Anleihen: Rentenfonds in Zeiten sinkender Anleihenkurse

Anleihen: Rentenfonds in Zeiten sinkender Anleihenkurse

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Verschiedene Charts zeigen die Wertentwicklung von Aktien und Fonds

von Martin Gerth und Heike Schwerdtfeger

Angst vor Staatspleiten und steigende Zinsen drücken die Anleihekurse. Welche Rentenfonds noch attraktiv sind.

Die Sorge um das Geld der Anleger schlägt die Vaterlandsliebe: Der Amerikaner Bill Gross, wichtigster Anleiheinvestor der Welt, hat alle US-Staatsanleihen aus dem von ihm gelenkten Pimco Total Return-Fonds herausgeworfen. Gross rechnet offenbar nicht damit, dass sein Heimatland die angehäuften Schulden zurückzahlen oder Investoren nur noch mit höheren Zinsen anlocken kann. Höhere Zinsen aber würden die Kurse alter Anleihen im Fonds unter Druck setzen. Deshalb verzichtet Gross lieber von vornherein auf US-Staatspapiere. Er wettet sogar noch mit einem Teil des 236 Milliarden Dollar schweren Fondsvermögens auf fallende Kurse von US-Bonds.

Noch ist die Wette nicht aufgegangen. Die Ratingagentur Standard & Poor’s spielte Gross zwar in die Hände, als sie am vergangenen Montag die USA vor einem Verlust ihrer Schuldner-Bestnote warnten. Doch es war nur ein Warnschuss und der Anleihemarkt reagierte müde. Die Rendite für US-Papiere, die in zehn Jahren zurückgezahlt werden, ist nach der Ankündigung nur von 3,38 auf 3,39 gestiegen.

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Angesichts dieser Magerkost und der zahlreichen Fallen, die durch Staatsschulden, Inflation, Zins- und Währungsänderungen am Anleihemarkt drohen, ist die Nervosität unter Investoren zurzeit groß.

Anleihen werden zu Verlustbringern

Jahrelang hatten Fondsmanager, die sich auf solide Staatsanleihen konzentrieren, von Zinssenkungen profitiert und bei automatisch steigenden Anleihekursen leichtes Spiel, mit guter Performance zu glänzen. Das änderte sich aber im Lauf des vergangenen Jahres. Bis zum dritten Quartal 2010 brachten Anleihen mit längeren Laufzeiten noch Kursgewinne, im vierten Quartal waren sie Verlustbringer. Der Euro und die Euro-Land-Südstaaten mussten gemieden werden, Schwellenländeranleihen und Währungswetten lohnten sich.

Derzeit wertet der Euro gegenüber anderen Währungen auf, schnelle Gewinne durch Investments in Fremdwährungen sind also nicht mehr einzufahren. Beobachter führen die Euro-Stärke auf die erste Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank, die Anlagen in Euro attraktiver machen könnten, und die Schwäche der hoch verschuldeten USA zurück, die auf den Dollar ausstrahlt. Auf mittlere Sicht bleibt die Sorge, dass Deutschland einspringen muss, wenn weitere Hilfen für Griechenland, Irland und Portugal fällig werden. Mancher sieht dann sogar Deutschlands Bestnote als sicheres Schuldnerland gefährdet. Der Bund-Future, mit dem Investoren auf die zukünftige Entwicklung von Bundesanleihen wetten, befindet sich seit Monaten im Sinkflug. Ein Indiz dafür, dass der Markt noch steigende Zinsen erwartet.

Rentenfonds verloren an Wert

Kursverluste von Euro-Land-Anleihen trafen auch die Fonds, die in sie investieren. Seit Oktober verloren die beliebten Euro-Land-Rentenfonds im Schnitt vier Prozent an Wert, bei den international gemischten Portfolios mit vielen Währungen ging es im Schnitt drei Prozent runter.

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