Argentinien: Geld aus der Pampa

Argentinien: Geld aus der Pampa

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Argentiniens Präsidentenpaar Cristina und Nestor Kirchner

Bevor Argentinien wieder am Anleihemarkt Geld aufnehmen kann, muss es alte Schulden begleichen. Zwei Fonds rechnen mit hohen Kursgewinnen.

Die Anzeichen mehren sich: Argentinien will sich acht Jahre nach der Staatspleite wieder am internationalen Kapitalmarkt engagieren. Einst soll Staatschef Nestor Kirchner geflucht haben, bevor er den Internationalen Währungsfonds (IWF) wieder ins Land lasse, müsse die Hölle zufrieren. Aber seine Ehefrau Christina, die jetzt die Geschicke des Landes lenkt, ist offenbar wieder zu einer Zusammenarbeit mit Währungsfonds und Investoren bereit.

Bislang hielt sich Argentinien durch die Hilfe von Venezuela, Brasilien und Chile über Wasser. Venezuelas Staatschef Hugo Chávez kaufte einst gerne die Zinspapiere, hat allerdings inzwischen durch den niedrigeren Ölpreis genug eigene Probleme im Land. Zudem wurde diese Finanzierung für Argentinien sehr teuer, weil es bis zu 15 Prozent Zinsen an die Gläubiger gezahlt haben soll.

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Argentinien will Anleihebesitzern, die ihre Papiere seit der Staatspleite im Depot gehalten haben und nicht auf ein Abfindungsangebot im Jahre 2005 eingegangen sind, jetzt erneut ein Abfindungsangebot machen. Das Land darf allerdings nach eigener gesetzlicher Schranke bei den Konditionen nicht nachbessern. Für die Anleger, die das erste Angebot abgelehnt haben und die in der Zwischenzeit auch noch auf Zinsen verzichtet haben, ist das nicht interessant. "Demnach kommen dann auch nur etwa 30 Prozent des Nennwertes für Anleger heraus", sagt Carsten Salzig von der Trierer Vermögensverwaltung HWB Capital Management.

Klage statt Umtausch

Auch die Trierer HWB beschäftigt das Thema seit der Staatspleite im Jahr 2002. Denn beispielsweise in dem von HWB-Chef Hans-Wilhelm Brand gelenkten Mischfonds HWB Victoria Strategies machten die Argentinien Bonds rund zehn Prozent des Fondsvermögens aus. Er verlor deshalb im Jahr 2002 rund 22 Prozent an Wert.

Auf ein Umtauschangebot Argentiniens ging Brand allerdings damals nicht ein. Er hat statt dessen in den USA eine Klage für die von ihm beratenen Fonds gegen den Staat Argentinien eingereicht, weil er vor allem in US-Dollar emittierte Anleihen erworben hatte und sich vom Gerichtsweg mehr versprach als von Abfindungen. Und das Warten könnte sich bald auszahlen.

Im vergangenen Jahr hat ein US-Gericht Argentinien zur Rückzahlung der Anleihen plus Zins und Zinseszins verurteilt in einem Prozess, von dem auch HWB profitierte (WirtschaftsWoche 10/2009). Gläubiger dürfen deshalb pfänden, sobald das Land in Zukunft am Kapitalmarkt Geld einsammelt. Würde es das in den USA tun, muss es dazu Konten bei der Notenbank führen, sobald auf einem solchen Konto aber Geld einginge, können die Anwälte das Geld mit ihren Vollstreckungstiteln abziehen und an die Investoren überweisen. Da es um eine vergleichsweise geringe Summe von rund 2,5 Milliarden Dollar geht, rechnet Salzig nicht damit, das Argentinien die USA umgehen würde, indem die Emissionen einfach über andere Länder verteilt würden. „Mit Zentralbankreserven in Höhe von etwa 60 Milliarden Dollar ist das Land derzeit auch nicht arm“, so Salzig. 

HWB-Fondsbetreuer Brand schleppte die Argentinien-Position, die einst auf zehn Prozent des Nennwerts abgeschrieben wurde, jahrelang in dem Fonds mit. Beim Victoria-Strategies Portfolio und beim HWB Portfolio Plus käme bei einer Rückzahlung der Argentinien-Anleihen mit Zinsen und Zinseszinsen auf einen Schlag ein Geldsegen von 25 bis 30 Prozent des Fondsvermögens an, an dem finanzkrisengebeutelte Anleger ihre Freude haben dürften.

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