Anlagebetrug: "Deutscher Madoff" verhaftet

Anlagebetrug: "Deutscher Madoff" verhaftet

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Verhaftet

von Andreas Toller

Der Aschaffenburger Hedgefondsmanager Helmut Kiener soll Investorengelder in dreistelliger Millionenhöhe veruntreut haben. Viele deutsche Privatanleger sollen betroffen sein.

Die Staatsanwaltschaft Würzburg hat den deutschen Gründer des Hedgefonds K1, Helmut Kiener, hinter Gitter gebracht. Sie wirft dem 50-Jährigen vor, die Großbanken Barclays und BNP Paribas um bis zu 280 Millionen Dollar betrogen zu haben, Das geht aus dem Haftbefehl gegen Kiener hervor. Dessen Anwaltskanzlei Lutz Libbertz kündigte am Donnerstag Haftbeschwerde an. Die Begründung in dem Haftbefehl sei nicht ausreichend, sagte eine Sprecherin der Münchener Kanzlei.

Bis zu 280 Millionen Euro Schaden

Die britische Großbank Barclays hatte dem Fonds „K1 Global Sub Trust“ seit 2006 knapp 220 Millionen Dollar überlassen, wie es in dem Haftbefehl hieß. Dieses Geld sei nach derzeitigem Kenntnisstand größtenteils verloren. Das französische Institut BNP Paribas investierte zwischen April 2007 und Juni 2008 den Angaben zufolge etwa 60 Millionen Dollar. Die französische Bank Société Générale erklärte, die Summe, die bei ihr wegen K1 im Feuer stehe, sei „vernachlässigbar“.

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Bewahrheitet sich der Verdacht, wäre die Geschichte filmreif: Die Staatsanwälte beschuldigen den studierten Psychologen und Sozialpädagogen aus Aschaffenburg, sich nicht an Anlagerichtlinien gehalten zu und Gelder regelwidrig verwendet zu haben. Von dem eingesammelten Geld habe er über verschiedene Fonds unter anderem Flugzeuge, Helikopter sowie Luxusimmobilien in Florida gekauft. Kiener hatte den in der Karibik registrierten Hedgefonds K1 Global Sub Trust ins Leben gerufen. Die Finanzaufsicht BaFin hatte ihm bereits 2001 die Verwaltung von Finanzportfolien untersagt.

Dachfonds mit 600 Millionen Euro Volumen

K1 verwaltet nach Aussagen eines Mitarbeiters etwa 600 Millionen Euro. Die Gesellschaft ist ein Dachfonds, der Geld von Investoren einsammelt und in etwa 70 einzelne Hedgefonds anlegt. K1 hat einem Vorabbericht der Wiener Zeitung „Die Presse“ zufolge mit dem österreichischen Versicherer Vienna Insurance Group (VIG, Wiener Städtische) zusammengearbeitet. Die „K1-Vienna-Life-Global-Hedgefonds-Polizze“ sei in Form von Sparplänen auch an Kleinanleger verkauft worden, berichtete die Zeitung. VIG-Chef Günter Geyer sagte: „Der Kontakt zur K1-Gruppe wurde in Deutschland über einen Makler hergestellt.“ Der Versicherer trage bei den Produkten nur das Versicherungsrisiko, VIG habe die Policen nie selbst verkauft. Die Zusammenarbeit sei vor einem halben Jahr eingestellt worden.

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