Bankenkrise: Italien und Spanien im Visier der Märkte

Bankenkrise: Italien und Spanien im Visier der Märkte

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US-Geldmarktfonds sind in Schuldverschreibungen europäischer Banken investiert

von Frank Doll

Die Hälfte des Anlagevermögens amerikanischer Geldmarktfonds steckt in kurzlaufenden Schuldverschreibungen europäischer Banken. Steigen die US-Fonds aus, droht vor allem spanischen und italienischen Banken der Kollaps.

Dass die Griechen pleite sind, weiß inzwischen jeder. Trotzdem dreht sich in der Öffentlichkeit immer noch alles um Griechenland. Der Markt aber ist schon einen Schritt weiter. Er hat Italien und Spanien ins Visier genommen. Die Aktien italienischer Banken brechen regelrecht zusammen und die Rendite der zehnjährigen spanischer Staatsanleihe hat nun endgültig die Marke von 5,5 Prozent überschritten. Seit Ende Ende November 2010 lag an dieser Marke ein Deckel drauf. Immer dann, wenn die Rendite an dieser Schwelle kratzte, trat ein unsichtbarer Käufer in den Markt. Doch diesem Käufer schwinden nun die Kräfte, um den Markt weiter zu manipulieren. Aus charttechnischer Sicht wäre für Spanien-Bonds nun ein Renditeanstieg auf 7,5 Prozent zu erwarten.

Der Sommer wird heiß

Die eigentliche Überraschung könnte die Euro-Schulden-Krise aber via USA bringen. Dort hatten per Ende Mai so genannte Prime Money Market Funds – Geldmarktfonds, die sowohl in Unternehmens-, als auch in Regierungspapiere investieren – die Hälfte ihres Anlagevermögens in kurzlaufenden Schuldverschreibungen europäischer Banken investiert. Das meldet Fitch Rating. Zur Erinnerung: 2008 flossen binnen weniger Tage 400 Milliarden Dollar aus diesen Fonds ab. Damals reichte die Schieflage nur eines US-Geldmarktfonds, um ein Erdbeben auszulösen. Der Reserve Primary Fund hatte Teile seines Vermögens in Papiere von Lehman Brothers investiert.

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1000 Milliarden Dollar

Jetzt aber ist ein ganzer Bereich der US-Finanzindustrie einseitig in Papieren von europäischen Banken investiert, die de facto insolvent sind. Insgesamt sollen sich die Forderungen von US-Geldmarktfonds gegenüber europäischen Banken derzeit auf 1000 Milliarden Dollar belaufen. Sollten die US-Geldmarktfonds ihr Risiko reduzieren wollen oder durch Anteilsrückgaben nervöser Anleger dazu gezwungen werden, würde das aber die Finanzierungskosten gerade spanischer und italienischer Banken exorbitant in die Höhe treiben. Niemand außer der Europäischen Zentralbank (EZB) wäre mehr bereit und in der Lage, in diese Lücke zu springen. Fraglich nur, ob diese Summen von der EZB noch zu stemmen wären.

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