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Bildung: Keine Gleichmacherei

von Martin Gerth

In einer alternden und zahlenmäßig schrumpfenden Gesellschaft ist eine bessere Ausbildung der Kinder, die einzige Chance, den Wohlstand auf Dauer zu erhalten.

Grundschule im Quelle: dpa
Grundschule im brandenburgischen Görzig bei Beeskow (Oder-Spree) Quelle: dpa

Wie die Pisa-Studien und der OECD-Wirtschaftsbericht zeigten, sind die Voraussetzungen dafür alles andere als optimal.

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Zwar hat sich seit dem ersten Pisa-Schock 2001 an vielen staatlichen Schulen beispielsweise mit mehr Ganztagsbetreuung etwas getan, aber es bleibt dennoch viel zu tun. Vielen Eltern gehen die Reformen zu langsam und sie schicken ihre Kinder lieber gleich auf eine Privatschule – sofern sie es sich leisten können. 

Während die Privatschule in den Niederlanden zum Alltag gehört, polarisiert sie in Deutschland. Viele Bundesbürger verbinden mit der Privatschule immer noch den Begriff Elite. Dies trifft nach wie vor auf einige teure Internate und Ganztagsschulen zu. Allerdings hat das Gros der nicht staatlichen Schulen, vor allem in der Regie der christlichen Kirchen, mit den englischen Eliteschulen wie Eton wenig gemein. Nicht die Höhe des Elternbeitrags ist hier das Hindernis, als vielmehr die hohe Zahl der Bewerber.

Gleichzeitig entstehen neue Privatschulen, einige werden gemeinnützig von Elternvereinen betrieben, andere wieder rum profitorientiert von Aktiengesellschaften. Von der Privatschule schlechthin zu sprechen, wäre also falsch. Dass dies so ist, ist ein gutes Zeichen. So bleiben Eltern und Schülern mehr Wahlmöglichkeiten. Mehr Eigenständigkeit und Flexibilität wäre auch den staatlichen Schulen zu wünschen.    

Wenn sich der Staat finanziell völlig aus bezahlbaren Privatschulen zurück ziehen würde, wäre es mit dem Wettbewerb im Bildungssystem vorbei. Der Druck auf staatliche Schulen, sich zu reformieren, würde nachlassen, weil Privatschulen nur noch einer kleinen privilegierten Minderheit offen stünden.  Das wäre sicher nicht im Sinne der Schüler.

Allerdings dürfen sich Länder und Kommunen bei der Finanzierung privater Bildungsstätten nicht von Interessengruppen vor den Karren spannen lassen. Wenn sich niemand beklagt, dann zahlt der Staat garantiert zu hohe Subventionen.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 30.04.2008, 17:14 UhrAnonymer Benutzer: Anton Eibeck

    Privatschulen sind, genau betrachtet, in Deutschland öffentliche Schulen in freier Trägerschaft. Sie werden vom Staat genehmigt und anerkannt und unterliegen der staatlichen Aufsicht. Sie erfüllen öffentliche Aufgaben. Sie sollten allen Kindern zugänglich sein (z. b. über soziale Staffelungen des Schulgeldes) und bieten oft pädagogisch alternative Ansätze. insofern tragen sie zum Pluralismus in Deutschlands bildungslandschaft bei.
    Die in ihrer Überschrift - Keine Gleichmacherei - aufgemachte Forderung bezieht sich daher zurecht auf Konzepte und Kinder (jedes ist eine eigenständige Persönlichkeit und verdient als solche behandelt zu werden, was in staatlich verordneten Lehrplänen leider oft vernachlässigt wird), andereseits ist gerade Gleichmacherei, nämlich in der Finanzierung durch den Staat, dringend geboten.
    Gleiche Finanzierung bietet gleiche Chancen für einen fairen Wettbewerb und: Schulen in freier Trägerschaft verlören endlich den Ruf, Privatschulen zu sein.

  • 29.04.2008, 17:23 UhrAnonymer Benutzer: Manuel Wunder

    Mehr Flexibilität an den Privatschulen wäre dringend nötig. Die Erweiterung des Angebots für junge Erwachsene, die das Abitur absolvieren möchten - um die unzeitgemäße Hürde einer 3-jährigen berufsausbildung als Voraussetzung zur Zulassung zu einer Abendchule des Hessenkollegs zu umgehen. Dem verantwortungslosen Handeln des Staates muß ein Riegel vorgeschoben werden. Für manchen bedeutet es Aus zum Abitur, oder es ist eine überflüssige Zeitverplemperung - dabei wird die Forderung nach mehr Absolventen immer lauter.

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