Banken: Comdirect macht geheime Kundendaten öffentlich

Banken: Comdirect macht geheime Kundendaten öffentlich

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Comdirect-Zentrale in Quickborn

Die Bank hat Steuerbescheinigungen an die falschen Adressen verschickt. Auch die Geschäftszahlen der Bank überzeugen nicht: Comdirect-Chef Mandel senkte die Gewinnprognose für das laufende Jahr.

Kunden der Comdirect Bank haben überraschend Einblick in die finanziellen Verhältnisse anderer Anleger erhalten: In den vergangenen Wochen bekamen sie Jahressteuerbescheinigungen, in denen nicht ihre eigenen Kapitalerträge aufgelistet waren, sondern die anderer Bankkunden. Comdirect-Sprecher Johannes Friedemann räumt ein, dass es „beim Versand der Jahressteuerbescheinigungen aufgrund eines IT-Problems zu Fehlzuordnungen gekommen ist“. Es handle sich um „wenige Einzelfälle“, behauptet er, will aber nicht sagen, wie viele Kunden betroffen sind.

Schadensbegrenzung kaum möglich

„Selbstverständlich haben wir die Jahressteuerbescheinigung zurückgefordert und die Datenschutz-Aufsichtsbehörde informiert“, schrieb Comdirect inzwischen den Anlegern.

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Der Datenfehler ist nicht das erste Ärgernis. So hat es Comdirect nicht geschafft, alle Jahresbescheinigungen bis zum Steuerstichtag am 31. Mai zu verschicken. Viele Kunden mussten ihre Steuererklärung deshalb verspätet beim Finanzamt abgeben.

Geschäftszahlen überzeugen nicht

Die Direktbank-Tochter der Commerzbank kommt beim Gewinn in diesem Jahr nicht so voran wie erhofft. Comdirect-Chef Michael Mandel senkte die Prognose eines dreistelligen Millionengewinns vor Steuern. Wegen der Dauer-Niedrigzinsen in Europa werde es nur zu einer leichten Steigerung auf 80 Millionen Euro reichen, nach 76 Millionen Euro im Vorjahr. Im ersten Halbjahr stagnierte der Vorsteuergewinn des Online-Brokers bei 41,5 Millionen Euro und blieb damit unter den Erwartungen von Analysten. „Große Sprünge im Zinsgeschäft haben wir nicht gesehen, und die Zahl der Transaktionen der vergangenen Jahre kommt nicht wieder“, sagte Mandel.

Während der Zinsüberschuss bis Juni um 23 Prozent einbrach, steigerte Comdirect den Provisionsüberschuss um 18 Prozent. Die Zahl der Orders, von der Comdirect immer noch stark abhängt, stieg um neun Prozent. Die im SDax notierte Aktie der Comdirect rutschte um 3,1 Prozent auf 7,21 Euro. Am Ziel, bis Ende 2013 auf drei Millionen Kunden, 50 Milliarden Euro verwaltetes Vermögen und einen Vorsteuergewinn von 150 bis 170 Millionen Euro zu kommen, hält Mandel aber fest. „Die Strategie greift, wir wachsen kräftig“, betonte er. In der zweiten Jahreshälfte seien Werbeaktionen für fünf bis zehn Millionen Euro geplant, die mehr Girokonten bringen und den Brokern mehr Möglichkeiten bieten sollen, sagte Mandel. Kurzfristiges Ziel sind mehr als 600.000 Girokonten, von Januar bis Juni war ihre Zahl um rund 50.000 auf 583.000 gestiegen.

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