Anlage-Manager Kara: "Zehn Prozent Gold sind das Minimum"

Anlage-Manager Kara: "Zehn Prozent Gold sind das Minimum"

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Michael Kara ist Leiter Individuelle Vermögensverwaltung /Portfoliomanagement bei der Commerzbank Private Wealth Management Süd in Frankfurt am Main

von Stefan Hajek

Der Anlage-Manager Michael Kara von der Commerzbank rät Privatanlegern zu Edelmetallen und mehr Mut zu Aktien im Depot.

Herr Kara, die Konjunktur erholt sich prächtig, die Börse brummt. Ist die Krise vorbei?

Kara: Nein. Die Staatsschuldenkrise in Südeuropa und in den USA wird uns noch länger beschäftigen. Von einer nachhaltigen Lösung der Probleme sind wir noch weit entfernt.

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Heißt das, die Börsen sind zu weit gelaufen?

Nicht unbedingt. Aktien sind günstig, gemessen an Anleihen zumindest. Einige Großanleger sind extrem überinvestiert in Anleihen; sie haben das auch erkannt, sind aber stark gebunden durch allerhand Regularien, die einen schnellen Strategiewechsel verhindern. Sie werden aber tendenziell weiter Aktien kaufen und bei Anleihen vorsichtiger werden.

Welche Folgen hat die Schuldenkrise denn konkret?

Die Inflation wird ein Problem werden, vor allem in den Schwellenländern. Bei uns wird sie 2011 noch nicht dramatisch. Für die Zeit danach kommt es vor allem auf die Rohstoffpreise an und darauf, wie sich China verhält. Dort steigen die Energie- und Lebensmittelpreise dramatisch; wenn breite Bevölkerungsschichten auf die Straße gehen, wie derzeit schon in Nordafrika, könnte die Staatsführung gegensteuern und mehr importieren. Durch die so in Gang gesetzte Spirale käme ein Teil des Inflationsdrucks aus den Schwellenländern bei uns an.

Mit welchen Inflationsraten rechnen Sie? 

Das ist schwer vorherzusagen; der aktuelle monetäre Überhang verstärkt jedoch generell den Inflationsdruck; mit ihm wächst die Gefahr, dass es zu starken Preissteigerungen kommt.

Wie sollen sich Anleger dabei positionieren?

Zusammen mit dem derzeit stabilen Wachstum bilden anziehende Teuerungsraten ein gutes Umfeld für viele Aktien.

Welche Aktien?

Uns gefallen deutsche Qualitätsunternehmen mit soliden Bilanzen und hohem Schwellenländeranteil bei Umsatz und Gewinn – also etwa Linde, Siemens und BASF.

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