Aktien: Wie Warren Buffett sein Aktiendepot aufräumt

Aktien: Wie Warren Buffett sein Aktiendepot aufräumt

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US-Präsident Barack Obama (links) verleiht die "Medal of Freedom", die höchste zivile Auszeichnung in den USA, an den Mega-Investor Warren Buffett

von Andreas Toller

Der Starinvestor schichtet um. Von einigen namhaften Aktien hat er sich getrennt, bei anderen stockt er auf. An seiner langfristigen Investmentstrategie hält er jedoch fest.

Warren Buffett ist niemand, der mit dem Strom schwimmt, er ist ein Freigeist. Es hat eigene Ansichten und Prinzipien, an denen er eisern festhält. Dass er auch im Alter von 80 Jahren noch seine geliebte Cola trinkt, keinerlei Wert auf Luxus und sichtbaren Reichtum legt und den größten Teil seines auf 45 Milliarden Dollar geschätzten Vermögens an die wohltätige Stiftung von Bill und Melinda Gates spendet, macht ihn noch sympathischer. Erst gestern würdigte US-Präsident Barack Obama ihn deshalb mit der „Medal of Freedom“, der höchsten zivilen Ehrung, die die US-Regierung verleiht. Mit Buffett erfuhr auch Bundeskanzlerin Angela Merkel diese Ehrung. Obama sagte bei der Zeremonie über Buffett: „Er ist nicht nur einer der reichsten Menschen der Welt, sondern auch einer der Meistrespektierten.“

Auch als Manager orientiert sich Buffett nicht an der breiten Masse, er läuft keinen Trends hinterher. Buffett ist Vorstands- und Investment-Chef der Beteiligungsholding Berkshire Hathaway, die seit Jahrzehnten erfolgreich die Vermögen ihrer Anleger mehrt. Der Star-Investor und legendäre Börsenkenner ist dabei nicht für hektische Geschäfte an der Börse bekannt. Seine treuen Anhänger beobachten deshalb jede seiner Transaktionen mit großem Interesse. Seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hat sich nun von namhaften  Aktien getrennt – und will andere weiter aufstocken

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Das Orakel von Omaha, wie Warren Buffett von seinen Fans genannt wird, interessiert sich vor allem für unterbewertete Wertpapiere und nachhaltige, langfristig stabile Geschäftsmodelle. In der Regel bleibt er deshalb lange investiert, wenn er sich einmal zu einem Einstieg in ein Unternehmen durchgerungen hat.

Dass er noch vor dem Ende des vergangenen Jahres das Aktienpaket an der Bank of America verkauft hat, ist da schon bemerkenswert. Schließlich war er erst im Frühsommer 2007 mit 8,7 Millionen Aktien eingestiegen, zuletzt lagen noch fünf Millionen Aktien im Portfolio. Gekauft hatte sie Berkshire für rund 48 Dollar das Stück, derzeit notieren sie knapp unter 15 Dollar. Als 2008 die krisengeplagte Investmentbank Merrill Lynch von der Bank of America (BofA) übernommen wurde, habe deren damaliger Bankchef Ken Lewis einen „verrückten Preis“ für die Übernahme hingeblättert, sagte Buffett kürzlich. „Einen Tag später hätte er sie umsonst haben, denn Merrill wäre es nicht anders ergangen als Lehman“, so Buffett vor der Untersuchungskommission zur Finanzkrise. Die Bank of America zahlte für die Merrill-Übernahme 18,5 Milliarden Dollar.

Bunt gemischtes Portfolio

Buffett strukturiert das Aktienportfolio von Berkshire derzeit um. Inzwischen trennte sich Berkshire auch von Aktien des Sportartikelherstellers Nike, des Chemie-Riesen Nalco und des Kabelnetzbetreibers Comcast sowie weiteren US-Aktien. Insgesamt hat Berkshire nur 25 amerikanische Titel im Depot. Von seinen Anteilen an der US-Baumarktkette Home Depot hat sich Buffett inzwischen ebenso getrennt wie von den Aktien des Schweizer Lebensmittelgiganten Nestlé. Keines dieser Investments genügte Buffetts hohen, auf langfristigen Erfolg ausgerichteten Anspruch.

Nach wie vor ist Berkshire größter Aktionär von Coca Cola und Wells Fargo. Deren Aktien hat Buffett in den letzten Monaten des Jahres 2010 nachgekauft. Insgesamt hält das Unternehmen 70 Beteiligungen im Gesamtwert von rund 52 Milliarden Dollar. Die Bandbreite reicht vom Energieversorger über Versicherungen bis hin zum Eiscreme-Hersteller. Seit dem Höhepunkt der Finanzkrise mit der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers konzentriert sich Berkshire auf den Erwerb ganzer Unternehmen. Im vergangenen Jahr erwarb Buffett mit der Holding etwa die US-Bahngesellschaft Nothern Santa Fe.

Seit langem hält Buffetts Berkshire Hathaway auch einen 10-Prozent-Anteil am deutschen Rückversicherer Münchener Rück. Den will er weiter aufstocken. Schön für ihn und die Berkshire-Investoren: Für 2010 schüttet die Münchener Rück insgesamt 1,1 Milliarden Euro als Dividende aus. Das entspricht 6,25 Euro je Aktie und liegt 50 Cent über der Dividende des Vorjahres. Warum und welche Perspektiven die Münchner Rück für Buffett bietet, lesen Sie in unserem Aktientipp.

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