Alte Bücher: Kostbares zum Blättern

Alte Bücher: Kostbares zum Blättern

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alte Bücher

von Thomas Stölzel

Seltene Erstausgaben kletterten zuletzt stärker im Wert als Aktien. Aber alte Bücher zu sammeln, die werterhaltend sind, ist nicht ganz einfach. Worauf Neueinsteiger achten müssen.

Intellektuell? Emotional? Kulturell? Ja! Ökonomisch? Nein!“ So antwortet der renommierte New Yorker Wagniskapitalfinanzierer und Technologieunternehmer David Rose auf die Frage, ob antiquarische Bücher gute Investments seien. Er sammelt seit mehr als 25 Jahren alte Bücher. Selbst wenn der Wert seiner Sammlung über die Zeit immer die Inflationsrate geschlagen habe, sei der Kauf alter Bücher doch keine rationale Investmentstrategie, meint er.

In Zeiten aber, in denen sich Menschen aus Inflationsangst und Sorge vor Staatspleiten in Gold und Grundstücke flüchten, gewinnen auch alternative Geldanlagen wie Kunst, Antiquitäten und antiquarische Bücher für Investoren an Charme. „Gestandene Sammler geben zurzeit deutlich mehr Geld aus als noch vor einigen Jahren“, sagt der Londoner Antiquar Pom Harrington.

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Anleger, die ein paar Tausend Euro übrig haben, dürfen sich als Sammler versuchen – wenn sie sich zuvor eingehend informieren und ein Gefühl für den Buchmarkt entwickeln.

Die Preise ziehen an

Lohnenswert können antiquarische Bücher auf jeden Fall sein. So kommt eine gemeinsame Untersuchung des französischen Gebrauchtbuchhändlers Librairie Sourget und der Bank Lazard zu einem völlig anderen Urteil als Sammler Rose. Wer 1977 für umgerechnet 17 000 Euro René Descartes’ „Discours de la méthode“ aus dem Jahre 1637 in seinen Bücherschrank packte, konnte bis 2004 seinen Einsatz mehr als vervierzehnfachen – real, das heißt, die Inflationsrate ist in dieser Rechnung schon abgezogen. Das US-Aktienbarometer Dow Jones konnte seinen Wert im gleichen Zeitraum nur verzwölffachen – vor Inflation. Der Wert von Samuel de Champlains Buch „Les Voyages de la Nouvelle France occidentale, dicte Canada“ aus dem Jahr 1632 stieg zwischen 1949 und 2007 inflationsbereinigt von 3000 Euro auf 203 000 Euro.

Bereits seit Ende der Neunzigerjahre haben Sammler und Anleger besonders den französischen Buchmarkt entdeckt. Nicht nur die Preise seltener Hochkaräter haben sich seither vervielfacht; der Wert nicht ganz so rarer Bücher sei zum Teil sogar noch stärker gestiegen, fanden Librairie Sourget und die Bank Lazard heraus.

In Deutschland sind die Preise noch unten, aber sie ziehen an. „Wir leben jetzt in einem Käufermarkt“, sagt der Düsseldorfer Antiquar Christoph Schäfer. „Wenn wir zurzeit etwas Gutes kaufen können, kaufen wir es.“ Erst vor wenigen Wochen hat er die wohl größte Sammlung von Heinrich-Heine-Büchern verkauft, die es weltweit gibt – für den Gegenwert eines „neuen VW-Passats“. Wäre Heine Franzose gewesen, hätte sie Schäfer zufolge zwischen 500 000 und 750 000 Euro gebracht – also den Gegenwert von bis zu 20 Passats. Ähnlich teuer sind Werke britischer und amerikanischer Autoren. Ein gutes antiquarisches Buch in Deutsch kostet zurzeit nur etwa ein Zehntel dessen, was ein vergleichbares Werk in Englisch oder Französisch wert ist.

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