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Altersvorsorge: Pensionskassen wälzen Ertragsrisiken auf Mitarbeiter ab

von Martin Gerth

In der Krise brechen die Erträge der betrieblichen Rentenkassen ein. Die Ertragsrisiken aus Altersvorsorgeverträgen wälzen die Unternehmen zunehmend auf die Mitarbeiter ab.

Die Turbine eines Airbus der Quelle: dpa/dpaweb
Die Turbine eines Airbus der Lufthansa Quelle: dpa/dpaweb
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Wer die Telefonnummer 0 18 05-5 60 60 59 anwählt, landet – für 14 Cent die Minute – in einer der unzähligen Servicewarteschleifen, mit denen Unternehmen ihre Kunden nerven. Die Nummer gehört der Firma Profectis. Wartezeiten sind jedoch nicht verwunderlich. Denn das Unternehmen ist eine Tochter von Arcandor. Und der Warenhaus- und Versandriese ist bekanntlich pleite.

Deshalb stehen die Profectis-Mitarbeiter nun selbst in einer langen Schlange – mit all denjenigen, die darauf warten, dass das Insolvenzverfahren eröffnet wird. Nicht nur Beschäftigte des Arcandor-Konzerns bibbern um ihre Zukunft. Auch ehemalige Mitarbeiter sind betroffen. Seit Juni schon haben insgesamt 1.500 Ex-Angestellte der insolventen Arcandor-Unternehmen Profectis, Itelium und Servicelogiq keine Betriebsrente mehr erhalten.

Finanzkrise und Managementfehler machen schwer zu schaffen

Da das Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet ist, kann der Pensionssicherungsverein (PSV) nicht einspringen. Der PSV springt bei Pleiten in die Bresche. Er wird als Rettungsfonds über Beiträge von 73.000 Unternehmen finanziert, die ihren Mitarbeitern eine Betriebsrente zusichern. Im Fall Arcandor muss er retten, weil die Betriebsrenten der drei Arcandor-Töchter nicht vom Treuhandfonds des Konzerns abgedeckt sind.

Auch anderen deutschen Unternehmen machen Finanzkrise und Managementfehler bei ihren milliardenschweren Pensionsverpflichtungen derzeit schwer zu schaffen. Immerhin 17,5 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland besitzen ein Anrecht auf eine Betriebsrente. 440 Milliarden Euro haben die Pensionsmanager dafür zurückgelegt.

Renditen sacken ab

Die Finanzkrise hat dieses Vermögen angeknabbert. Nach Berechnungen der Unternehmensberatung Rauser Towers Perrin fuhren allein die Pensionspläne der 30 Unternehmen aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) 2008 ein Minus von 12,8 Milliarden Euro ein. Dies entspricht einem Verlust von acht Prozent des Pensionsvermögens.

Im Durchschnitt schafften deutsche Pensionskassen noch fünf Prozent Ertrag im Jahr 2007. Doch im Finanzkrisenjahr sackte die Rendite ab: Die Höchster Pensionskasse schaffte 4,7 Prozent, die Pensionskasse des Bankgewerbes BVV erreichte 4,5 Prozent, und für die Bayer Pensionskasse reichte es nur zu 1,6 Prozent. Alle drei gehören zu den fünf größten deutschen Pensionskassen.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.09.2009, 12:02 UhrAnonymer Benutzer: Profit

    Der Artikel zeigt m.E. auch, wie gefährlich eine Politik der Mitarbeiterbeteiligung am eigenen Unternehmen ist. Nichts anderes ist eine Pensionszusage, denn sie ist wirtschaftlich ein "Kredit" des Mitarbeiters an das Unternehmen. bei einer Zwangsbeglückung des Arbeitnehmers mittels "beteiligung am Produktivvermögen" - und dies kann nur gegen Verzicht auf Lohn geschehen - erhöht sich das Verlustrisiko bei ihm beträchtlich. Es ist besser, er bekommt den Lohn ausgezahlt und kann das instrument der Risikodiversifikation durch andere Anlageinstrumente nutzen und so Reserven aufbauen, die ihn bei Arbeitsplatzverlust schützen (können).

  • 01.09.2009, 09:34 UhrAnonymer Benutzer: bmw15ps

    Typisch "Aufreisser-Titel". Die Pensionskassen wälzen die Ertragsrisiken n i c h t auf die Mitarbeiter ab! Das machen die banken mit ihren Entlassungen. Die gekniffenen sind (u.U.!) die Versicherten und sonst niemand! Es wundert sich niemand, wenn Einlagen bei banken flöten gehen, aber finanzielle Engpässe ( auch durch banken verursacht) bei Versorgungswerken - das ist natürlich unglaublich! Mann, was haben wir für Journalisten?

  • 01.09.2009, 00:51 UhrAnonymer Benutzer: RRR

    Also GEZ abmelden ist sehr simpel. Seeeehr selten findet man bei banken sogar ein Formular dafür (ich denke es war bei der Commerzbank).

    Man gibt dort nur an, das man ab "Datum x" keine Empfangsgeräte mehr hat.

    Und so lange Leute unter dem Motto "ich wähle ..., weil das schon immer so war" zur Wahl gehen, konnen ruhig 10% ihre Konten leer räumen. Würde bestimmt einiges an Trara auslösen, wäre aber auch keine Katastrophe.

    Also ich habe GEZ abgemeldet, Geld liegt unter dem Kopfkissen und ich versuche andere Leute zu überzeugen.

    Fernseher ausschalten und mitmachen!

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