EZB-Vorbereitungen: 500-Euro-Schein vor dem Ende?

EZB-Vorbereitungen: 500-Euro-Schein vor dem Ende?

, aktualisiert 04. Februar 2016, 19:00 Uhr
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Der Lieblingsschein von Kriminellen.

von Jan MallienQuelle:Handelsblatt Online

Die höchste Banknote im Euro-Raum steht zur Disposition. Die Europäische Zentralbank (EZB) will Änderungen vornehmen und hat bereits technische Vorkehrungen getroffen. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

FrankfurtDer 500-Euro-Schein hat schon lange einen schlechten Ruf. Kunden, die ihn über den Ladentisch reichen, ernten in vielen Geschäften nur Kopfschütteln. Die lilafarbene Banknote gilt als Lieblingsschein von Kriminellen, weil sich damit auch hohe Summen leicht und ohne Spuren verschieben lassen. Die zwielichtige Rolle könnte dem Schein nun zum Verhängnis werden: Die Europäische Zentralbank (EZB), die EU-Kommission und die europäische Polizeibehörde Europol prüfen derzeit, wie stark Scheine mit hohem Nennwert für kriminelle Zwecke und zur Terrorfinanzierung verwendet werden und ob weitere Schritte nötig sind.

Wenn es um die Abschaffung des 500-Euro-Scheins geht, hätte die EZB das letzte Wort. Notenbank-Chef Mario Draghi hat diese Woche vor dem Europaparlament bestätigt, dass die EZB sich seit einiger Zeit mit den Banknoten mit hohem Nennwert befasse (das Handelsblatt berichtete). Die technischen Arbeiten seien vorgenommen, um diese genauer zu untersuchen, so Draghi. „Wir wollen Änderungen vornehmen, aber in geordneter Weise.“ Es gehe darum, „wie man eine Entscheidung am besten umsetzen und kommunizieren könne.“ Noch habe die EZB habe aber keine Entscheidung getroffen, so Draghi.

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Bei der Euro-Einführung entschied man sich für einen 500-Euro-Schein, weil es in sechs Mitgliedsländern wie etwa Deutschland und den Niederlanden vorher Scheine mit ähnlichem Wert gegeben hatte. Zum Beispiel in Deutschland den 1000-Mark-Schein oder in den Niederlanden die 1000-Gulden-Note. Seit der Einführung der Banknoten der Gemeinschaftswährung hat allerdings die Verbreitung des 500-Euro-Scheins stärker zugenommen als die anderer Scheine. Laut einem Bericht der europäischen Polizeibehörde Europol machen 500-Euro-Scheine etwa ein Drittel des Banknotenumlaufs aus, obwohl sie normalerweise kaum für Zahlungen im Alltag verwendet werden. Bei Kriminellen sind die 500-Euro-Scheine deshalb so gefragt, weil sich damit viel Geld auf einfache Weise transportieren lässt.


Etwa die Hälfte der Banknoten kommt von der Bundesbank

Insgesamt befinden sich in der Euro-Zone Banknoten im Wert von 1083 Milliarden Euro im Umlauf - davon entfallen 305 Milliarden auf 500-Euro-Scheine. Etwa die Hälfte der ausgegebenen Banknoten kommt von der Bundesbank, beim größten Schein sind es mit 55 Prozent sogar noch etwas mehr. Der hohe Anteil der Bundesbank bei der Bargeldversorgung hängt damit zusammen, dass in Deutschland besonders viel Bargeld verwendet wird. Laut Bundesbank befinden sich die meisten 500-Euro-Scheine allerdings außerhalb des Euro-Raums. Dort werden sie vor allem als "Wertaufbewahrungsmittel" verwendet. Auch schon zu D-Mark-Zeiten war es so, dass die deutsche Währung sehr stark im Ausland verbreitet war und dort zum Teil als Ersatzwährung fungierte.

Ob der 500- Euro-Schein verschwindet, ist nicht ausgemacht. Auch Einschränkungen der Zahlungen wären denkbar. Die Stoßrichtung ist aber klar: "Seien Sie sicher, dass wir nicht zulassen werden, dass die Scheine mit hohem Nennwert zu einem Mittel für Kriminelle werden", sagte Draghi vor dem Europaparlament.

Quelle:  Handelsblatt Online
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