EZB-Ratssitzung: Euro zittert vor Zinsentscheid

EZB-Ratssitzung: Euro zittert vor Zinsentscheid

, aktualisiert 10. März 2016, 13:36 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Die EZB hat an diesem Vormittag über eine erneute Ausweitung der Geldflut beraten. Mit großer Spannung wird die Entscheidung erwartet. Wie werden die Märkte auf die Maßnahmen Mario Draghis reagieren?

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Er flutet die Märkte weiterhin mit Geld.

FrankfurtDie Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) haben an diesem Vormittag über eine erneute Lockerung ihrer Geldpolitik beraten. Wir halten Sie in diesem Live-Blog über die Entscheidungen der EZB auf dem Laufenden.

+++ Starke Schwankungen +++

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Kein anderes Währungspaar wird so viel gehandelt wie Euro und Dollar. Im Vorfeld der EZB-Ratssitzung ist die Handelsvolatilität auf ein Fünfeinhalb-Jahreshoch gestiegen. Devisenhändler haben im Vorfeld der Entscheidung so genannte Short-Wetten platziert, weil sie davon ausgehen, dass die EZB ihre expansive Geldpolitik beibehält und der Euro weiter an Wert verliert.

+++ Das erwarten die Märkte von Mario Draghi +++

Akteure an den Finanzmärkten gehen davon aus, dass die EZB ein ganzes Bündel von Schritten beschließen wird. Volkswirte rechnen unter anderem mit einer Verschärfung der Strafzinsen für Banken, wenn diese überschüssiges Geld bei der Notenbank parken. Zudem gehen Experten davon aus, dass die Ratsmitglieder eine nochmalige Ausweitung ihres in Deutschland umstrittenen Anleihen-Kaufprogramms beschließen werden. Derzeit kauft die EZB jeden Monat Wertpapiere für 60 Milliarden Euro, darunter hauptsächlich Staatsanleihen der Euro-Länder. Dieses Volumen könnte sie ausweiten. Kaum ein Ökonom erwartet eine weitere Senkung des Leitzinses, der schon länger auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent liegt. Im Dezember noch hatte Mario Draghi die Märkte enttäuscht, die auf eine deutlichere Lockerung der Geldpolitik gesetzt hatten. 

+++ Bundesbank-Präsident Weidmann nicht stimmberechtigt +++

Wegen des Rotationsprinzips ist Bundesbank-Präsident Jens Weidmann dieses Mal nicht stimmberechtigt. Dabei ist Weidmann einer der Wortführer unter den Skeptikern, die vor den Risiken einer exzessiven Geldpolitik der Zentralbank warnen. Seine Argumentation: Durch die ultralockere Geldpolitik der EZB werde der Druck von den nationalen Regierungen genommen, ihren eigenen Anteil dazu beizutragen, dass die Wirtschaft in der Eurozone besser funktioniert. Dazu gehört der Abbau von Bürokratie und Regulierungen, um die Gründung und Expansion von Unternehmen zu erleichtern. Weidmann ist aber nicht der einzige Skeptiker in dem Gremium. Widerstand könnte dazu führen, dass die EZB nur ein deutlich kleineres Paket verabschiedet, als erwartet wird. 

+++ Die EZB steht unter Zugzwang +++

Im Februar fielen die Preise im Euro-Raum im Jahresvergleich um 0,2 Prozent. So stark abwärts ging es seit einem Jahr nicht mehr. Was viele Bürger freut, ist für die Notenbank ein Problem. Denn es droht eine Abwärtsspirale aus sinkenden Preisen und wirtschaftlichem Niedergang. Das EZB-Ziel einer Inflation von knapp zwei Prozent rückt in immer weitere Ferne.

Quelle:  Handelsblatt Online
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