Banken: Berufsaktionäre decken Commerzbank mit Klagen ein

Banken: Berufsaktionäre decken Commerzbank mit Klagen ein

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Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main: Die Commerzbank rechnet mit einem sehr schwierigen Jahr 2009

Hinter den Firmen, die gegen den Staatseinstieg klagen, stecken gerichtsbekannte Berufsaktionäre.

Neuer Ärger für Commerzbank-Chef Martin Blessing: Drei Aktionäre klagen gegen die im Mai beschlossene Kapitalerhöhung, durch die sich der Bund einen 25-Prozent-Anteil sicherte. Die Wärme-Direkt-System GmbH (WDS), die VC Services GmbH und die Edmund Zimmermann GmbH hätten ihre gemeinsame Klage mit „verfassungsrechtlichen Bedenken“ begründet, so ein Sprecher des Landgerichts Frankfurt.

Es ist nicht der erste Prozess gegen Banken-Rettungsaktionen, den die Firmen oder ihre Anteilseigner führen. Laut Wirtschaftsdatenbank Creditreform ist einer der WDS-Eigentümer der Hamburger Anwalt Andreas Dimke, der 2008 schon gegen die Kapitalerhöhung bei der IKB geklagt hatte – und zwar gleich doppelt: als Privatmann und über die CDHL-Vermögensverwaltung, an der er laut Creditreform ebenfalls beteiligt ist. Auch die VC Services mit ihrem Geschäftsführer Walter Lill war da mit an Bord. 

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Gemeinsam mit sieben anderen Rebellen blockierten die Kläger die dringend benötigte Kapitalspritze; die IKB zahlte ihnen später im Rahmen eines Vergleichs jeweils 107.585 Euro „Anwalts- und Gerichtskosten“.

Klagewütige Aktionäre

Kritiker warfen den Klägern vor, ihnen sei es nicht um Aktionärsrechte gegangen, sondern von Anfang an um einen Vergleich – eine typische Strategie sogenannter „räuberischer Aktionäre“.

Die Klagen waren selbst in diesen Kreisen umstritten. Andere eifrige Vertreter der Zunft verzichteten bewusst auf Klagen, weil eine Pleite der IKB unabsehbare Folgen für das Finanzsystem gehabt hätte. Dimke & Co. begründeten den Gang vor Gericht mit Nachteilen für Kleinaktionäre bei der Kapitalspritze. Wenig später klagten Dimke, die VC Services GmbH und die Edmund Zimmermann GmbH zudem gegen die Kapitalerhöhung bei der kriselnden Solarfima Conergy. Auch hier endeten die Prozesse mit einem umstrittenen Vergleich.

Bei der Commerzbank dürfte es schwer werden, einen Vergleich herauszuschlagen. Wegen eines neuen Gesetzes durfte die Kapitalerhöhung bereits kurz nach der turbulenten Hauptversammlung im Mai im Handelsregister eingetragen werden. Das Drohpotenzial der Kläger ist somit deutlich geringer.

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