Börse: "Schwierige Bedingungen an den Kapitalmärkten"

Börse: "Schwierige Bedingungen an den Kapitalmärkten"

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Ein Mann steht in der Börse in Frankfurt am Main vor der Dax-Kurve

Die aktuelle wirtschaftliche Erholung unterscheidet sich kaum von vorangegangenen Aufschwungphasen. Fondsmanager stellen sich dann allerdings auf turbulente Zeiten ein und sehen eine Lösung im aktiven Fondsmanagement.

Union Investment, die Fondsgesellschaft der Genossenschaftsbanken, erwartet für das kommende Jahr eine Fortsetzung des Wirtschaftsaufschwungs. Für 2010 komme es allerdings darauf an, dass die Volkswirtschaften auch ohne die gewaltigen Geldspritzen von Staaten und Notenbanken aus sich selbst heraus wachsen, sagt Jens Wilhelm, Vorstandsmitglied von Union Investment.

Im zweiten Halbjahr 2010 könnten die Notenbanken die geldpolitischen Zügel anziehen und die staatlichen Konjunkturprogramme ihre Wirkung verlieren. „Damit erschweren sich die Bedingungen an den Kapitalmärkten“, sagt Wilhelm. Dann könne es in allen Anlageklassen, also Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe und Währungen zu Kurskorrekturen kommen. Damit werde auch eine Zeit eingeleitet, in der die Kursschwankungen zunehmen und die Anlagefavoriten häufiger wechseln, meint Wilhelm.

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Mäßige Wachstumsdynamik

Es sei das normale Muster einer wirtschaftlichen Erholung, die jetzt einsetze und die unterscheide sich kaum von vorangegangenen Aufschwungphasen, sagt Union-Investment-Aktienchef Michael Schmidt. Jedoch sei das langfristige Konjunkturbild etwas gedämpft: Denn Staaten, Unternehmen und Privathaushalte könnten Konsum, Investitionen und Übernahmen nicht weiterhin nur auf Pump finanzieren. Dadurch werde sich das Wirtschaftswachstum nicht mehr auf das Vorkrisenniveau erholen, meint Schmidt. Heraus kommt dann ein flacheres globales Wachstum, das aber regionale Unterschiede aufweise. Von den Schwellenländern erwartet Schmidt eine deutlich stärkere Dynamik. Anleger würden erkennen, dass die Märkte nicht mehr so exotisch sind und nicht anfälliger für Korrekturen als die Industrieländer.

Höhere Kursschwankungen

Allerdings werden künftig auch die wirtschaftlichen Zyklen kürzer. Gründe hierfür sieht Schmidt unter anderem in der vorsichtigeren Investitionsplanung der Unternehmen sowie in einem stärkeren Eingreifen der Politik in die Wirtschaft. Eine verschärfte Regulierung ist insbesondere in der Finanzbranche bereits absehbar. Statt über Zeiträume von sieben bis acht Jahre von einem Aufschwung bis zum nächsten  könnten Auf- und Abschwung künftig eher vier bis fünf Jahre andauern. Die Folge wären stärkere Kursschwankungen beispielsweise am Aktienmarkt. Das spreche nicht gegen Aktienanlagen, allerdings müssten die Fondsmanager die höheren Kursschwankungen in den Griff bekommen. Für aktive Fondsmanager, die sich nicht einfach an einen Index hängen, sei dies eine Chance.

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