Anlagestrategie: Wetten auf die Dividenden-Stars

Anlagestrategie: Wetten auf die Dividenden-Stars

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Dividendenstrategien sind bei Investoren beliebt, haben jedoch einen Nachteil: Als Grundlage dienen Renditen, die beim letzten Mal gezahlt wurden. Mit der passenden Auswahl von Zertifikaten können Anleger in die Zukunft investieren - und versprochene Dividenden im Voraus kassieren.

Manchmal sind Ideen so simpel wie gut. Ein Beispiel dafür ist die Dividendenstrategie, ursprünglich entwickelt vom Wirtschaftswissenschaftler Benjamin Graham, zu dessen Schülern Anfang der Dreißiger Jahre in den USA auch der heutige Milliadär Warren Buffet gehörte.

Graham empfahl ein einfaches Rezept zur Renditeoptimierung: Man nehme aus einem Index, wie beispielsweise dem Dow Jones, die Aktien mit der höchsten Dividendenrendite. Diese errechnet sich aus der Dividende, die ein Unternehmen ausschüttet, geteilt durch den aktuellen Aktienkurs und mit dem Faktor 100 multipliziert. Die gewählten dividendenstarken Aktien lege man ins Depot und passe ein Jahr später die Zusammensetzung dieses Aktienkorbes so an, dass erneut die Aktien mit der höchsten Dividendenrendite im Korb landen. Im Ergebnis sollte sich dieser Korb besser entwickeln als der Vergleichsindex, denn hohe Dividenden gelten als Qualitätsmerkmal. Die Idee dahinter: Je ertragsstärker ein Unternehmen ist, desto höhere Gewinnbeteiligungen kann es ausschütten. Und die Aktien von ertragsstarken Unternehmen werden von Anlegern nun mal gerne gekauft. So sichern sich Anleger hohe Dividenden und die Hoffnung auf überdurchschnittliche Kursgewinne.

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Der Erfolg gab der Idee oft Recht. Wer in den vergangenen Jahrzehnten auf Dividendenstrategien gesetzt hat, ist in der Regel recht gut damit gefahren. Meistens jedenfalls. Aber nicht eben nicht immer. So zum Beispiel in den vergangenen zwölf Monaten. Da gewann der deutsche Leitindex Dax 25,2 Prozent an Wert. Der Kurs des DivDax, in dem die 15 dividendenstärksten Titel des Dax zusammengefasst sind, stieg dagegen nur um 19,3 Prozent.

Ein Grund dafür könnte in einem wichtigen Kriterium für die jährliche Auswahl der Aktien für den DivDax liegen: Am jeweiligen Stichtag im September wird nämlich für jedes Dax-Unternehmen errechnet, wie hoch die ausgeschüttete Dividende gemessen am jeweiligen Kurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung war. Die 15 Aktien mit der prozentual höchsten Dividende wandern für die nächsten zwölf Monate in den DivDax.

Das Prinzip folgt grundsätzlich der Idee von Benjamin Graham, hat aber einen Nachteil: Es wird jeweils die historische Dividendenrendite für das vergangene Jahr betrachtet. Der DivDax blickt nicht nach vorne in die Zukunft, sondern in die Vergangenheit. Deshalb sind im Index nicht automatisch die Unternehmen vertreten, die gemessen am Kurs des Feststellungstages ein Jahr später die höchste Dividendenrendite erbracht haben werden. Zugegeben: Es ist natürlich nicht möglich, in die Zukunft zu schauen. Wer kann das schon? Analysten zum Beispiel können es auch nicht. Aber sie müssen Schätzungen abgeben, welche Dividenden sie für welche Unternehmen in der Zukunft erwarten. Und diese Dividendenrenditen-Schätzungen für zukünftige Jahre haben sehr reale Auswirkungen auf die heutigen Preise von Zertifikaten.

Erwartung bereits eingepreist

"Die wichtigste Auswirkung von Dividendenschätzungen auf die Konditionen für Zertifikate liegt darin, dass erwartete zukünftige Dividenden bereits in die Preise einiger Zertifikate eingerechnet sind", sagt Heiko Weyand von HSBC Trinkaus. Zum Beispiel bei Discountzertifikaten: "Der Rabatt bei Discountzertifikaten wird durch zwei Komponenten finanziert. Zum einen verkauft der Emittent eine Call-Option auf den jeweiligen Basiswert. Zum anderen werden die prognostizierten Dividenden, die in der Restlaufzeit des Zertifikats ausgeschüttet werden sollen, als Rabatt an den Käufer eines Discountzertifikats weitergegeben", erklärt Heiko Weyand. Fazit: Je höher die geschätzten Dividenden, desto größer ist der Rabatt und umso günstiger sind die Discountzertifikate für den Anleger.

Discountzertifikate verbriefen also ein Versprechen auf Dividenden, die im ungünstigsten Fall für den Emittenten geringer ausfallen oder gar nicht ausgezahlt werden. "Werden später tatsächlich vom betreffenden Unternehmen weniger Dividenden gezahlt als ursprünglich prognostiziert, geht das zulasten des Emittenten", sagt Weyand. Anleger, die nicht auf hohe Kurssteigerungen von Aktien hoffen, sondern sich vor allem risikofrei die versprochenen Dividenden sichern wollen, fahren also gut damit, sich möglichst Discountzertifikate auf Aktien mit hoher Dividendenrendite zu sichern.

Ein Beispiel dafür ist der Energieversorger RWE. Das Unternehmen weist derzeit für das Jahr 2011 eine erwartete Dividendenrendite von fast sechs Prozent aus. Die Aktie kostet derzeit 52,84 Euro. Ein Discountzertifikat auf RWE, herausgegeben von der Citigroup (WKN: CG9PJC) mit einem Cap bei 52 Euro, kostet aktuell 46,49 Euro. Das entspricht einem Rabatt von rund zwölf Prozent auf den Aktienkurs. Darin enthalten sind die Dividende, die im April ausgeschüttet wird und anteilig die erwartete Dividende für das folgende Geschäftsjahr. Unter dem Strich bleibt eine maximale Rendite von 13,45 Prozent per annum - dank hoher erwarteter Dividendenrendite.

Ähnlich gute Konditionen bieten die Discountzertifikate einiger Anbieter auf die Unternehmen Deutsche Telekom, Munich Re, Allianz und Eon. Zusammen mit RWE sind dies die Aktien mit der derzeit höchsten erwarteten Dividendenrendite für 2011.

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