Kommentare zu: Lehren aus der Finanzkrise

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22 Kommentare
  • 20.12.2008, 09:53 UhrAnonymer Benutzer: Kim

    da ist die Wirtschaft doch selbst dran schuld, wenn sie so unfähig war. Wer verantwortungslos handelt, muss diese an andere abgeben. Als die Unternehmenslenker die Verantwortung hatten, waren sie doch nur damit beschäftigt, ihre eigenen Taschen zu füllen. Jetzt muss man sich eben der Politik beugen liebe Herren...

  • 20.12.2008, 09:55 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    Ein interessanter Artikel.

    Allerdings ist hier nur von Großkonzernen die Rede, so scheint es. Wenn wir zum beispiel von einem Startup erwarten, dass es kontinuierlich vom Eigenkapital lebt, das auch noch aus der Thesaurierung kommt (da externe investoren bisher nur mit bankenhilfe investieren konnten wenn überhaupt), dann sehe ich schwarz für unsere Wirtschaft. Nicht nur haben wir bereits minimale Gründungsrate in Schlüsselbereichen - es wird noch schlimmer. Mangels Geld werden wir immer stärker vom Staat abhängig sein, der "Subventionen", "beihilfen" und sonstige "Unterstützung" für die Gründer anbietet. Da der Staat aber als Unternehmer ein Antibeispiel ist (siehe Staatsverschuldung), so kann er uns keinesfalls in die richtige Richtung "schubsen".

    Was lernen wir daraus? Dass wir unseren Kindern bereits im Kindergarten Englisch beibringen müssen, damit sie nicht an das deutsche Vaterland angekettet bleiben müssen.

  • 20.12.2008, 12:45 UhrAnonymer Benutzer: Andreas Malow

    KurtTucholsky, 1930, veröffentlicht in "Die Weltbühne"

    So aktuell kann Literatursein,



    Wenn die börsenkurse fallen,
    regt sich Kummer fast bei allen,
    aber manche blühen auf:
    ihr Rezept heißt Leerverkauf.

    Keck verhökern diese Knaben
    Dinge, die sie gar nicht haben,
    treten selbst den Absturz los,
    den sie brauchen - echt famos!

    Leichter noch bei solchen Taten
    tun sie sich mit Derivaten:
    Wenn Papier den Wert frisiert,
    wird die Wirkung potenziert.

    Wenn in Folge banken krachen,
    haben Sparer nichts zu lachen,

    und die Hypothek aufs Haus
    heißt, bewohner müssen raus.

    Trifft's hingegen große banken,
    kommt die ganze Welt ins Wanken -
    auch die Spekulantenbrut
    zittert jetzt um Hab und Gut!

    Soll man das System gefährden?
    Da muss eingeschritten werden:
    Der Gewinn, der bleibt privat,
    die Verluste kauft der Staat.

    Dazu braucht der Staat Kredite,
    und das bringt erneut Profite,
    hat man doch in jenem Land
    die Regierung in der Hand.

    Für die Zechen dieser Frechen
    hat der Kleine Mann zu blechen
    und - das ist das Feine ja -
    nicht nur in Amerika!

    Und wenn Kurse wieder steigen,
    fängt von vorne an der Reigen -
    ist halt Umverteilung pur,
    stets in eine Richtung nur.

    Aber sollten sich die Massen
    das mal nimmer bieten lassen,
    ist der Ausweg längst bedacht:
    Dann wird bisschen Krieg gemacht.

  • 20.12.2008, 13:14 UhrAnonymer Benutzer: nicht der Kurt

    @ Andreas Malow

    Das Gedicht ist nicht von Tucholsky. Gut ist es aber trotzdem.

  • 20.12.2008, 13:41 UhrAnonymer Benutzer: bewian

    Wo bitte wären wir denn jetzt, wenn nicht die Politik eingreifen würde und zu Lasten der Steuerzahler den Schaden richtet, den die so hochgelobten und überbezahlten "Eliten" angerichtet haben. Natürlich ist das nicht optimal und der eine oder andere Politiker spielt sich in dieser Krise auf wie ein "Weltverbesserer". Schuld sind trotzdem diejenigen, denen wir alle, die Politik eingeschlossen, unseren Geldkreislauf und damit unsere Zukunft anvertraut haben. Dieses Vertrauen haben sie verspielt. Sie sollten die Schuld auf sich nehmen und alles dazu tun, die Lasten aus dieser Krise mit zu tragen. Das schließt auch erhebliche Kürzungen von Einkommen und Unternehmensanteilen mit ein. Wenn man sich nur vorstellt, wie ein Mensch 50.000.000.000 Dollar Schaden mit betrügerischen Finanzmanipulationen anrichten kann, stellt sich die Frage, wie man ein zuverlässigeres Finanzsystem installieren kann. So wie es bisher konstruiert war, darf es auch nicht ansatzweise weiter gehen.

  • 20.12.2008, 18:20 UhrAnonymer Benutzer: Arne Krueger

    Nein, nein, nein...

    es ist nicht der Kapitalismus. Lasst euch doch nicht von diesem Scheiss blenden. Kapitalismus funktioniert nur, wenn die Regeln eindeutig sind. Sind diese denn so ? Wer bestimmt, zu welchen Konditionen Geld ausgegeben wird ?? Richtig, ein völlig verblödeter Professor...

    Wir brauchen einen Goldstandard und eindeutige Collateral bestimmungen, nicht dieses schwammig Zeug, nach denen man auch einen laufenden Kredit als Collateral nehmen kann...

    Disziplin ist was wir brauchen !

  • 20.12.2008, 19:55 UhrAnonymer Benutzer: JF

    in Seeking Alpha wird gerade ein buch vorgestellt:
    Once in Golconda. A True Drama of Wall Strett 1920 - 1938
    (from boom to bust - and after the peak, ....)
    Wirtschaftsgeschichte, vielleicht was fuer history buffs.
    Suchwort:
    Seeking Alpha .... gleich auf der ersten Seite

  • 21.12.2008, 14:04 UhrAnonymer Benutzer: Herbert

    Politikversagen nur an einem beispiel:
    Wir lernten im Sozialkundeunterricht, dass ein Markt umso besser funktioniert je transparenter er ist. Noch vor wenigen Jahren konnte man sich darauf verlassen, dass wenn man eine Anleihe kauft, der Markt fuer ein angemessenes Preis-Chance-Risiko-Verhaeltnis sorgt.

    Mit dem Auftauchen von zehntausenden verschiedenen Finanzprodukten wurde die Vergleichbarkeit gestoert. Hinzu kam, dass man keine Standardprodukte mehr identifizieren konnte.

    Nicht einmal mit Computern kann man diese Vergleichbarkeit herstellen, wenn man nicht gleichzeitig eine Armada von Anwaelten Mathematikern beschaeftigt, die die Prospekte der Finanzprodukte studieren und in Wahrscheinlichkeiten umsetzen.

    Haette der Staatdurch Kennzeichnungspflicht fuer Transparenz gesorgt, waere vielen dieser Produkte der Erfolg versagt geblieben.

    ich glaube, dass die meisten Poliotiker bis heute noch nicht gemerkt haben, dass der Staat hier ordnungspolitisch gefragt gewesen waere.

  • 21.12.2008, 16:56 UhrAnonymer Benutzer: JF

    Sie haben voellig recht punkto Transparenz. Was sicherlich nicht
    beigetragen hat zur Transparenz, eher dem Gegenteil, war u.a.
    die PR der banken. Die vielen Presseaussendungen, die so brav
    verfielfaeltigt und den Medienkonsumenten zum "Konsum"
    produziert wurden. Da war, nachtraeglich besehen, ein irrer
    gleichsam buerokratischer Aufwand, u.a. ein Papier - Krieg,
    mit dem sich in der Finanzkrise dann heimisch gemacht hat.

    interessant in dem Zusammenhang ein blick auf die PR - branche.
    beipiel:
    www.opensourcepr.de
    empf. beitrag:
    "Sparkurs Total - Was bedeutet die Medienkrise fuer die PR?"
    (ein paar mal klicken, aelterer beitrag)
    Darin wid zwar nicht auf die oben erwaehnte "Leistung" der PR
    im Hinblick auf die Finanzkrise eingegangen, verstaendlicherweise,
    aber wer will kann sich dann davon ausgehend ein gewisses
    bild machen.
    Weiterer Vergleich:
    www.reuters.com (das ist USA)
    - was reuters im Unterschied zu vielen anderen Medien nie machte,
    war die Veroeffentlichung von PR - Mitteilungen. Ebensowenig
    wie subjektive interviews mit bankdirektoren. Dafuer mehr
    rein faktisch. (Von vielen langweilig abgetan.)
    Dieser kleine feine Unterschied wird allerdings auch im drastischer.
    Damit soll reuters zur absoluten Groesse erhoben werden,
    "vergoettert" werden, aber ein paar Sachen machten sie besser,
    konsumentenfreundlicher.
    (Hoffe ich komme nicht wie Oberlehrer rueber, Platz ist knapp.)

  • 22.12.2008, 11:23 UhrAnonymer Benutzer: Dithie

    Zu: Kaptalismus...

    ist Ausbeutung des Menschen durch den Menschen,wenn schon
    diese Regierung unter Frau Merkel + Genossen uns so belügen,
    betrügen,mit unseren Steuern die maroden,korrupten Geschäf-
    temacher(Wirtschaft+banken) s a n i e r t ,dann ist was faul in
    diesem Lande...!
    Es stinkt zum Himmel !!!

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