Bad Bank-Konzept : Bankenverband ruft nach Vater Staat - Seite 2

Bad Bank-Konzept : Bankenverband ruft nach Vater Staat

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Stichtag 30. Juni

Nach den Vorstellungen des Verbands sollen die Banken alle aus ihrer Sicht toxischen Wertpapiere bis zum 30. Juni beim Staat abgeben und so ihre Bilanzen endgültig säubern. Allerdings soll der Mobilisierungsfonds auch einzelne Papiere oder Portfolios ablehnen können. Ein kleiner Teil der Risikopositionen soll in jedem Fall in der jeweiligen Bank verbleiben, damit diese einen Anreiz hat, die Verluste auch weiter zu begrenzen.

Im Gegenzug sollen die Institute für den Buchwert der Papiere variabel verzinsliche Anleihen des Fonds erhalten, die mit dem Euribor verzinst werden - jenem Zinssatz also, zu dem sich die europäischen Banken untereinander Geld leihen. Der Drei-Monats-Euribor steht aktuell knapp über 1,9 Prozent. Die Anleihen wären durch den Soffin gegen Ausfall abgesichert. Bis zu ihren Laufzeitende sind dem Arbeitspapier zufolge voraussichtlich keine zusätzlichen Mittel aus dem Staatshaushalt nötig, allerdings sei zu prüfen, ob der Garantierahmen des Soffin ausreiche.

Am Laufzeitende wird abgerechnet

Sollte am Ende der Laufzeit dieser Anleihen und nach Verrechnung aller Kosten, Verkaufserlöse und Zinseinnahmen ein Fehlbetrag anfallen, kann der Soffin dem Entwurf nach von der betroffenen Bank dafür einen Anteil an den künftigen Gewinnen des Instituts verlangen. Allerdings dürften die Rückzahlungskonditionen die Bank nicht über Gebühr belasten. Ein theoretisch möglicher Gewinn aus der Verwertung der Wertpapiere würde ebenfalls zwischen Staat und Bank geteilt. „Durch eine angemessene Lastenbeteiligung der Banken schützt diese Lösung die Interessen der Steuerzahler und ist so überhaupt erst politisch umsetzbar“, heißt es in dem Arbeitspapier.

Ob einzelne Papiere während der Laufzeit verkauft werden, entscheide der Mobilisierungsfonds. Alle Verkaufserlöse verblieben ebenso im Fonds wie mögliche Zins- und Tilgungszahlungen auf einzelne Papiere. Zugleich erhalte der Soffin für seine Garantieleistung von der Bank eine Provision. Am Ende der Laufzeit kommt es dem Konzept zufolge zu einer Abrechnung zwischen Banken und dem Fonds. Mögliche Zahlungen der Institute dürften diese aber nicht über Gebühr belasten, heißt es in dem Papier. Der Verband plädiert zudem für eine enge Koordination der Maßnahmen auf europäischer Ebene.

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10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 24.02.2009, 18:31 UhrAnonymer Benutzer: vobageschaedigter

    Wer übernimmt von mir die DG-Fonds-Anlagen, die von den Volks-und Raiffeisenbanken im Auftrag der DZ-bank in den 90er-Jahren mit großen Versprechen verkauft wurden und zwischenzeitlich insolvent sind?
    Wohl niemand! Die banken sollten ihren eigenen Schaden auch selbst tragen und die Manager müßten Abbitte tun!

  • 18.02.2009, 14:58 UhrAnonymer Benutzer: Vegetariophage

    ich finde den die bemühungen des bdb lustig: "Ok, wir können denen nicht den ganzen Mist andrehen dann vllt. 2 Drittel/die Hälfte/etc.

    Tatsache ist: Den banken läuft die Zeit davon !
    Allen "Wir sind stark" Verlautbarungen zum Trotz, geht den banken immer mehr Liquidität und EK verloren.

    Der "Vorschlag" des bdb würde im Klartext etwa so lauten:
    Wir sind am Verrecken ! Wir sind technisch bankrott !
    Wir sind die legale Variante von Madoff aber auch unser Schneeballsystem ist gegen die Wand geklatscht.

    Eigentlich gibt es dabei nur ein Problem:
    Die Summen sind so gigantisch, dass selbst die großen/starken Nationalstaaten sie nicht mehr schultern KÖNNEN.
    Wir sind jetzt (fast) ganz am Ende der Leiter angekommen...

  • 18.02.2009, 14:22 UhrAnonymer Benutzer: osoto

    ich wäre dafür, das der branschenverband, anstatt nach noch einer "bad bank" (die gibts schon überall) zu schreien, einfach mal eine "good bank" auf die beine stellt.
    nur um zu sehen ob von denen überhaupt noch jemand weiss wie das geht.
    andernfalls, finde ich, versager sollten versagen dürfen!
    oder bin ich im finanzkindergarten a la: bürger haften für ihre banker?

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