Anleger verunsichert: Libyen drückt die Börsenkurse

Anleger verunsichert: Libyen drückt die Börsenkurse

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Chart des Hang Seng Index an der Hong Kong Stock Exchange

Die Unruhen in Libyen machen Investoren nervös. Sie setzen auf Sicherheit, die Gold- und Silberpreise steigen stetig. Dafür ziehen sie ihr Geld aus anderen Anlageformen und die Börsen der Welt befinden sich auf Talfahrt. In Asien, den USA und der Schweiz stürzen die Kurse ab.

Der Dax startete am heutigen Morgen im Minus. In den ersten Minuten sank er rund 0,3 Prozent und landete bei 7296 Punkten. Infineon verlor mehr als ein Prozent, MTU stürzte im MDax sogar um mehr als sechs Prozent ab. Auf den gesamten Index bezogen ist das kein gigantischer Abstieg, trotzdem beobachten die Börsianer dies mit Sorge.

Die Entwicklung in der arabischen Welt und besonders die derzeitige Situation in Libyen wird die Börse nicht kalt lassen, weder die deutsche und noch die in anderen Ländern. In Asien, der Schweiz und den USA wirken sich Libyens Unruhen bereits stärker aus.

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Unsicherheit ist Gift für jede Hausse

Die Anleger sind unsicher, wie sich die Proteste in Libyen auf die Weltwirtschaft auswirken könnten und stoßen zu Hauf ihre Wertpapiere ab. Das ist kein deutsches Phänomen, sondern eine weltweit feststellbare Reaktion auf die Unruhen in dem nordafrikanischen Land. An der Börse in Tokio geht es schon seit einigen Tagen stetig bergab, zum heutigen Handelsschluss verbuchte der Nikkei-Index einen Verlust von 0,8 Punkten und notierte bei 10579,1 Punkten. Der Topix verlor 1,03 Prozent - macht 946,88 Punkte. Außerdem muss sich Japan nun auch noch ein Downgrade von der Ratingagentur Moody’s gefallen lassen.

Die hat den Ausblick für die Kreditwürdigkeit Japans von stabil auf negativ gesenkt. Am Rating Aa2 hält die Agentur jedoch zunächst fest. Als Begründung für die Herabstufung nennt die Agentur Japans Schuldenberg. Bei Moody’s glaubt man nicht daran, dass die Japaner das Haushaltsdefizit tatsächlich ausgleichen können. Erst vor Kurzem hatten auch die Kollegen von Standard and Poor’s ihre Bewertung für Japan gesenkt. Grund: Kein überzeugender Sparplan. Zu diesem Dämpfer der beiden amerikanischen Agenturen kommt nun noch die Furcht der Anleger vor den Auswirkungen der Proteste aus der arabischen Welt. Tokio ist jedoch nicht die einzige asiatische Börse, die darunter zu leiden hat. Auch in Taiwan, Hongkong, Shanghai, Korea und Shanghai sieht es nicht gut aus.

Das gleiche Bild an der Wallstreet: Montag wegen eines Feiertages geschlossen, rutschten die US-Börsen am Dienstag kräftig ins Minus. Und das, obwohl ein steigender Ölpreis die US-Wirtschaft laut Experten weniger bedrohen würde als andere Nationen. Der Dow Jones verlor gestern um 1,4 Prozent auf 12212,7 Zähler. Beim S&P 500 ging es um mehr als zwei Prozent nach unten, der Index schloss bei 1315,4 Punkten, größter Verlierer war der Technologieindex Nasdaq 100 mit fast drei Prozent Verlust und einem Endstand von 2322,8 Punkten. Dieser negative Impuls schwappte über in die Schweiz, der SMI wurde heute vorbörslich mit 6598 Punkten gehandelt, gestern verlor der Leitindex knapp ein Prozent. Die heute zu Handelsbeginn eingefahrenen Verluste konnte der Schweizer Aktienmarkt zwar wieder einholen, Händler rechnen aber so schnell nicht mit einer Entspannung in Libyen und am Parkett. Konjunkturabhängige Werte gehen auf Talfahrt. In Zürich blickt man heute hoffnungsvoll nach Übersee: Wenn sich dort am Öl- oder Immobilienmarkt etwas bewegt, könnte sich das positiv auf die Schweizer Börse auswirken.

Industrienationen schlagen Schwellenländer

Doch zumindest einen Trost gibt es für die gebeutelten Börsianer: Die Aktienkurse der Industrieländer sind so gut ins Jahr gestartet, wie schon seit 1998 nicht mehr. Der MSCI World Index hat seit Januar mehr als sechs Prozent zugelegt Gründe dafür dürften die Konjunkturerholung in Europa und die neue alte Rolle der USA als Weltwirtschaftslokomotive sein. Dafür ließen die Emerging Markets Federn: Der MSCI Emerging Markets Index gab um fast drei Prozent nach. Im letzten Jahrzehnt hatten immer die Schwellenländer-Kurse die Nase vorn. Außer im Jahr 2008 schnitten sie immer besser ab als die Industrienationen. Grund für den aktuellen Einbruch dürfte aber nicht Libyen, sondern die Inflation sein, mit der die BRIC-Staaten zu kämpfen haben.

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