Bankenverbands-Präsident Schmitz: "Exorzismus hilft nicht" - Seite 3

Bankenverbands-Präsident Schmitz: "Exorzismus hilft nicht"

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Hat die Krise noch andere Probleme offenbart, die angegangen werden müssen?

Wir brauchen eine Reform der Einlagensicherung. Das gilt für sämtliche drei Säulen des deutschen Bankenmarktes.

Auf Drängen der Europäischen Union müssen sich jetzt in Großbritannien mehrere Banken aufspalten. Ist das ein richtiger Schritt?

Zumindest kann es die EU unter Berufung auf große staatliche Beihilfen nicht von den deutschen Landesbanken verlangen und andere verschonen. Aber eine Gegenfrage: Wann ist ein Institut denn zu groß? Das hängt doch nicht von der Bilanzsumme, sondern vom Risikoprofil ab. So kann eine Sparkasse durchaus gefährdet sein, schlicht weil sie in einer Region voller Autozulieferer sitzt. Oder es wird diskutiert, dass Investmentbanking abzukoppeln – doch es sind auch schon Banken pleitegegangen, die gar keines hatten. Den europäischen Banken hat die EU mit ihren Auflagen womöglich keinen Gefallen getan. Im internationalen Wettbewerb passiert genau das Gegenteil.

Hat die deutsche zweigliedrige Bankenaufsicht durch die BaFin und die Bundesbank in der Krise funktioniert?

Sie hat in der Krise gewonnen, finde ich.

Spricht das für oder gegen die geplante Zusammenlegung der beiden unter dem Dach der Bundesbank?

Das reine Zusammenlegen ist nicht die Lösung, auch wenn es für die Banken manches organisatorisch erleichtern würde. Entscheidend sind qualitative Verbesserungen. So müsste die Aufsicht in der Lage sein, die vorhandenen guten Mitarbeiter so zu bezahlen, dass sie auch bleiben.

Statt wie bislang von den reichen Banken abgeworben zu werden, oder?

Stimmt. Aber kann man den Wettbewerb um die Besten schelten?

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3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.11.2009, 10:17 UhrAnonymer Benutzer: Tralala

    in einem Markt auf Selbstregulierung zu pochen, der sich an keinerlei moralische oder gesetzliche beschränkungen halt, ist geradezu unverschämt.

  • 10.11.2009, 01:45 UhrAnonymer Benutzer: Siggi40

    Wichtig wäre es vor allem, den Verbriefungsmarkt wiederzubeleben. bei aller berechtigten Diskussion um die Exzesse, die es hier sicher gegeben hat, darf man nicht vergessen, dass Verbriefungen nachhaltig zu Entlastung der bankbilanzen beitragen können.

    Deutschlands banken sitzen immer noch auf ca. 650 Mia. Euro Giftmüll. Und nur ca. 2% davon wurden bisher abgeschrieben.

    Gemäß einer Mitteilung der Europäischen Kommission sitzen Europas banken auf ca. 20 billionen wertloser Vermögensanlagen (Derivate). Die Derivateblase beträgt weltweit 800 billionen Dollar, außerbilanziell mindestens nochmals die selbe Summe.

    Exorzismus hilft da nicht. Sondern eine Neuordnung des Finanzsystems mit der Nichtigkeitserklärung sämtlicher Derivatgeschäfte. Dies wäre schon mal ein Anfang, damit es weltweit wieder aufwärts geht - nicht mit den Spekulationsgewinnen, sondern mit den Arbeitsplätzen.

  • 07.11.2009, 13:11 UhrAnonymer Benutzer: Marktzyniker

    "Der Staat könnte dies – wenn nötig – durch Garantien unterstützen."
    Ja, genau, richtig so: Der Steuerzahler soll im Zweifel für Schrottpapiere bürgen, damit "Qualität" entsteht.
    Welche unverschämten Forderungen kommen nächste Woche ?

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