Bankenkrise: Sparkassen-Chef Haasis ist ein Gewinner der Krise

KommentarBankenkrise: Sparkassen-Chef Haasis ist ein Gewinner der Krise

Bild vergrößern

Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), auf der Bilanzpressekonferenz des Verbandes in Frankfurt am Main

von Cornelius Welp

Auch wenn das kommende Jahr für die Sparkassen schwierig wird, profitieren sie von der Krise - vor allem politisch.

Heinrich Haasis ist kein Mann, der zu übertriebenem Selbstlob neigt. Wenn der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Girvoverbandes von einem „sehr erfreulichen Geschäftsjahr“ spricht, dann ist es auch tatsächlich gut gelaufen. Mit einem Jahrsüberschuss von 2,3 Milliarden Euro haben die 431 deutschen Sparkassen 2009 nach Steuern mehr als doppelt so viel verdient wie im Vorjahr. Mit einem Rekordvolumen von Unternehmenskrediten haben sie zudem wesentlich dazu beigetragen, dass es trotz aller Schwierigkeiten bisher keinen flächendeckenden Engpass bei der Finanzierung gegeben hat.

Druck durch Online-Konkurrenz

Das heißt nicht, dass die Sparkassen nun keine Probleme mehr haben. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise suchten viele Privatkunden bei ihnen Zuflucht, weil sie ihr Geld dort weit weg vom Kapitalmarkt und damit sicher glaubten. Der Boom ist vorbei, im vergangenen Jahr gingen die Einlagen leicht zurück. Direktbanken und Lockvogelangebote privater Institute graben ihnen seit Jahren das Wasser ab – Haasis selbst empörte sich ausdrücklich über die Commerzbank. Das kommende Jahr wird für die Sparkassen zudem deutlich schwieriger. Viele ihrer Kunden, die häufig mittelständische Zulieferer sind, haben das Schlimmste noch vor sich, die Zahl der Kreditausfälle wird deutlich steigen. Im ehemaligen Vorzeigeland Baden-Württemberg etwa gelten nach einer Umfrage der Sparkassen selbst mehr als 30 Prozent der Unternehmen als von der Krise schwer getroffen, fast sieben Prozent sind in ihrer Existenz gefährdet. Zusätzlich drohen weitere Belastungen durch den Dauerstreit mit der Brüsseler EU-Kommission und die ungeklärte Zukunft der Landesbanken, bei denen die Sparkassen als Miteigentümer weiter in der Verantwortung stehen.

Anzeige

Widerstand gegen Reformen

Dennoch dürfen sich die Sparkassen als einer der Gewinner der Krise fühlen. Und das vor allem auf politischer Ebene. Die komplette Privatisierung des Sektors, wie sie vor der Finanzkrise vielfach angemahnt wurde, fordert derzeit selbst die FDP allenfalls noch kleinlaut und am Rande. Das konventionelle Geschäftsmodell der Kassen, das als bieder und antiquiert verspottet wurde, hat sich im Großen und Ganzen bestätigt. Und so kann Haasis mit deutlichen Worten von der Politik fordern, dass auch künftig bitte alles so bleiben soll, wie es ist. Also: keine pauschale Bankenabgabe auf die Bilanzsumme, keine Reform der Einlagensicherung, keine zu weit reichenden Änderungen bei der Qualität des Eigenkapitals. Reformen sollen nur die Großbanken treffen, die mit abenteuerlichen Produkten die Krise verursacht haben. Auch wenn die Sparkassen über die Landesbanken hier indirekt selbst kräftig mitgemischt haben, stehen die Chancen nicht schlecht, dass Haasis damit Gehör findet.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%