Adlon-Streit: Jagdfeld mauert weiter

Adlon-Streit: Jagdfeld mauert weiter

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Blick in die Empfangshalle des 5-Sterne-Hotels Adlon in Berlin

von Daniel Schönwitz

Immobilienmogul Anno August Jagdfeld legt Berufung gegen ein anlegerfreundliches Urteil ein. Das Landgericht Aachen hatte ihn verdonnert, die Namen der Adlon-Investoren rauszurücken.

Für die Schutzgemeinschaft der Adlon-Anleger war das Urteil des Landgerichts Aachen (8 O 466/09) ein voller Erfolg. Die Richter gaben im Juni der Klage zweier Mitglieder des Vereins statt und verdonnerten den Immobilienmogul Anno August Jagdfeld, die Namen der 5000 Anleger rauszurücken, die ins Berliner Nobelhotel Adlon investiert haben. Ziel der Kläger: Sie wollen genug Mitstreiter mobilisieren, um auf den nächsten Gesellschafterversammlungen Mehrheiten gegen Jagdfeld zu schmieden. Wegen der geringen Präsenz und der komplexen Struktur des Adlon-Immobilienfonds kann Initiator Jagdfeld dort bisher weitgehend nach Gutdünken schalten und walten. 

Das wird auch so bleiben - zumindest vorerst: Sein Sprecher Christian Plöger kündigte jetzt gegenüber der WirtschaftsWoche an, dass Jagdfeld gegen das Urteil des Landgerichts Aachen Berufung einlegen wird. Die Unternehmensgruppe sei "vertraglich verpflichtet, die personenbezogenen Daten der Anleger ohne deren Zustimmung nicht herauszugeben", so Plöger. Deshalb werde das Urteil "dem Sachverhalt nicht gerecht".

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"Geheimniskrämerei zum Eigennutz des Initiators"

Ganz anderer Ansicht ist naturgemäß Thomas Fritsch von der Berliner Kanzlei Probandt & Partner, der das Urteil für die Adlon-Rebellen erstritten hat. Die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs mache deutlich, dass für Anleger geschlossener Fonds "das Recht, seinen Vertragspartner zu kennen, nicht wirksam ausgeschlossen werden kann", meint er. "Die Zeit der Geheimniskrämerei zum Eigennutz des Initiators ist endgültig vorbei."

Der Streit zwischen einer Gruppe von Anlegern und Fondsinitiator Jagdfeld war auf der Gesellschafterversammlung im September 2009 eskaliert. Ein Grund: Statt der einst avisierten vier Prozent im Jahr erhielten die Anleger, die insgesamt rund 220 Millionen Euro in das Adlon gesteckt haben, keinen Cent Ausschüttung für 2008. Weil das Hotel nicht gut läuft, sieht es derzeit auch nicht danach aus, als ob bald wieder nennenswerte Renditen fließen könnten.

Massiver Interessenkonflikt bei Pachtverzicht

Für wesentlich mehr Unmut sorgte allerdings das Gebaren von Jagdfeld. In seiner Eigenschaft als Geschäftsführer des Fonds setzte er durch, dass der Fonds auf Millionen-Pachtzahlungen von der Adlon Holding verzichtet . Diese betreibt exklusive Bars, Restaurants und Clubs auf dem Hotelgelände - und gehört ebenfalls der Familie Jagdfeld. Anleger argwöhnen, dass Jagdfeld die Interessen der Adlon Holding mehr am Herzen liegen als die des Fonds. Der Fondsinitiator hält den Pachtverzicht dagegen für "alternativlos".

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