ein mangelndes Risikobewusstsein. Sie kommen häufig gar nicht auf die Idee, dass sie für Hacker interessant sein könnten und schützen ihre Kommunikationswege und Lieferketten meist nicht ausreichend.“ Deswegen sei es einerseits wichtig, die Sicherheitsvorkehrungen der Lieferanten zu überprüfen, andererseits sollte auch mehr Geld in Tools und Spezialisten für IT-Sicherheit investiert werden.

Im Interview mit dem Handelsblatt erklärte der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Andreas Blum kürzlich: „Hacker wissen, dass viele Mittelständler vor allem aus finanziellen und zeitlichen Gründen ihre IT nicht so gut absichern können wie große Konzerne.“ Deswegen sei es leichter an Daten zu kommen oder sogar Zugang zu externen Vertragspartnern zu erhalten.

Eine optimale IT-Strategie ist in Zeiten der zunehmenden digitalen Vernetzung so wichtig wie nie. Trotzdem können Cyber-Attacken auch in Zukunft nicht verhindert werden; laut Hennige sei aber eine Kombination aus der richtigen Technik und den passenden Experten eine „wertvolle Hilfe“.

Quelle:  Handelsblatt Online
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