Aktien und Börse: Jetzt Renditechancen sichern

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Tokio spart Strom - In Japan bleibt die Lage heikel, auf Tokios Einkaufsmeile gehen die Lichter aus. Die Börsenverluste halten sich noch im Rahmen. Eine Korrektur hatte schon vor der Tsunami-Katastrophe begonnen. Die Indizes notieren unter ihrem Zwölf-Monats-Hoch. Keine Börse verteidigte ihr Top - ein Warnsignal.

von Christof Schürmann

Das Risiko an den Börsen ist deutlich gestiegen – nicht nur wegen Japans Tragödie. Wie Anleger jetzt ihr Verlustpotenzial begrenzen und ihre Chancen wahren.

Eigentlich ist alles wie immer. Die Schäden in Japan, so hieß es nach Beben, Tsunami und Reaktorstörfall zunächst, dürften zweistellige Milliardenbeträge erreichen. Keine zwei Wochen später werden die Schäden von der japanischen Regierung auf 220 Milliarden Euro taxiert. Korrektur nach oben wahrscheinlich.

Wohl jeder Anleger erinnert sich noch an den Beginn der Finanzkrise im Sommer 2007. Auch damals war von einem überschaubaren Problem die Rede, mit Schäden von vielleicht 50 bis 100 Milliarden Dollar. Daraus sind Tausende Milliarden geworden, mit nach wie vor offenem Ende.

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Damals wie heute gibt es – traut man den meisten Auguren – natürlich nichts, um das sich Anleger Sorgen machen müssten. „Das Risiko der Ereignisse in Japan ist für die Weltwirtschaft nahe null“ und „der Aufwärtstrend“ an den Börsen sei „intakt“, verriet etwa Bob Doll, Chefstratege des Vermögensverwalters Blackrock, gerade dem „Handelsblatt“. Blackrock ist nicht irgendeine Klitsche, sondern managt 3560 Milliarden Dollar Kapital, davon einen Großteil in Aktien. Die Fonds der Amerikaner sind mit Abstand größter Aktionär bei den 30 Dax-Konzernen, mit mehr als fünf Prozent beteiligt an Adidas, Allianz, BASF, Bayer, Infineon, Lufthansa und Münchener Rück.

Nur wenige ziehen den Dax

Deutliche Korrektur

Deutliche Korrektur - Wie tief die Weltbörsen unter ihr jeweiliges 52-Wochen-Hoch gefallen sind. Stand 24. März 2011. Für die ganze Tabelle auf das Bild klicken

Schwergewichtige Aktienverwalter wie Blackrock warnen eher selten vor fallenden Kursen – etwa ebenso selten, wie ein Autoverkäufer seine zum Verkauf stehenden Karossen schlechtredet.

Nur wenige Experten wagen bisher eine Negativ-Prognose – wie Robert Shiller. Der renommierte Ökonom der UniversitätYale, der schon den 2000er-Crash vorhersagte und früh vor der Finanzkrise warnte, hält es für möglich, dass die Atomkatastrophe Auslöser für deutlich fallende Kurse sein könnte. Nach dem Beben im japanischen Kobe von 1995 rutschten die Börsenkurse nicht unmittelbar, sondern erst später deutlich ab. Über eine solche mögliche Entwicklung „müssen wir uns auch jetzt Sorgen machen“, so Shiller.

Die Lage an den Weltbörsen, so viel ist sicher, hat sich mit dem Japan-GAU bestimmt nicht verbessert. Anleger sollten zum Teil Gewinne mitnehmen, Risiken im Depot begrenzen und möglicherweise umschichten – ohne sich jedoch aller Renditechancen zu entledigen.

Nachlassende Dax-Dynamik

Schon vor der japanischen Tragödie war an den Börsen nicht mehr alles in Butter, lahmten die Kurse. Der Dax etwa war binnen drei Wochen gut fünf Prozent gefallen und schon unter 7000 Punkte gerutscht, bevor Japan überflutet wurde. „Der Markt hat bereits den Februar über an Dynamik verloren“, beobachtet Eugen Keller, Leiter der Renten- und Devisenstrategie des Bankhauses Metzler in Frankfurt.

Obwohl der Dax sich bis Mitte Februar auf ein Drei-Jahres-Hoch bei gut 7400 Punkten geschwungen hatte, vermissten viele Anleger gegenüber dem Jahresende 2010 Pluszeichen in ihren Depots. „Schon im Januar und im Februar ließen zyklische Aktien wie etwa die Automobilwerte Federn“, so Jürgen Flaskamp, Partner des Vermögensverwalters GS+P (Grossbötzl, Schmitz & Partner) in Düsseldorf.

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