Bankengewinne: Düstere Aussichten für das Investment-Banking

Bankengewinne: Düstere Aussichten für das Investment-Banking

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Prada hat 1,5 Milliarden Euro beim Börsengang eingenommen.

Investment-Banking ist in Deutschland ein lohnendes Geschäft. Die Institute verdienten im ersten Halbjahr 2011 deutlich mehr als noch im Vorjahr. Doch die Aussichten für die Geschäfte werden schlechter.

Seit vier Quartalen in Folge steigen die Gebühren, die die Banken mit den Platzierungen von Aktien und Anleihen sowie aus dem Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) einstreichen. Weltweit sind die Gebühreneinnahmen der Banken dagegen das zweite Quartal in Folge gesunken.

Im ersten Halbjahr verdienten die Investmentbanken mit dem Deutschland-Geschäft 1,6 Milliarden Dollar – 44 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2010 (siehe „Führende Banken“). Das zeigt sich in Daten, die der Informationsdienst Thomson Reuters exklusiv für das Handelsblatt berechnet hat. „Deutschland ist wirtschaftlich stark, und das spiegelt sich auch im Investment-Banking wider“, sagt Leon Saunders Calvert von Thomson Reuters. Trotzdem könne sich auch Deutschland der steigenden Nervosität an den Märkten nicht entziehen.

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Schwierige Börsengänge

Das zeigt sich vor allem bei Börsengängen. Am Mittwoch sagte die Münchener Immobilienfirma Prime Office ihren Börsengang ab. Damit haben seit Jahresanfang 16 europäische Unternehmen ihre Börsenpläne auf Eis gelegt. Laut Bankern ist der Markt derzeit dicht. Die Furcht der Investoren, sich auf neue Unternehmen an den Aktienmärkten einzulassen, ist angesichts der sich zuspitzenden Probleme um Griechenland zu groß. Selbst im erfolgsverwöhnten Hongkong läuft der Börsengang des italienischen Modehauses Prada nur schwierig an. Der Konzern setzte den Ausgabepreis für seine Aktien gestern wegen schwacher Nachfrage mit 39,50 Dollar am unteren Ende der anvisierten Preisspanne fest.

Unsicherheit am Kapitalmarkt

Auch die Aussichten für Kapitalerhöhungen haben sich verschlechtert. Das ist schlecht für die Investmentbanken, die im zweiten Quartal bei Aktienemissionen vor allem an der Mega-Kapitalerhöhung der Commerzbank verdienten. Das Institut hatte im April und Anfang Juni am Markt mehr als acht Milliarden Euro über neue Aktien eingesammelt. In der zweiten Jahreshälfte, so einige Banker hinter vorgehaltener Hand, könnte die Unsicherheit am Kapitalmarkt große Kapitalerhöhungen erheblich erschweren.

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