200-Millionen-Euro-Prozess: Klageflut gegen Hypo Real Estate

200-Millionen-Euro-Prozess: Klageflut gegen Hypo Real Estate

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Die Münchner Hypothekenbank Hypo Real Estate (HRE) sieht sich einer Flut von Aktionärsklagen gegenüber

Prozessauftakt: Nach mehr als 50 Klagen verärgerter Anleger gegen die Hypo Real Estate (HRE) geht es heute um Forderungen mehrerer Kapitalanlagegesellschaften in Höhe von 200 Millionen Euro.

Das Debakel bei der Immobilienbank Hypo Real Estate zieht eine Flut von Schadenersatzklagen verärgerter Aktionäre nach sich. Am Landgericht München seien derzeit mehr als 50 Klagen gegen die HRE anhängig, hat das Gericht mitgeteilt. In mehreren davon werfen die Anleger dem Unternehmen vor, falsche oder verspätete Ad-hoc-Mitteilungen herausgegeben und damit Anleger getäuscht zu haben.

Der bislang größte Prozess um Schadenersatzforderungen soll heute in München beginnen. Dabei geht es um Forderungen von mehr als 200 Millionen Euro, die ein Anwalt stellvertretend für mehrere Kapitalanlagefonds einklagen will. Sie werfen der Hypo Real Estate vor, sie systematisch die wahre Lage des Unternehmens verschleiert zu haben.

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Da die Hypo Real Estate nach ihrer Existenzkrise im vergangenen Jahr inzwischen dem Staat gehört, richten sich die Klagen nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) letztlich gegen den Bund und somit auch die Steuerzahler. Rechtsanwalt Andreas Tilp, der mit seiner Kanzlei die 200-Millionen-Euro-Klage vertritt, sagte gegenüber wiwo.de, dass dem Finanzminister sicher klar sei, dass die Kläger in diesem Fall die Opfer seien und der Bund als neuer Eigentümer der HRE seinerseits prüfen müsse, inwieweit er die verantwortlichen Ex-Vorstände der HRE zur Rechenschaft ziehen könne.

Einem Anleger hatte das Gericht bereits in einem Prozess im Juni rund 4000 Euro Schadenersatz zugesprochen, wogegen die HRE allerdings Revision einlegte. Auch in einem weiteren Verfahren vor knapp zwei Wochen sahen die Richter gewisse Erfolgschancen für die Klagen, sofern sie Aktienkäufe zwischen Ende November 2007 und Mitte Januar 2008 betreffen. In dieser Zeit hat das damalige Management nach Einschätzung der Richter möglicherweise schon von Belastungen durch die US-Finanzkrise gewusst, die Anleger aber erst am 15. Januar 2008 in einer Ad-Hoc- Meldung über Abschreibungen in Höhe von 390 Millionen Euro informiert und damit die Aktie auf Talfahrt geschickt. Das Landgericht München stellte aber klar, dass dies keine Rückschlüsse auf andere Verfahren zulässt: „Nachdem den Klagen unterschiedliche Sachverhalte zugrunde liegen, kann eine generelle Aussage zu den einzelnen Verfahren derzeit nicht getroffen werden.“

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