Altersvorsorge: Pensionskassen wälzen Ertragsrisiken auf Mitarbeiter ab - Seite 4

Altersvorsorge: Pensionskassen wälzen Ertragsrisiken auf Mitarbeiter ab

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Die Anleihen bergen dieselben Risiken, mit denen auch die privaten Lebensversicherungen zu kämpfen haben. „In einer Niedrigzinsphase wie jetzt ist es für die Versorgungswerke schwer, die Garantiezinsen mit festverzinslichen Wertpapieren zu erzielen“, sagt Marcus Burkert, Leiter Consulting bei der Feri Institutional Advisors.

Die garantierten 2,25 Prozent lassen sich noch erwirtschaften. Weil aber viele Pensionskassen noch alte Verträge mit bis zu 4,0 Prozent Garantiezins bedienen müssen, wird es angesichts einer Rendite sicherer Staatspapiere von derzeit 3,05 Prozent langsam eng. „Hinzu kommt, dass die regulierten Firmenpensionskassen bis zu 3,25 Prozent Garantiezins bei Neuverträgen ausgelobt haben“, sagt Berater Kolm.

Banker müssen sich am wenigsten um ihre Betriebsrente sorgen

Ausgerechnet Banker müssen sich am wenigsten um ihre Betriebsrente sorgen. Ihre Kasse verzockte sich im Gegensatz zu ihren Arbeitgebern nicht mit maroden Finanzpapieren. Die BVV, die die Pensionsgelder des Bankgewerbes verwaltet und mit 20 Milliarden Euro Kapitalanlagen die Nummer eins unter den deutschen Pensionskassen ist, konnte den Börsen-Crash etwas abfedern und erwirtschaftete 2008 ein Plus von vier Prozent. Ein Grund war die niedrige Aktienquote von nur fünf Prozent.

Aber selbst eine solch durchschnittliche Verzinsung, die jeder Privatanleger mit einer Tagesgeldanlage zu Beginn des Jahres 2008 auch geschafft hätte, ist nicht die Regel. Die deutsche Nestlé Pensionskasse beispielsweise meldete für das vergangene Jahr eine Nettoverzinsung der Kapitalanlagen von minus 5,2 Prozent – nach plus 6,2 Prozent in 2007. Allerdings bilanzierte Nestlé transparent zu Marktwerten und schob keine Abschreibungen auf, sodass die Betriebsrentner auf Besserung hoffen dürfen.

Der diesjährige Aufschwung bei nahezu allen Anlageklassen dürfte 2009 zwar Schlimmeres verhindern. Nach Abzug einer Inflationsrate von zwei oder drei Prozent wäre der Garantiezins aber aufgezehrt. Zudem haben immer weniger Arbeitnehmer Anspruch auf eine garantierte Verzinsung ihrer Betriebsrente. Stattdessen sichern die Arbeitgeber neuen Beschäftigten fast nur noch die eingezahlten Beiträge als Mindestleistung zu. Wenn Pensionsmanager dann schlecht investieren, machen die Mitarbeiter abzüglich Inflation ein Verlustgeschäft.

Der Mehrzahl der Betriebsrentner des Pleite-Konzerns Arcandor bleibt zumindest ein Trost: Ihre Pensionsgelder führt der Konzern größtenteils außerhalb der Bilanz. Deshalb hat der Insolvenzverwalter darauf keinen Zugriff.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.09.2009, 12:02 UhrAnonymer Benutzer: Profit

    Der Artikel zeigt m.E. auch, wie gefährlich eine Politik der Mitarbeiterbeteiligung am eigenen Unternehmen ist. Nichts anderes ist eine Pensionszusage, denn sie ist wirtschaftlich ein "Kredit" des Mitarbeiters an das Unternehmen. bei einer Zwangsbeglückung des Arbeitnehmers mittels "beteiligung am Produktivvermögen" - und dies kann nur gegen Verzicht auf Lohn geschehen - erhöht sich das Verlustrisiko bei ihm beträchtlich. Es ist besser, er bekommt den Lohn ausgezahlt und kann das instrument der Risikodiversifikation durch andere Anlageinstrumente nutzen und so Reserven aufbauen, die ihn bei Arbeitsplatzverlust schützen (können).

  • 01.09.2009, 09:34 UhrAnonymer Benutzer: bmw15ps

    Typisch "Aufreisser-Titel". Die Pensionskassen wälzen die Ertragsrisiken n i c h t auf die Mitarbeiter ab! Das machen die banken mit ihren Entlassungen. Die gekniffenen sind (u.U.!) die Versicherten und sonst niemand! Es wundert sich niemand, wenn Einlagen bei banken flöten gehen, aber finanzielle Engpässe ( auch durch banken verursacht) bei Versorgungswerken - das ist natürlich unglaublich! Mann, was haben wir für Journalisten?

  • 01.09.2009, 00:51 UhrAnonymer Benutzer: RRR

    Also GEZ abmelden ist sehr simpel. Seeeehr selten findet man bei banken sogar ein Formular dafür (ich denke es war bei der Commerzbank).

    Man gibt dort nur an, das man ab "Datum x" keine Empfangsgeräte mehr hat.

    Und so lange Leute unter dem Motto "ich wähle ..., weil das schon immer so war" zur Wahl gehen, konnen ruhig 10% ihre Konten leer räumen. Würde bestimmt einiges an Trara auslösen, wäre aber auch keine Katastrophe.

    Also ich habe GEZ abgemeldet, Geld liegt unter dem Kopfkissen und ich versuche andere Leute zu überzeugen.

    Fernseher ausschalten und mitmachen!

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