EZB: Draghi belässt Leitzinsen auf Rekordtief

EZB: Draghi belässt Leitzinsen auf Rekordtief

, aktualisiert 27. April 2017, 13:51 Uhr
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Der Rat der Europäischen Zentralbank legt die Geldpolitik der Eurozone fest.

von Felix HoltermannQuelle:Handelsblatt Online

Die EZB will trotz der deutlichen Kritik an ihrem Kurs die ultralockere Geldpolitik beibehalten. Die Leitzinsen bleiben daher auf ihrem Rekordtief. Der Schlüsselzinssatz für die Geschäftsbanken verharrt bei 0,0 Prozent.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat erwartungsgemäß ihre Leitzinsen nicht angetastet. Der Schlüsselsatz für die Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld bleibe bei 0,0 Prozent, teilten die Währungshüter am Donnerstag in Frankfurt mit. Auf diesem Rekordtief liegt er bereits seit März 2016. Auch die Strafzinsen für Banken, wenn diese über Nacht überschüssige Liquidität bei der EZB parken, wurden nicht angetastet. Der sogenannte Einlagensatz bleibt bei minus 0,4 Prozent.

Auch an den insbesondere in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufen machten die Euro-Wächter keine Abstriche. Sie sollen weiterhin bis mindestens Ende 2017 laufen.

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Details zur Zinsentscheidung wird EZB-Präsident Mario Draghi auf einer Pressekonferenz ab 14.30 Uhr vorstellen. Das Handelsblatt berichtet darüber in einem Live-Blog auf handelsblatt.com.

Die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) hatten an diesem Vormittag in der Frankfurter Zentrale bei der turnusmäßigen Zinssitzung über die Leitzinsen beraten. Volkswirte waren davon ausgegangen, dass sie inmitten der französischen Präsidentschaftswahl besonders vorsichtig agieren werden. Allgemein war erwartet worden, dass die EZB die Leitzinsen auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent belässt. Auch eine Fortsetzung der billionenschweren Anleihenkäufe, mit denen Konjunktur und Inflation angeheizt werden sollen, war erwartet worden.

Aus Deutschland waren die Forderungen nach einer geldpolitischen Wende zuletzt wieder lauter geworden. Doch Experten halten es für sehr wahrscheinlich, dass die Notenbank kurz vor der Stichwahl in Frankreich am 7. Mai keine großen Schritte wagt. Erst am Freitag hatte Draghi erklärt, die EZB sei immer noch nicht genügend zuversichtlich, dass sich die Inflationsrate nachhaltig in Richtung des Ziels von knapp unter zwei Prozent bewege. Die EZB-Hilfen seien daher weiterhin nötig.

Zuletzt waren die Preise in Deutschland erstmals seit rund einem Jahr wieder langsamer gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Jahresteuerungsrate im März bei 1,6 Prozent. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit am Donnerstag vorläufige Daten. Im Februar hatten höhere Energie- und Nahrungsmittelpreise die Rate noch auf 2,2 Prozent gemessen am Vorjahr getrieben. Zum letzten Mal waren die Verbraucherpreise im April 2016 gesunken – auf damals minus 0,1 Prozent.

Quelle:  Handelsblatt Online
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