Bilanzcheck: Auf Dax-Unternehmen rollt Schuldenlawine zu

Bilanzcheck: Auf Dax-Unternehmen rollt Schuldenlawine zu

von Christof Schürmann

Auf die 30 Unternehmen des Deutsche Aktienindex (Dax) rollt eine Schuldenlawine zu. Leasingschulden von insgesamt 76,3 Milliarden Euro müssen in die Bilanzen. Post und Metro sind am stärksten betroffen.

Laut einer Studie der Stuttgarter Beratungsgesellschaft FAS AG werden sich 2011 neue Schulden in Höhe von 76,3 Milliarden Euro in den Bilanzen niederschlagen. Grund ist eine Änderung des Bilanzstandards IFRS, die im zweiten Quartal 2011 in Kraft treten soll. Demnach müssen die Dax-Unternehmen künftig alle Leasingsschulden auf ihre Bilanz nehmen. Nach bisheriger Regelung durften sie einen Großteil der Schulden aus Leasinggeschäften außerbilanziell führen. Am stärksten betroffen sind die Deutsche Post, wo die Nettofinanzschulden um 160 Prozent oder 7,3 Milliarden Euro steigen werden, die Deutsche Telekom (52 Prozent/22,7 Milliarden Euro) und Metro (136 Prozent/9,7 Milliarden Euro.

Eine weitere, von der Universität St. Gallen exklusiv für die WirtschaftsWoche angefertigte Studie zeigt, dass die 30 Unternehmen aus dem Dax Übernahmeprämien auf erworbene Töchter kaum noch abschreiben. Der bilanzierte Wert dieser sogenannten Firmenwerte, im Fachjargon Goodwill, türmt sich inzwischen auf 180,6 Milliarden Euro auf – 30 Milliarden mehr als noch vor zwei Jahren. Trotz Wirtschaftskrise haben der Studie zufolge die 30 Dax-Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Bilanzbewertungen auf erworbene Töchter kaum noch korrigiert und in den Jahren 2005 bis 2009 durchschnittlich nur noch 1,5 Prozent pro Jahr darauf abgeschrieben. In den Jahren 2000 bis 2004 seien dagegen im Schnitt noch 11,7 Prozent an Goodwill pro Jahr abgewert worden.

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Diese Goodwill-Abwertungen mindern die Gewinne und das Eigenkapital der Unternehmen. „Die Unternehmen gaukeln der Börse ein Vermögen vor, das schwerlich zu rechtfertigen ist“, sagt Peter Leibfried, Professor für Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung an der Universität St. Gallen. Bei RWE, Fresenius, Fresenius Medical Care und der Deutschen Post übersteigen die abwertungsgefährdeten Firmenwerte sogar das Eigenkapital.

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