Feel-Good-Management: Wer braucht schon einen Wohlfühl-Beauftragten?

Feel-Good-Management: Wer braucht schon einen Wohlfühl-Beauftragten?

, aktualisiert 25. November 2016, 07:42 Uhr
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Das Wohlbefinden der Angestellten beeinflusst den Unternehmenserfolg.

von Lisa OenningQuelle:Handelsblatt Online

Feel-Good-Manager stellen Mitarbeiter zufrieden – und tragen so zum Unternehmenserfolg bei. Doch laut einer Studie suchen nur wenige Betriebe einen Wohlfühl-Beauftragten. Und wenn doch, soll der am besten Sekretär sein.

DüsseldorfEine angenehme Arbeitsatmosphäre ist sein Auftrag, Empathie sein Werkzeug: Der Feel-Good-Manager hat jeden Mitarbeiter im Blick. Er sucht das Gespräch mit den Angestellten – will herausfinden, was sie bewegt. Er vermittelt zwischen Kollegen und schafft auf diese Weise eine Unternehmenskultur, in der sich Mitarbeiter voll und ganz auf ihren Job konzentrieren können. Sei es, indem der Wohlfühl-Beauftragte Workshops zur Selbstfindung organisiert, einen Obstkorb für die Belegschaft bestellt oder eine Mitarbeiterparty organisiert.

So weit das Idealbild. Doch obwohl das Feel-Good-Management seit einigen Jahren in der Öffentlichkeit diskutiert wird, legen offenbar nur wenige Unternehmen Wert darauf: Analysten der Metajobsuchmaschine Joblift untersuchten im vergangenen Jahr fast acht Millionen Stellenanzeigen von über 1.000 Partnerbörsen und -webseiten.

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Das ernüchternde Ergebnis: Nur 33 Betriebe schrieben Jobangebote für Feel-Good-Manager aus – darunter ein Großunternehmen. Die Hälfte waren Start-ups, zehn stammten aus der IT- und Digitalbranche.

Für Feel-Good-Managerin Gina Schöler sind diese Zahlen ein Beweis dafür, dass die Dringlichkeit eines Feel-Good-Managements noch nicht in das Bewusstsein der Unternehmer gedrungen ist. „Es ist nicht nur wichtig, dass es den Menschen am Arbeitsplatz gut geht. Feel-Good-Management ist auch wirtschaftlich nachhaltig und sinnvoll“, sagt Schöler. Sie hat die Kampagne „Ministerium für Glück und Wohlbefinden“ initiiert und gibt Workshops für Mitarbeiter und Führungskräfte zu den Themen Glück und Zufriedenheit. „Die geringe Zahl an vakanten Stellen ist ein Indiz dafür, dass mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden muss.“

Aber auch in den Unternehmen, die bereits Stellen ausschreiben, wie die Untersuchung zeigt. Nur ein Drittel der Jobs verfolgen den Zweck, das Betriebsklima zu verbessern. „Der Begriff Feel-Good-Manager scheint häufig eine beschönigende Beschreibung für assistierende und administrative Tätigkeiten zu sein“, heißt es seitens der Metajobsuchmaschine.

Ein Großteil dieser Konzerne ist offenbar auf der Suche nach einer besseren Sekretärin: 40 Prozent der Stellen sind dem Office-Management zuzuordnen. Die potenziellen neuen Mitarbeiter sollen den Empfang betreuen, Reisen buchen oder Termine planen – und in vielen Fällen auch eine kaufmännische Ausbildung oder ein wirtschaftswissenschaftliches Studium vorweisen können.

Bei anderen Stellenausschreibungen sollen die Wohlfühl-Beauftragten wiederum selber neues Personal rekrutieren. Und bei einigen wenigen Ausschreibungen gehören laut Studie Service- und Reinigungsarbeiten zum Aufgabenspektrum. „Putzen gehört definitiv nicht zu den Aufgaben“, sagt Schöler. „Aber natürlich kann man nicht ausschließen, dass ein Feel-Good-Manager auch mal die Umstrukturierung von Räumlichkeiten ins Auge fassen muss, damit sich die Mitarbeiter wohler fühlen.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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