Extreme Dürre: El Niño trocknet Asien aus

Extreme Dürre: El Niño trocknet Asien aus

, aktualisiert 28. März 2016, 08:44 Uhr
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Wie hier im vietnamesischen Mekong-Delta sieht es in vielen Regionen Südostasiens aus. Die Region leidet unter der schlimmsten Dürre seit Jahrzehnten.

Quelle:Handelsblatt Online

Südostasien leidet unter der schlimmsten Dürre seit Jahrzehnten. Bauern sind betroffen, aber auch Krankenhauspatienten. Neben dem Klimawandel verschärft das Wetterphänomen El Niño die Lage.

Bangkok/HanoiJeden Tag warten die Mitarbeiter des Chao Phraya Abhaibhubet-Krankenhauses auf Frischwassertransporte von einem Militärstützpunkt. Die Einrichtung in der Provinz Prachinburi in Osthailand braucht täglich 30.000 Liter für ihren Betrieb. „Momentan bekommen wir jeden Tag neun Lieferungen“, sagt Manager Saluay Jintarakiti.

Das Krankenhaus gehört zu den vielen Leidtragenden der schlimmsten Dürre seit 20 Jahren. Noch prekärer ist die Lage in Vietnam, dort war das Land seit 90 Jahren nicht mehr so ausgedörrt. Gründe, sagen Wissenschaftler, seien das Klimaphänomen El Niño und die globale Erwärmung.

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Die Dürre habe den Grundwasserspiegel und den Pegel der Flüsse gesenkt und das Leitungswasser ungenießbar gemacht, sagt Jintarakiti. „Das Leitungswasser ist so salzig, dass man damit weder medizinische Geräte reinigen noch Patienten versorgen kann.“

Die Trockenheit bekommen auch die Bauern zu spüren. Die Reisanbaufläche ist im Januar und Februar um ein Drittel auf 640.000 Hektar geschrumpft, weil sie mehr nicht bewässern können. „Es gibt noch keinen Grund zur Panik, aber wir müssen klug mit unserem Wasser umgehen“, sagt Landwirtschaftsminister Theerapat Prayoonsit. Mit einer Summe von 17 Milliarden Baht (436 Millionen Euro) soll nun nach Alternativen zum Reisanbau für die Bauern gesucht werden.

In der Hauptstadt Bangkok rief der Chef der Wasserwerke die acht Millionen Einwohner zum Wassersparen auf. Die Wasserwerke haben die Versorgung in Randbezirken probeweise schon leicht heruntergefahren, um zu sehen, ob sie mit einer anhaltenden Krise fertig werden könnten. Außerdem steht das Neujahrsfest Songkran im April vor der Tür. Es wird traditionell mit riesigen Wasserschlachten in den Straßen gefeiert. Die Behörden wollen die Feiern um einen auf drei Tage verkürzen.


Meerwasser dringt ins Landesinnere vor

Im sonst fruchtbaren Mekong-Delta in Vietnam haben nach Angaben der Behörden schon 139.000 Hektar Reisfelder Schaden genommen, weil Meerwasser ins Landesinnere vordringt. Der Salzgehalt ist zu hoch für die empfindlichen Pflanzen. Die Situation in der als „Reisschale Vietnams“ bekannten Region könne noch schlimmer werden, sagte Landwirtschaftsminister Cao Duc Phat Anfang März.

„Grund für die Dürre sind starke El Niño-Auswirkungen und steigende Temperaturen als Folge des Klimawandels“, sagte Tara Buakamsri, Thailand-Direktor von Greenpeace. „Sogar in der letzten Regenzeit war der Niederschlag ungleichmäßig verteilt.“

El Niño ist ein alle paar Jahre auftretendes Wetterphänomen. Dabei erwärmt sich der Pazifik. Das hat Folgen für das Klima weltweit, mit größeren Dürren als sonst in einigen Regionen und schlimmeren Überschwemmungen in anderen.

„Man muss immer daran denken, dass in solchen Situationen die Ärmsten der Armen am schlimmsten betroffen sind“, sagte Tara Buakamsri. Die Länder müssten ihre Infrastruktur verbessern, damit die Wasserressourcen nicht überstrapaziert werden.

Am Mekong können die Menschen immerhin auf Hilfe vom großen Nachbarn China hoffen. Das Außenministerium in Peking ließ vor einigen Tagen verlauten, dass der Jinhong-Damm im Südwesten Chinas in den kommenden Wochen weiter geöffnet werden soll. Damit könnte über den Mekong mehr Wasser nach Vietnam gelangen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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