Bankenregulierung: Punkt 5: Regulierung ist machbar, und zwar ganz einfach

Bankenregulierung: Punkt 5: Regulierung ist machbar, und zwar ganz einfach

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Bank Spot 5

von Hauke Reimer

Drei Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise wächst der Zorn über die mit Steuergeldern geretteten Banken. Sie bereichern sich, statt Kredite zu ‧geben; sie umgehen Gesetze und verhindern Reformen. Es ist höchste Zeit, die Bank-Risiken zu entschärfen. Was jetzt passieren muss.

Eine internationale Regelung verwässert Reformen, da sie immer nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner setzt. Nationale Lösungen seien das einzig Wahre, sagt der Harvard-Ökonom Dani Rodrik. Deshalb seien die Banken auf eine internationale Regelung so scharf. Wer es ernst meint mit der Regulierung, so der US-Ökonom, müsse auf passgenaue nationale Regelungen setzen. Für Banker sei das kostspielig. Aber der Rest der Welt leide unter zu viel Finanzglobalisierung, nicht unter zu wenig. „Etwas Fragmentierung ist ein Preis, den es sich für strengere Regeln zu zahlen lohnt“, meint Rodrik.

„Zur Not müssen wir Regelungen im nationalen Alleingang beschließen, die dann zumindest Maßstab für Europa werden könnten“, sagt auch CSU-Mann Friedrich. Noch vor der Sommerpause solle Berlin die Möglichkeit der Aufspaltung von Banken im Kreditwesengesetz festschreiben: „Je weiter weg wir vom frischen Eindruck der Krise sind, desto schwerer wird es, diese Änderungen durchzusetzen.“ Welche Chancen internationale Regeln haben, zeigt das Bemühen um Bilanzregeln. Binnen drei Jahrzehnten ist es nicht gelungen, Standards zu kreieren, die für Deutschland, die USA und Großbritannien gleichsam gelten.

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Mehr Eigenkapital

Viel einfacher als überbordende Regulierung, die mangels Fachkräften, Sachverstand und politischem Willen in der Vergangenheit ohnehin keinen Schutz geboten hat, wäre es, die Kapitalquoten für riskante Geschäfte deutlich zu erhöhen. Nicht sofort – aber mit einem verbindlichen Fahrplan: Bis 2020 sollten Banken verpflichtet werden, für ihre riskanten Kapitalmarktgeschäfte deutlich mehr Eigenkapital vorzuhalten. Dabei hätte jeder Bankvorstand Alternativen: Entweder er fährt seine Risikogeschäfte zurück, etwa den Handel mit Kreditderivaten, oder er baut mehr Eigenkapital auf.

Eigenkapitalrenditen von 25 Prozent, wie von Ackermann schon wieder angestrebt, gehörten dann zwar der Vergangenheit an. Die Finanzmärkte wären aber auf einen Schlag stabiler. Nebeneffekt: Die an die Einnahmen aus riskanten Geschäften gekoppelten Boni würden sinken; eine Besteuerungsdiskussion der Boni wäre obsolet. Eine Steigerung des Eigenkapitals wäre kein großes Problem: Goldman Sachs etwa hat 2009 rund 13,4 Milliarden Dollar Gewinn erzielt und hatte ursprünglich 16,2 Milliarden Dollar für Boni auf die Seite gelegt. Zusammengerechnet könnte die Investmentbank ihr Eigenkapital per Ende 2008 um knapp 50 Prozent anheben.

Derivate Eindämmen

Der Unsinn hat Methode. Griechische Banken sollen Versicherungen gegen die Pleite ihres Heimatlandes verkaufen. Wer möchte, kann mit Papieren auf eine Pleite der Bundesrepublik Deutschland zocken. Fragt sich nur, ob griechische Geldhäuser die Gewinne aus den von ihnen ausgebenen Papieren bei einer tatsächlichen Pleite Athens würden auszahlen können; ob irgendeine Bank der Welt noch ihre Türen geöffnet hätte, wenn Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble Insolvenz anmeldet? Selbstverständlich nicht.

Wer möchte, dem legen Banken sogar Derivate auf einen Schuldenausfall eines Unternehmens ins Depot, das gar keine Schulden hat. Willkommen in Absurdistan. Am Ende zerlegen die Banken noch einzelne Papiere und bündeln sie zu neuen Portfolios. Wer nicht aufpasst, wettet plötzlich gleichzeitig mit einem einzigen Papier darauf, dass Immobilienschuldner aus Hongkong, brasilianische Kreditkartenkunden und deutsche Käufer eines Volkswagens nicht pleitegehen. Natürlich kann man sich auch darauf wieder absichern. Mit einem Derivat auf die zuvor zerhackten und dann neu zusammengeschnürten Derivate.

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