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Börse: Manager greifen bei Aktien kräftig zu

von Ulrich Hanke

Insider kaufen Aktien wie noch nie. Wie spekulative Anleger mit ihnen von der Erholung an den Börsen profitieren können, wo die Risiken dieser Strategie liegen.

Ekkehard Schulz, Quelle: dpa
Ekkehard Schulz, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG: Aktien des eigenen Unternehmens geordert Quelle: dpa

ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz und sein Stellvertreter Ulrich Middelmann sind entweder sehr clever oder unheimlich mutig. Während an der Börse derzeit heftige Kursausschläge Normalität sind, jeder seine Aktien loswerden will und die blanke Panik herrscht, kauft das Führungsduo des Stahlherstellers fleißig eigene Wertpapiere – zu historischen Niedrigpreisen. Schulz investierte seit Jahresanfang rund 900.000 Euro seines Privatvermögens in ThyssenKrupp-Aktien, Middelmann gut 600.000 Euro.

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Die beiden sind in den vergangenen Wochen und Monaten nicht die einzigen Manager gewesen, die legale Insidergeschäfte tätigten. Das lässt sich aus Daten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ablesen, an die Unternehmen Aktienkäufe und -verkäufe von Vorständen, Aufsichtsräten und deren Angehörigen melden müssen. „Im Oktober standen 4994 Käufen von Aktien für 1,06 Milliarden Euro nur 438 Verkäufe im Wert von 478 Millionen Euro gegenüber“, berichtet Geschäftsführer Patrick Hable, dessen Unternehmen 2iQ die Daten der Finanzaufsicht BaFin aus Deutschland und Transaktionen aus 14 weiteren europäischen Ländern auswertet.

Im November verkauften Insider in Europa nach den bisherigen Daten Aktien für 154 Millionen Euro, kauften aber Papiere im Wert von 929 Millionen Euro – sechs- mal so viel Käufe wie Verkäufe. Das vom Aachener Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) berechnete Insiderbarometer steht auf dem Rekordniveau von 209 Punkten – 80 Prozent höher als im Juli 2007, als der Dax über 8100 Punkte kletterte.

Private Anleger können sich Daten über Insiderkäufe zunutze machen. Denn Insider haben gegenüber dem normalen Anleger einen Wissensvorsprung. Keiner kennt ein Unternehmen besser als das eigene Top-Management. Wer ihm folgt, kann Gewinne erzielen. So sieht das auch Georg Groß, Head of Market Data and Analytics der Deutschen Börse, die seit September Insiderdaten von 2iQ bezieht: „Die Strategie ist durchaus erfolgreich, das haben zahlreiche Studien bewiesen.“ Deshalb biete die Deutsche Börse die Daten, die bis Ende des Jahres kostenlos einsehbar sind, nun ihren Kunden an. Kostenlos gibt es die Daten – allerdings nur für deutsche Wertpapiere – ebenfalls auf Web-Seiten wie insiderdaten.de oder bafin.de.

Sehr wenige Insiderverkäufe deuteten darauf hin, dass „es nicht mehr weiter runter geht“ an der Börse, betont Hable. Ein noch besserer Maßstab ist die derzeit hohe Anzahl an Käufen: Denn ein Insider kauft nur Aktien, wenn er glaubt, dass die Kurse steigen. Verkauft wird dagegen aus verschiedenen Gründen, etwa weil ein Vorstand das Risiko seiner Anlagen besser streuen will oder weil er schlicht Geld braucht – für die neue Villa, die Yacht oder das Studium der Kinder.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 27.10.2009, 22:44 UhrAnonymer Benutzer: Michael

    ihre Auswahl nach diesem Ansatz hat bis heute um 40 Prozent zugelegt, der DAX nur um 20 Prozent. Danke dafür, ich habe investiert.

  • 11.12.2008, 23:13 UhrAnonymer Benutzer: Newfreak

    banker greifen bei Provision kräftig zu! Nichts dagegen, dass Manager ihre Aktien kaufen. Dagegen bin ich den ohnehin geprellten Fondsanleger abzukassieren. Daher sollte man seine Fondsanlage über einen Fondsshop im internet abwickeln. Vorteil: 100% Fondsdiscount. Die Seite fondsshop-vergleich.de informiert und führt alle Fondsvermittler auf. Auf Platz 1 ist profinance-direkt.de

  • 04.12.2008, 09:48 UhrAnonymer Benutzer: zockerfein

    insiderkäufe und -verkäufe müssen angemeldet werden, als ob das
    die Wettbewerbsneutralität fördern würde.
    Das Vergütuingssystem von Managern muss völlig überarbeitet werden.
    Es kann doch nicht sein, dass ein Manager die spezifischen Kenntnisse seiner Firma zu seinem eigenen Vorteil nutzen darf.
    insider haben keinerlei Geschäfte mit den Aktien der Firma, die sie leiten, zu machen.
    Skandal pur!

    Genauso banken.
    Der ganze Schlamassel ist doch durch die banken und unfähige und korrupte Politiker entstanden.

    Wer die insideraktivitäten sieht, kann doch hochrechnen, wer die Richtlinien der Politik bestimmt.
    Wenn ihr nicht so spurt, wie wir wollen, dann schmeißen wir euch die Leute auf die Straße.
    Gewinne einsacken, Verluste sozialisieren.

    Was spricht gegen die Verstaatlichung unter solchen Voraussetzungen? Es ist doch Jacke wie Hose, ob ich vorher oder nachher die Steuergelder verbrate.
    Wenigstens wird der Verlust dann auf alle verteilt und die Gewinne nicht nur auf einige wenige, die ihr Geld längst in Sicherheit gebracht haben.
    Ein Zumwinkel, der größte Verfechter der "freien" Marktwirtschaft hat es doch bewiesen, was er darunter versteht.

    Ein Roland berger, der "Top-berater", schreibt doch in seinen "Memoiren": Das Wichtigste sind Kontakte=beziehungen.

    Er hat es eindrucksvoll bewiesen.

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