Börse: K+S ersetzt TUI im Dax: Kursrutsch zur Begrüßung

KommentarBörse: K+S ersetzt TUI im Dax: Kursrutsch zur Begrüßung

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Salzmine in Hattorf-Wintershall, in der Kali abgebaut wird

Wer zu Anfang des Monats auf die lang erwartete Aufnahme der Düngemittel-Aktie K+S in den deutschen Leitindex gesetzt hat, steht jetzt schlecht da: Der Kurs ist innerhalb von drei Tagen um 13 Prozent eingebrochen. Auch die Bekanntgabe des Dax-Aufstiegs von K+S durch die Deutsche Börse Mittwochabend wird keinen Kurssprung auslösen.

Denn die Index-Spekulanten haben eines verkannt: Der Aufstieg von K+S war seit langem sehr wahrscheinlich, so hoch sind Börsenwert und Handelsumsatz. Außerdem stand der Reisekonzern TUI als Absteiger fest. Dafür sorgte zuletzt auch ein Sonderfaktor: Weil Konzernchef Michael Frenzel Übernahmen fürchtete, warb er Großaktionäre für seinen Konzern – was den Börsenwert der handelbaren Aktien stark senkte.

Doch der Hauptgrund für den Abstieg von TUI aus der ersten Börsenliga ist, dass Frenzel seit 1998 das Vermögen der Aktionäre kaum gemehrt hat. Damals wandelte er den TUI-Vorläufer Preussag AG in ein Dienstleistungs- und Touristikunternehmen um, unter anderem durch den Verkauf des Stahlkonzerns Salzgitter. Das blamable Ergebnis: In zehn Jahren schaffte TUI gerade einmal 47 Prozent Kursplus, Salzgitter brachte dagegen 1290 Prozent und schrammte diesmal nur knapp an der Dax-Aufnahme vorbei. Wenn Frenzel sich bei Salzgitter gleich mitverkauft hätte und dort Chef geworden wäre, hätte er an seinen Mitarbeiteraktien wohl deutlich mehr Freude gehabt. Besser noch hätte Frenzel statt der Reederei Hapag-Lloyd lieber den Düngemittel-Überflieger K+S kaufen sollen: Seit 1998 schaffte der 3000 Prozent Kursgewinn.

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Spekulanten zahlten bei Umstellung drauf

Salzgitter könnte schon bald an TUI vorbei in den Dax einziehen, auch der Solarwert Q-Cells drängt nach oben. Doch für Spekulanten wird sich die nächste Dax-Umstellung nur lohnen, wenn sie überraschender kommt als die aktuelle.

Zwar ist der Grundgedanke hinter der Index-Spekulation einleuchtend. Wenn eine Aktie aufsteigt, müssen die vielen Fonds, die mechanisch den Index abbilden, den Neuling kaufen – meist dann, wenn die Indexumstellung wirksam wird, wie nun beim Dax am 22. September. An diesem Tag werden nach Schätzungen rund sieben Mal so viele K+S-Aktien an der Börse gehandelt wie an normalen Tagen, weil die Index-Fonds (ETFs) kaufen müssen.

Doch um damit Geld zu verdienen, muss ein Anleger einschätzen können, wie viele Investoren im Einzelfall auf diesen wohl bekannten Effekt setzen. Je wahrscheinlicher ein Dax-Aufstieg, desto zahlreicher die Spekulanten. Auch Erfolge bei den unmittelbar vorangehenden Index-Umstellungen locken Nachahmer. Sogar ein langes Wochenende in den USA kann dazu führen, dass weniger Investoren für eine Umstellung positioniert sind als sonst. Wer kein Gespür für diese Dinge hat, sollte die Index-Zockerei lieber den Hedge-Fonds und Profihändlern der Banken überlassen. Wer für vermeintlich todsichere Kaufideen anfällig ist, kann sich ja den Kursverlauf der K+S-Aktie seit Monatsbeginn ausdrucken und als Warnung über den Schreibtisch hängen.

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