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Banken: Kartell der Derivate-Zocker

von Günter Heismann und geld@wiwo.de

Die EU ermittelt gegen die Elite der Bankenwelt. Die Institute sollen ein Kartell im Billionengeschäft mit Kreditversicherungspapieren gebildet haben. Indizien dafür gibt es zuhauf.

Ein Goldman-Sachs-Schild an Quelle: REUTERS
Ein Goldman-Sachs-Schild an der New Yorker Börse Quelle: REUTERS

Üppige 110 Milliarden Dollar haben Banken weltweit an Griechenland und seine Unternehmen verliehen. Eine gewaltige Zahl, sicher – wenn Griechenland pleiteginge, wäre das für so manche Bankbilanz eine Katastrophe. Was in der Debatte über einen Schuldenschnitt für Griechenland untergeht, ist ein ungleich größeres Problem: Auf Kredite an Griechenland und viele andere Staaten haben Banken weltweit komplizierte Finanzprodukte aufgelegt. Allen voran Kreditausfallversicherungen, sogenannte Credit Default Swaps (CDS). CDS sind eigentlich recht simple Produkte: Wer einen CDS kauft, sichert sich gegen die Pleite des Schuldners ab und zahlt dafür eine Prämie. Tritt der Schadensfall ein, erhält er die vereinbarte Versicherungssumme.

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Milliardeneinbußen

Laut US-Finanzministerium sind weltweit CDS im Wert von 28 Billionen (28.000 Milliarden) Dollar im Umlauf. Wie viel davon auf griechische Anleihen entfallen, ist unbekannt. Fest steht nur: Banken, die CDS auf Griechen-Papiere begeben haben, müssten ebenfalls Milliardeneinbußen verkraften. Bei einer Umschuldung der Griechenland-Kredite, das lassen Politiker immer wieder durchblicken, sollten auf keinen Fall CDS zur Auszahlung fällig werden. Ansonsten drohe eine Kettenreaktion – wie 2008, als nach der Lehman-Pleite der Versicherer AIG, damals weltgrößter Spieler bei CDS, vom Staat mit 180 Milliarden Dollar gerettet werden musste. Seither versuchen Aufsichtsbehörden weltweit, den CDS-Handel an die Kette zu legen. Bisher mit wenig Erfolg. Wie hebeln die Banken die Behörden aus? Und wie funktioniert das Billionengeschäft?

Schutz vor Pleiten

Im Prinzip sind CDS Versicherungen. Der CDS-Verkäufer garantiert dem Versicherten für den Fall, dass ein Schaden eintritt, die Zahlung einer bestimmten Summe. Eine Hausratversicherung etwa funktioniert genauso.

Aber: Eine Hausratversicherung wird nicht sekundenschnell gehandelt, man kann sie auch nicht unter der Hand verschachern oder mit anderen Versicherungen zu einer neuen Police bündeln. Man schließt sie auch nicht ab, wenn es nichts zu versichern gibt – und auf einen fallenden Wert seines Hausrats kann man damit schon gar nicht spekulieren.

10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.06.2011, 22:31 UhrAnonymer Benutzer: mallorcasusi

    Jetzt wissen wir ja wie Jo seine 25 % macht.
    Eine britische Schlaaam pe hat diese Papiere "kreiert" und ihre
    Vorgesetzten davon überzeugt, dass mit diesen richtig abkasiert
    und betrogenwerden kann. Kann man nachlesen, stand mal
    in einem Deutschen Magazin, sehr detailliert und ausführlich.

  • 22.06.2011, 22:27 UhrAnonymer Benutzer: mallorcasusi

    Jetzt wissen alle wie Jo 25 % macht.
    bei diesen Summen ist die ganze Weltgemeinschft pleite.
    Eine britische Schlampe hat diese Papiere im wesentlichen
    erfunden und die bankhäuser von den damit zu machenden
    Geschäften überredet.

  • 13.06.2011, 21:11 UhrAnonymer Benutzer: zockerfein

    der Derivatehandel ohne Sinn gehört generell ganz verboten.
    Der neoliberale Finanzkapitalismus bringt nicht den geringsten Mehrwert für die Realwirtschaft und gehört weltweit massiv reguliert.
    Am besten: banken gehören verstaatlicht.

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