EZB-Geldschwemme: Kreditvergabe zieht an

EZB-Geldschwemme: Kreditvergabe zieht an

, aktualisiert 29. Mai 2017, 11:25 Uhr
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Die in Deutschland umstrittenen Transaktionen will die EZB noch bis mindestens Ende Dezember fortsetzen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die EZB-Geldspritzen beleben den Kreditfluss in der Euro-Zone. Banken vergaben im April 2,4 Prozent mehr Darlehen an Firmen außerhalb des Finanzsektors als noch vor Jahresfrist. Das ist der stärkste Anstieg seit 2009.

FrankfurtDie Kreditvergabe an Unternehmen zieht im Zuge der EZB-Geldschwemme immer mehr an. Banken vergaben im April 2,4 Prozent mehr Darlehen an Firmen außerhalb des Finanzsektors als noch vor Jahresfrist, wie die EZB am Montag in Frankfurt mitteilte. Das ist der stärkste Anstieg seit Mitte 2009. Im März hatte der Zuwachs bei 2,3 Prozent gelegen. An Privathaushalte im Währungsraum reichten die Geldhäuser im April ebenfalls 2,4 Prozent mehr aus.

Mit dem großangelegten Kauf von Staatsanleihen will die Europäische Zentralbank (EZB) solche Investments für Banken unattraktiv machen. Sie sollen stattdessen mehr Kredite verleihen. Aktuell werden Wertpapiere im monatlichen Volumen von 60 Milliarden Euro erworben. Die in Deutschland umstrittenen Transaktionen will die EZB noch bis mindestens Ende Dezember fortsetzen. Dann soll das Gesamtprogramm einen Umfang von 2,28 Billionen Euro erreichen. Zudem hält die EZB ihren Leitzins auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent, um für günstige Finanzierungsbedingungen zu sorgen.

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Die für den Währungsraum wichtige Geldmenge M3 stieg im April um 4,9 Prozent. Volkswirte hatten mit 5,2 Prozent gerechnet. Zur Geldmenge M3 zählen unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere, sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit. Eine stark wachsende Geldmenge signalisiert eine potenzielle Inflationsgefahr.

Quelle:  Handelsblatt Online
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