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Bankenpleiten in den USA : Immer wieder freitags

von Andreas Henry (New York)

Während die großen US-Banken über Wasser gehalten werden, sterben die kleinen Geldhäuser in der Provinz reihenweise. Dann übernimmt die staatliche Einlagensicherung im Husarenstreich die Geschäfte - am liebsten freitags.

Ehemalige Kunden der Quelle: AP
Ehemalige Kunden der Pleite-Bank IndyMac fordern ihr Geld zurück Quelle: AP

Lange Schlangen von verstörten Kunden, die fürchten, ihre Sparguthaben könnten verloren sein – solche Szenen, die sich frühmorgens vor noch verschlossenen Banktüren abspielen, will die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) mit allen Mitteln verhindern. Die staatliche Behörde steht in den USA dafür ein, dass niemand sein Erspartes von heute auf morgen durch eine Bankpleite verliert. Die knapp 5000 Mitarbeiter haben zurzeit alle Hände voll zu tun. Denn während viele der großen Wall-Street-Banken durch massive Staatsbeteiligungen und finanzielle Stützen über Wasser gehalten werden, findet das Bankensterben als Folge der Finanzkrise in der amerikanischen Provinz statt – in Pueblo im Bundesstaat  Colorado, in Spring Grove in Minnesota, in Warren, Michigan. Das waren die ersten Opfer im Oktober.   

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Übernahme durch die FDIC

Freitag nachts ist die beste Zeit für „FDIC-Action“. Wackelkandidaten unter den mehr als 8000 Banken in den USA haben in der Regel bereits Wochen und Monate zuvor von der FDIC strenge Vorgaben bekommen, wie sie zum Beispiel ihre Kapitalbasis stärken oder riskante Kreditgeschäfte zurückfahren müssen. Gelingt ihnen das in der vorgegebenen Zeitspanne nicht, marschiert an einem Freitag nach Geschäftsschluss unauffällig eine Truppe der FDIC meist zeitgleich in allen Filialen der auf der Kippe stehenden Bank ein und übernimmt komplett die Geschäfte. Die Behördenmitarbeiter sind zuvor unter Decknamen in einem Hotel in der Nähe untergeschlüpft und haben die Aktion unter einem Codenamen akribisch vorbereitet. Niemand soll vorzeitig Wind davon bekommen, dass die „Feds“ eine lokale Bank übernehmen.

Am Wochenende führen die FDIC-Spezialisten, darunter Buchprüfer und  Kreditexperten, eine genaue Bestandsaufnahme der Geschäfte der geschlossenen Bank durch. Viele Angestellte der Bank, die sich bereits aufs Wochenende mit der Familie gefreut hatten, sind vom Aufmarsch der FDIC-Truppe total überrascht und geschockt. Von einem Augenblick zum anderen scheinen ihre Arbeitsplätze in akuter Gefahr. Die Bankmanager, die die wahre Lage der Bank kennen, mussten zumindest mit der Möglichkeit rechnen, dass die FDIC-Leute plötzlich Freitags vor der Tür stehen.

Überzeugungsarbeit bei verunsicherten Kunden

Eine der ersten Maßnahmen ist, auf der Webseite der Bank Informationen für die Kunden zu veröffentlichen, mit der Versicherung, dass Sparguthaben nicht in Gefahr sind. Ziel ist es, die Bank am Samstag ganz normal zu öffnen – diesmal aber unter der Regie der US-Regierung. 

Trotzdem sind viele der Kunden verunsichert, fragen, ob sie noch Schecks ausschreiben können, ob der Geldautomat noch Bares raus gibt, ob sie Zugang zu ihrem privaten Banksafe haben. Und manche misstrauen den Versicherungen der FDIC-Leute, sie müssten sich um ihr Erspartes keine Sorgen machen. Der Mann, der mit einer leeren Aktentasche auftaucht und sein gesamtes Geld sofort mitnehmen will, ja, das gebe es auch, sagt ein FDIC-Mitarbeiter. Dann müsse man zusätzliche Überzeugungsarbeit leisten. 

9 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 19.10.2009, 00:22 UhrAnonymer Benutzer: Andreas

    ich habe mein Geld aus USA nach Ungarn gebracht. OTP bank ist das beste!!! www.otpbank.hu und jetzt haben die jungs auch noch ein PayPal konkurenten entwickelt Abaqoos www.abaqoos.com

  • 18.10.2009, 12:02 UhrAnonymer Benutzer: Steigenberger

    Ob es in Deutschland auch zu massenhaften bankschliessungen kommt ist fraglich, u. wenn dann eher durch die Hintertür.
    Hier gibt es doch nur noch 3 grosse Privatbanken, der Rest sind Spezialbanken, genossenschaftliche V-R banken u. staatlich abgesicherte Sparkassen.
    Wenn es im bereich der letztgenannten zu Schwierigkeiten kommt, dann übernehmen andere Verbandsmitgliedsinstitute die "Pleite-bank" geräuschlos.
    Wo aber bankpleiten noch möglich sind, das sind die Zentralinstitute der Genossen u. Sparkassen = die Landesbanken, die DG-bank etc.
    Hier wird jetzt schon mit Milliardenstützungen seitens der Länder versucht marode banken wie die WestLb. künstlich am Leben zu halten, entgegen marktwirtschaftlicher Theorie, dagegen wendet sich auch die EU. wegen wettbewerbsverzerrender Subventionen !

    Wenn man die summen der Hilfen addiert, hat Deutschland genausoviel in die bankenrettung gesteckt wie die USA, nur mit viel weniger Effekt. Die einzige bank die richtig Gewinne macht ist die Deutsche bank ( via Wettgeschäften in London u. NY), das sieht nicht gut aus für den Steuerzahler !

  • 16.10.2009, 20:38 UhrAnonymer Benutzer: pepe

    ...das wird auch bald in DE kommen, so wie letztes jahr mit der Kaupthin in island und neulich auch in den Niederlanden (name der bank fällt mir grad nicht ein). Ausserdem arbeitet brüssel an einem EU entwurf um banken auch grenzüberschreitende, in die insolvenz führen zu können, damit wird landes recht ausser kraft gesetzt, jetzt wird auch langsam klar warum die Rattifizierung des lissabon vertrags so wichtig war.....

    jedem sei empfohlen sein kapital von den banken zu holen, nicht auf einmal damit keine panik ausbricht, aber nach und nach, zinsen bekommt man derzeit sowieso nicht, und bei dem leidzins sind die banke auch nicht auf unser privates angewiesen!

    so sehr ich mir was anderes wünschen würde, aber lange geht das ganze nicht mehr gut, hoffentlich wird der zusammenbruch nicht im krieg enden!

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