Fed-Sitzung: Janet Yellens letzter großer Auftritt

Fed-Sitzung: Janet Yellens letzter großer Auftritt

, aktualisiert 13. Dezember 2017, 07:10 Uhr
von Jan MallienQuelle:Handelsblatt Online

Auf ihrer letzten Pressekonferenz als Präsidentin der Fed wird Janet Yellen am Mittwochabend wahrscheinlich eine Zinserhöhung verkünden. Ihr Auftritt wird jedoch auch noch aus einem anderen Grund interessant.

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Die US-Notenbankchefin tritt im Februar 2018 ab. Ihr designierter Nachfolger ist Jerome Powell.

Janet Yellen ist etwas ganz Besonderes gelungen. In ihrer nun fast vierjährigen Amtszeit als Präsidentin der US-Notenbank Fed ist die amerikanische Wirtschaft ohne eine Rezession oder Krise kontinuierlich gewachsen. Die weiterhin boomende US-Wirtschaft ist auch der Grund, weshalb sie am heutigen Mittwoch vermutlich eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 1,25 bis 1,5 Prozent ankündigen wird.

Für den Zinsschritt sprechen nicht zuletzt die jüngsten Äußerungen ihres designierten Nachfolgers Jerome Powell, der dies mit einer für Notenbanker ungewöhnlichen Deutlichkeit hat durchblicken lassen. Die Argumente für eine Anhebung im Dezember würden „immer zwingender“, sagte er. Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner glaubt daher, dass die Märkte „die Zinserhöhung bereits abgehakt“ hätten.

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Interessant wird aber vor allem, welchen Ausblick die Notenbank auf 2018 gibt. Bei ihren jüngsten Projektionen im September waren die Währungshüter im Mittel davon ausgegangen, dass 2018 drei Zinsschritte nach oben angebracht sein dürften. Im Vergleich zu damals hat sich die Ausgangslage für die Fed aber etwas verändert.

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So haben sich die Wachstumsaussichten verbessert. Vor allem die Lage am Arbeitsmarkt überraschte positiv: Im Dezember lag die Arbeitslosenquote bei 4,1 Prozent, womit die von der Fed angestrebte Vollbeschäftigung de facto erreicht ist. Zudem zeichnet sich ab, dass der US-Kongress noch in diesem Jahr drastische Steuersenkungen vor allem für Unternehmen beschließen könnte. Auch das würde wahrscheinlich die Wachstumserwartungen leicht verbessern.

Der Chef der Fed von New York, William Dudley, hatte jüngst dem „Wall Street Journal“ gesagt, die Entwicklung im nächsten Jahr hänge maßgeblich von der Konjunktur ab. Es könnten demnach auch mehr oder weniger als drei Schritte werden. „Die Kombination aus niedrigerer Arbeitslosigkeit und höheren Wachstumserwartungen könnte zu einer Anpassung nach oben führen“, schreibt Michael Feroli, Ökonom der US-Bank JP Morgan, in einer Analyse. Eher gegen ein solches Vorgehen spricht dagegen die nach wie vor schwache Inflation. Die für die Notenbank maßgebliche Inflationskennziffer liegt bereits seit mehr als fünf Jahren unter der angestrebten Marke von zwei Prozent.

Für Janet Yellen wird es ihre letzte Pressekonferenz als Fed-Präsidentin vor der Stabübergabe an Powell. Den Märkten gilt der langjährige Fed-Direktor als Garant der Stabilität, auch weil er unter Yellens Ägide jede große Entscheidung mit abgenickt hat.

Quelle:  Handelsblatt Online
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