EZB-Stresstest: Europas Banken gelten als sicher

EZB-Stresstest: Europas Banken gelten als sicher

, aktualisiert 29. Juli 2016, 22:34 Uhr
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Die Europäische Zentralbank, im Bild die Zentrale in Frankfurt, und die EU-Bankenaufsichtsbehörde EBA haben Europas Geschäftsbanken einem Stresstest unterzogen. Die Ergebnisse sind nur teilweise beruhigend.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Ergebnisse des Stresstests sind da. Europas Banken zeigen sich ausreichend finanziert. Das gilt auch für deutsche Banken. Aber in Österreich wird es für eine große Bank schon eng. Und die Deutsche Bank hat ein ganz spezielles Problem.

LondonEuropas Großbanken sind für neue Krisen im Großen und Ganzen gut gerüstet. Beim diesjährigen Stresstest der EU-Bankaufsichtsbehörde EBA erwiesen sich die in den vergangenen Jahren deutlich erhöhten Kapitalpuffer als vergleichsweise stabil. Einzelne Banken zeigten allerdings deutliche Schwächen. „Das Ergebnis zeigt Widerstandsfähigkeit im EU-Banken-Sektor als Ganzes dank erheblicher Kapitalaufstockung“, heißt es in dem EBA-Bericht, der am Freitag in London veröffentlicht wurde.

Die neun deutschen Institute im Test erwiesen sich als ausreichend ausgestattet, wenn auch in einigen Fällen nur knapp. Am besten schnitt die NRW Bank ab, die sich auch im schlimmsten Schockszenario mit einer harten Kernkapitalquote von 35,4 Prozent bewährte. Die Deutsche Bank sackte auf 7,8 Prozent ab, die Commerzbank auf 7,4 Prozent.

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Erstmals wurde in dem Test auch das Risiko einbezogen, das sich aus dem Fehlverhalten von Bankern ergibt. Hier hat die Deutsche Bank einen besonders wunden Punkt, ist sie doch rund um den Globus in zahlreiche Rechtsstreitigkeiten verstrickt. Noch immer hat sie 5,5 Milliarden Euro für erwartete Vergleiche zurückgestellt, darunter den Geldwäsche-Skandal in Russland, der sogar noch in die jüngere Vergangenheit fällt.

Eine neue Finanz- und Wirtschaftskrise würde die österreichische Raiffeisen Zentralbank (RZB) allerdings kräftig durchschütteln. Die harte Kernkapitalquote der Bank würde in einem Stress-Szenario auf 6,12 Prozent von 10,2 Prozent Ende 2015 schrumpfen, wie der am Freitag veröffentlichte europaweite Stresstest der EU-Bankenbehörde EBA ergab. Die Mutter der Raiffeisen Bank International (RBI) zählt damit zu den Schlusslichtern der insgesamt 51 geprüften Geldhäuser. Das zweite Institut aus Österreich, die Erste Group, liegt hingegen im Durchschnitt. Im Stress-Szenario rutscht die harte Kernkapitalquote hier nur auf 8,02 von 12,25 Prozent Ende 2015 ab.

Aus Sicht von Analysten werden alle Banken kritisch beäugt, deren Kapitalquote im Stress-Szenario unter sieben Prozent fällt. Für die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) seien die Ergebnisse der RZB keine Überraschung. „Österreichs Banken brauchen mehr Eigenkapital, das haben wir immer gesagt“, sagte FMA-Chef Helmut Ettl zur Nachrichtenagentur Reuters. Der Stresstest zeige auch, dass RZB und RBI nun rasch ihren Kapitalplan abarbeiten müssten. „Der Stresstest habe das ganz klar gezeigt und trage auch zur Überzeugungsarbeit bei, er stärkt das Problembewusstsein.“

RZB-Chef Walter Rothensteiner räumte im Vorfeld der Stresstest-Veröffentlichung ein, dass sein Institut „nicht sonderlich gut“ abschneiden werde. Allerdings seien bereits zahlreiche Maßnahmen eingeleitet oder umgesetzt worden, die das Kapitalpolster vergrößern. Dazu zählt unter anderem der laufende Konzernumbau bei der RBI. Die jüngste Maßnahme um das Kernkapital zu stärken war die Ankündigung, die Beteiligung am Wiener Versicherer Uniqa zu reduzieren. Dieser Schritt hätte einen positiven Effekt auf die harte Kernkapitalquote der RBZ von 0,6 Prozentpunkten. Darüber hinaus prüfen RZB und RBI derzeit eine Fusion. Diese Maßnahme würde der RZB eine weitere Verbesserung der harten Kernkapitalquote von 0,4 Punkten bringen, so Ettl.

Quelle:  Handelsblatt Online
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