„Fake News“-Attacke vor Toresschluss?: Macrons Wahlkampfteam gehackt

„Fake News“-Attacke vor Toresschluss?: Macrons Wahlkampfteam gehackt

, aktualisiert 06. Mai 2017, 02:47 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Brisante Enthüllungen oder letzter Versuch, mit „Fake News“ die Wahl zu kippen? Marcons „En Marche!“-Bewegung wurde gehackt. Die Wahlkampfkommission warnt vor der ungeprüften Veröffentlichung der Dokumente.

ParisDie im Internet veröffentlichten Daten von Mitarbeitern des französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron wurden nach Angaben seines Wahlkampfteams schon vor einigen Wochen bei einem Hacker-Angriff entwendet. Die näheren Umstände blieben in der Mitteilung von Macrons politischer Bewegung „En Marche!“ aus der Nacht zum Samstag offen.

„En Marche!“ hatte bereits Ende April unter Berufung auf die IT-Sicherheitsfirma Trend Micro berichtet, Macrons Präsidentschaftswahlkampagne sei Ziel der Hackergruppe „Pawn Storm“ geworden. Westliche IT-Sicherheitsfirmen vermuten dahinter eine Gruppe mit mutmaßlicher Nähe zu russischen Geheimdiensten, die auch hinter Hackerangriffen auf den Parteivorstand der US-Demokraten und die CDU von Bundeskanzlerin Angela Merkel stecken soll.

Anzeige

Macrons Einstellung zu Russland gilt als äußerst kritisch. „En Marche!“ beschuldigte Moskau zuletzt, über Medien wie RT in den französischen Wahlkampf einzugreifen - der Sender ist bekannt dafür, staatliche Propaganda zu verbreiten. Unterstützt werden diese Äußerungen von Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault. Macron, der ein sehr europäisches Programm vertrete, sei Ziel von Cyberangriffen aus Russland, sagte der Sozialist in einem Interview.

Die staatliche Kontrollinstanz zur Überwachung des französischen Präsidentschaftswahlkampfs hat Medien davor gewarnt, Inhalte von gehackten Dokumenten der politischen Gruppierung von Emmanuel Macron zu veröffentlichen. Die Verbreitung falscher Nachrichten könne strafrechtlich geahndet werden, teilte die Nationale Kommission zur Kontrolle des Wahlkampfs (CNCCEP) am frühen Samstagmorgen auf ihrer Internetseite mit.

Die Kommission erklärte, dass sie am Freitag von Macrons „En Marche!“-Bewegung über den Hackerangriff informiert worden sei. Ein Teil der Informationen bestehe wahrscheinlich aus Fälschungen. Macron tritt am Sonntag in der Stichwahl gegen die Kandidatin Marine Le Pen an und gilt als Favorit.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%