EZB-Geldpolitik: Berenberg-Chefvolkswirt warnt vor „Helikoptergeld“

EZB-Geldpolitik: Berenberg-Chefvolkswirt warnt vor „Helikoptergeld“

, aktualisiert 19. März 2016, 09:34 Uhr
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Das „Helikoptergeld“ wird unter Experten als weiteres mögliches Mittel einer ultralockeren Geldpolitik diskutiert.

Quelle:Handelsblatt Online

Finanzexperten sprechen zur Zeit vom „Helikoptergeld“. Die Idee: Um die Wirtschaft anzukurbeln verschenken Zentralbanken Geld, zum Beispiel direkt an die Bürger. Berenberg-Chefvolkswirt Schmieding warnt vor den Folgen.

Frankfurt/ MainDer Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding, hat sich ablehnend zur Idee eines sogenannten Helikoptergeldes geäußert. „Das „Helikoptergeld“ ist Quatsch“, sagte Schmieding im Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. Wirtschaftlich sei es nicht nötig und politisch würde man damit einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen. „Es würde die Illusion nähren, die Notenbank könne für die Bürger einfach immer mehr Geld drucken und damit die Probleme lösen“, sagte Schmieding.

Das „Helikoptergeld“ wird zunehmend unter Experten diskutiert als weiteres mögliches Mittel einer ultralockeren Geldpolitik. Der Kerngedanke: Statt Geld über den Ankauf von Wertpapieren in den Markt zu pumpen, wird Zentralbankgeld quasi verschenkt. Empfänger könnten dabei beispielsweise die Bürger sein oder aber der Staat. Die Befürworter sehen darin den Vorteil, dass das Geld über Konsumausgaben direkt in den Wirtschaftskreislauf gelangen würde.

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Inzwischen haben sich auch führende Mitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) zum „Helikoptergeld“ geäußert. EZB-Chef Mario Draghi nannte es nach dem jüngsten Zinsentscheid auf Nachfrage „ein interessantes Konzept“. Allerdings machte er auch deutlich, dass es in der Praxis mit Schwierigkeiten verbunden wäre.

Auch EZB-Chefvolkswirt Peter Praet äußerte sich zumindest nicht ablehnend. Theoretisch könnten alle Notenbanken dieses „extreme Instrument“ einsetzen, sagte Praet in einem am Freitag veröffentlichten Interview der italienischen Zeitung „La Repubblica“. Es stelle sich nur die Frage, ob und wann der Einsatz tatsächlich Sinn mache.

Quelle:  Handelsblatt Online
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