Börse: Angst um USA und Euro

Börse: Angst um USA und Euro

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Eine Börsenhändlerin in der Börse in Frankfurt im Gespraech mit einem Kollegen: Es geht turbulent zu

von Niklas Hoyer

Kaum ist die Zahlungsunfähigkeit der USA abgewendet, steigt die Sorge um die US-Konjunktur. Auch Italien und Spanien rücken wieder in den Fokus der Börsen.

Die Erleichterung an den Börsen über die beschlossene Anhebung des US-Schuldenlimits und die abgewendete Staatspleite am vergangenen Wochenende währte nur kurz: Nach anfänglichen Kursgewinnen am Montag sackten die Aktienkurse weltweit auf breiter Front ab. Am Mittwoch fiel der Dax bereits unter die Marke von 6600 Punkten und lag damit auf dem Niveau vom März, als Erdbeben und Atomkatastrophe in Japan die Kurse in die Tiefe gerissen hatten. Am Donnerstag und Freitag beschleunigte sich der Ausverkauf: Aktuell notiert der Dax bei 6260 Punkten (Stand 11 Uhr, 5. August 2011). Das Ende der Panik-Talfahrt ist derzeit nicht in Sicht.

Die von der WirtschaftsWoche vorgestellten Absicherungsinstrumente lieferten daher schon hohe Gewinne. So stieg etwa ein hochspekulatives Dax-Short-Zertifikat der Deutschen Bank in wenigen Tagen um 71 Prozent auf 11,35 Euro (DE000DE5YR31). Nach den drastischen Kursverlusten sollten Anleger mit dem Kauf solcher Absicherungsinstrumente aber vorsichtig sein: Die Chance auf eine zumindest zwischenzeitliche Gegenbewegung sind nun deutlich gestiegen.

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Schwache Indikatoren

In den vergangenen Tagen wirkten vor allem zwei Faktoren belastend: Die Angst vor einem Abrutschen der US-Wirtschaft in eine erneute Rezession und die Sorge vor einer Eskalation der Staatsschuldenkrise in Europa.

In den USA deuteten einige Konjunkturindikatoren ein nachlassendes Wirtschaftswachstum an. So wurden am Dienstag Daten vorgelegt, nach denen der private Konsum im Juni um 0,2 Prozent gefallen ist. Die US-Wirtschaft hängt besonders stark vom Konsum der Bürger ab. Dies war der erste Rückgang des privaten Konsums seit 20 Monaten. Analysten hatten im Vorfeld mit einem leichten Anstieg gerechnet. Am Mittwoch kamen enttäuschende Daten für den Dienstleistungssektor hinzu. Der ISM-Index, der die Stimmung der US-Einkaufsmanager für Dienstleistungen misst, sank im Juli auf 52,7 Punkte – nach 53,3 Punkten im Vormonat. Damit lag der Stimmungsindex auf dem niedrigsten Niveau seit Februar 2010.

Immer wieder Schuldenkrise

Die europäische Schuldenkrise spitzte sich indes weiter zu. Mit Italien und Spanien rückten deutlich größere Länder in den Fokus der Anleger. Eine Staatspleite dieser Länder könnte kaum noch über Rettungspakete aufgefangen werden. Die Renditen ihrer Staatsanleihen stiegen auf Rekordniveaus. Am Donnerstagvormittag lagen die Renditen zehnjähriger italienischer Staatsanleihen bei 6,0 Prozent, spanische Anleihen notierten zu Renditen von 6,1 Prozent. Dem portugiesischen Staat wollten Investoren gar nur zu 11,3 Prozent Geld leihen. Der Abstand zu den als vergleichsweise sicher eingestuften deutschen Staatsanleihen stieg damit ebenfalls auf Rekordniveaus: 10-jährige Bundesanleihen notierten zu 2,4 Prozent Rendite.

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