Bankenregulierung: Punkt 5: Regulierung ist machbar, und zwar ganz einfach - Seite 3

Bankenregulierung: Punkt 5: Regulierung ist machbar, und zwar ganz einfach

3
Kräftig zugelangt
Kräftig zugelangt

Ebenso müssten alle indirekt staatlich subventionieren Finanzgiganten aufgespalten werden, jedenfalls dann, wenn sie sowohl im Investmentbanking mit billigem Geld der Notenbanken zocken als auch in der Kreditabteilung Unternehmen und private Bauherren finanzieren. Nur Letztere sollte weiter von den niedrigen Kapitalmarktzinsen profitieren. Die Investmentbanken sollen wetten dürfen, so viel sie wollen; aber sie sollten sich das Geld dafür zu echten Marktpreisen besorgen. Hasardeure in den Banken könnten Staaten dann nicht mehr mit ihrer Systemrelevanz erpressen.

Das jetzige System hat zu viele Interessenkonflikte und Abhängigkeiten an den falschen Stellen geschaffen: Direkte oder indirekte Staatsgarantien haben es den Banken ermöglicht, ihre Bilanzen beliebig zu verlängern, immer größere Risiken anzuhäufen und irre Renditen einzufahren. Um diese zu schaffen, werden nebenbei noch die eigenen Privatkunden – Steuerzahler und Bankenretter – in der Geldanlage bewusst fehlberaten.

Klare Verhältnisse

„Wenn Finanzinstitutionen zu groß sind, um sie scheitern lassen zu können, dann sind sie zu groß und sollten zerschlagen werden“, sagt Nouriel Roubini, Professor an der New York University. Eine Zerschlagung würde klare Verhältnisse schaffen: Im klassischen Kreditgeschäft müssten die Ex-Giganten konkurrieren mit Sparkassen und Genossenschaftsbanken; in der Vermögensverwaltung und im Investmentbanking träfen sie auf Ihresgleichen, auf Leute, die nicht im Büro nebenan einen darbenden Mittelständler sitzen haben: Hedgefonds, Private Equity und unabhängige Vermögensverwalter.

„Es gibt auf den Finanzmärkten breite rechtliche Bereiche, die wir offensichtlich nicht mehr regeln können“, sagt der Darmstädter Bankenprofessor Schneider. Banker aber, die glaubten, damit durchzukommen, unterlägen einem gefährlichen Trugschluss: „Die Gesellschaft schlägt irgendwann zurück.“

Das könnte schneller passieren, als viele Banker denken.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.03.2010, 12:24 UhrAnonymer Benutzer: klar könnte das schnell gehen

    Der Staat könnte in einer nacht und Nebelaktion mit der bundeswehr vor die bankpaläste fahren und dort ein paar Granaten reinfeuern.
    Natürlich nur dann, wenn grade ein großes bankertreffen dort stattfindet. Das schöne ist, daß es immer die richtigen trifft.

    Die bürger könnten genauso wie zur Frrz. Revolution eines Tages die bankpaläste stürmen.

    Fakt ist: Die banken sind das ÜbEL, denen muß an die Kandarae gefahren werden. Die POlitik und der Staat hat seine Macht verloren. Wir brauchen scharfe bankenreglelungen im Gesetz, was eine bank und ein Manager darf und was nicht.

    banken MÜSSEN zerschlagen werden, der Staat muß alle Großbanken besetzen !

  • 04.03.2010, 18:56 UhrAnonymer Benutzer: c-nes

    Unsere Politiker schaffen es ja noch nicht einmal die bahn zu zerschlagen. Stattdessen wird kräftig subventioniert. bahnmitarbeiter bekommen also die gleichen Subventionen die jetzt auch die banken bekommen. Verlieren werden die, die keine Subventionen bekommen. Die bauern zählen nicht dazu, Energiemultis auch nicht und seit Kurzen auch Hotels nicht mehr. Schön, daß unsere Politiker überall mitreden wollen, obwohl sie keine Ahnung haben. Natürlich wird das Volk eines Tages diese Politiker für ihr Verhalten abstrafen, aber was kümmert die das? Schließlich hat man ja die dicken Staatspensionen in der Tasche, die kann einem keiner mehr nehmen.

    Wer genauer hinsieht stellt fest, daß das Volk die Verantwortlichen bereits bestraft hat. bei der letzten bundestagswahl mussten 76 SPD bundestagsabgeordnete ihren Hut nehmen. Da konnte ich mir das Lachen nicht mehr verkneifen! Nimmt man mal einen blick auf die Gegenwart, stellt man fest, daß die SPD daraus nichts gelernt hat. ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß der CDU bei der nächsten Wahl das gleiche Schicksal widerfährt.

  • 04.03.2010, 17:26 UhrAnonymer Benutzer: FoCS

    Die an die jeweiligen Risiken angepassten Eigenkapitalquoten sind das einzig Sinnvolle, weil einfach und wirksam. Dazu gehört natürlich dann auch die Grösse einer bank, d.h., je grösser die bilanzsumme, desto mehr steigt die Mindesteigenkapitalquote, war schon ein Vorschlag von Norbert Walter. bei sinnvoller Gestaltung würde damit auch dem ständigen Konzentrationsprozess ein Widerstand geboten. Wie sagte ein US-banker im TV: We don't need more regulations, we need smarter reglations. Aber macht das mal einem Politiker klar.

Alle Kommentare lesen

Blogs

Kurze Erholung läuft
Kurze Erholung läuft

Bei 6200 gelingt dem Dax eine Stabilisierung. Sie kann die Notierungen bis in den Juni hinein steigen lassen. ...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.