Börse: Porsches Aktienverkauf lässt Volkswagen einbrechen

Börse: Porsches Aktienverkauf lässt Volkswagen einbrechen

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VW-Chef Martin Winterkorn (l.) und Porsche-Chef Wendelin Wiedeking

Nach dem wilden Höhenflug zu Wochenbeginn bricht die VW-Aktie heute ein.

Bis zum Mittag verlor das VW-Papier 36,75 Prozent auf 597,69 Euro. Porsche hatte am Morgen angekündigt, Kurssicherungsgeschäfte in Höhe von bis zu fünf Prozent der VW-Stammaktien aufzulösen. Es war zunächst unklar, ob Porsche bereits Aktien verkaufte.

Porsche will mit der Aktion den Kurs beruhigen: „Wir wollen damit erreichen, dass der Kurs wieder ein vernünftiges Niveau erreicht“, sagte ein Sprecher. „Wir wollen bei VW nicht abcashen, eine Beruhigung ist in unserem eigenen Interesse.“

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Der Dax sank als Folge des Kurseinbruchs der VW-Aktie zum Mittag um 0,3 Prozent auf knapp 4800 Punkte. Die VW-Aktie hatte gestern 81,73 Prozent auf 945,00 Euro gewonnen. Schon am Vortag war sie um fast 147 Prozent gestiegen.

Ausgelöst wurde die Kursexplosion durch misslungene Spekulationen auf sinkende Aktienkurse, sogenannte Leerverkäufe. Händler hatten in den vergangenen Wochen massiv geliehene Aktien verkauft. Sie wollten sie später vor der Rückgabe an die Leihgeber zu niedrigeren Kursen wiederkaufen und die Differenz als Gewinn einstreichen.

Porsche bekräftigt Übernahmepläne

Als aber Porsche am Wochenende bekanntgab, mehr als 74 Prozent der Anteile zu kontrollieren, stellten die Leerverkäufer fest, dass im Markt weniger Aktien sind als sie zurückkaufen müssen. Das löste eine regelrechte Jagd auf die VW-Anteile mit exorbitant steigenden Kursen aus. Porsche wies in der Mitteilung jegliche Verantwortung für die Marktverwerfungen zurück. Kursturbulenzen bei VW-Stammaktien seien von Leerverkäufern zu verantworten. Das Unternehmen sei während dieser Kursbewegungen nicht im Markt aktiv gewesen und habe die kapitalmarktrechtlichen Vorschriften zu jeder Zeit beachtet, antwortete das Unternehmen auf Vorwürfe der Manipulation.

Porsche bekräftigte zugleich das Ziel, die Beteiligung an Volkswagen auf bis zu 75 Prozent aufzustocken. Daher sei weiter geplant, VW-Stammaktien an der Börse oder außerbörslich „zu wirtschaftlich vertretbaren Preisen“ zu erwerben. Porsche halte derzeit rund 42 Prozent der VW-Stämme und wolle weitere Papiere nicht zu den derzeit hohen Kursen in seine Bücher nehmen.

Die Deutsche Börse reagierte in der gestrigen Nacht auf die Kurskapriolen und senkte den Anteil der Volkswagen-Aktie bei der Dax- Berechnung. Die Volkswagen-Stammaktien sollen zu Handelsbeginn am Montag maximal ein Gewicht von zehn Prozent haben. In den vergangenen beiden Tagen hatte das VW-Kursplus den DAX zeitweise um mehr als zehn Prozent hochgetrieben, obwohl fast alle anderen Aktien Kursverluste verbuchten.

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