Bankenregulierung: Basel III schreckt Großbanken nicht

Bankenregulierung: Basel III schreckt Großbanken nicht

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Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel, Schweiz. Hier haben sich die Top Banker der Welt am Wochenende auf neue Eigenkapitalvorschriften für Banken geeinigt, kurz Basel III

von Cornelius Welp und Annina Reimann

Anleger haben erleichtert auf die neuen Eigenkapitalvorschriften Basel III reagiert und bei Bankaktien zugegriffen. Doch Analysten zweifeln, ob Banken in Zukunft noch genauso viel Geld für Dividenden erwirtschaften können.

Allein die Aktien der Commerzbank stiegen bis zum Mittag um 2,31 Prozent, die Deutsche Bank legte 1,40 Prozent zu. Investoren reagierten erleichtert, weil Regulatoren den Banken mehr Zeit als bislang erwartet für die höhere Eigenkapitalausstattung geben. Binnen sechs Jahren sollen die Banken ihr Geschäft dann mit sieben Prozent „hartem Kernkapital“ - also Aktien und Gewinnrücklagen - unterlegen. Bisher sind es nur zwei Prozent.

Die neuen Regeln sollen im November beim Treffen der 20 größten Industrienationen (G20) in Seoul auf den Tisch kommen und dann ab 2013 umgesetzt werden. Allein daran könnte es hapern. So haben die USA vor einigen Jahren zwar tatkräftig auf die Einführung von Basel II hingewirkt, die Regeln aber kaum in nationales Recht umgesetzt. Ob sie dieses Mal anders handeln, werden erst die kommenden Jahre zeigen. 

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Während die deutschen Bankenverbände vor bis zu 1000 Milliarden weniger vergebenen Krediten warnen, haben die Chefs der drei im Firmenkundengeschäft größten privaten Banken die neuen Regeln einstimmig begrüßt. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann war am Freitagmorgen auf der Pressekonferenz seiner Bank bestens gelaunt: „Alles in allem ist das ein gutes rundes Paket, das wir sehr unterstützen“, betonte Ackermann, der auch Chef des Internationalen Bankenverbandes IIF ist. Die Deutsche Bank werde die Basel-III-Kriterien bereits Ende 2013 erfüllen, sagte der Chef der größten deutschen Bank. Sein Institut brauche über die angekündigte Kapitalerhöhung hinaus kein weiteres Geld vom Aktienmarkt, um die künftigen Auflagen zu erfüllen.

Keine Kreditklemme

Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte sich bereits ähnlich gelassen geäußert: Er fürchtet infolge der verschärften Regulierung für die Branche keine Verknappung des Kreditangebots. „Die meisten internationalen Banken haben eine ausreichende Kapitalausstattung“, sagte der Chef Deutschlands zweitgrößter Bank in Frankfurt. Er sei daher nicht sicher, dass es - wie von Wettbewerbern befürchtet – wegen der höheren erwarteten Eigenkapitalanforderungen zu einer massiven Kreditklemme kommen werde. Mit Theodor Weimer äußerte sich auch der Chef der drittgrößten Bank, der HypoVereinsbank, zuversichtlich: „Ich erwarte wegen Basel III keine Kreditklemme“, sagte er.

Allerdings bedeuteten die strengeren Kapitalregeln für die Aktionäre möglicherweise einen Verzicht auf Gewinnausschüttungen, betonte Analyst Michael Rohr von Silvia Quandt Research. Der Bankensektor werde unter Druck bleiben, da die Institute mit Kapitalerhöhungen die Vorschriften schon heute umsetzen wollten. Ähnlich äußerten sich Analysten von Morgan Stanley: Langfristig werde der anhaltende Paradigmenwechsel einen bedeutenden Einfluss auf die Gewinne haben – und damit auch auf die Ausschüttungen der Aktionäre. Analysten der Citigroup waren hingegen positiv gestimmt: Die angekündigten Regeln seien nicht so drückend wie befürchtet. 

Die neuen Regeln sollen schrittweise eingeführt werden, so dass sich die Banken durch Einbehaltung von Gewinnen und Kapitalerhöhungen darauf vorbereiten können. Bei einem Stresstest im Juli, der eine Kernkapitalquote von sechs Prozent als Maßstab zugrunde gelegt hatte, waren sieben von 91 Banken in Europa durchgefallen.

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