Börse: Strategisch anlegen mit Langfristtrends

KommentarBörse: Strategisch anlegen mit Langfristtrends

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Der WirtschaftsWoche-Redakteur Christof Schürmann kommentiert die aktuelle Börsenentwicklung

von Christof Schürmann

Stabile Trends an den Finanzmärkten? Die gibt es zuhauf. Sie bieten Anlegern Orientierung und bei kurzzeitigen Rückschlägen immer wieder Kaufgelegenheiten.

Der Trend ist dein Freund, so lautet eines der ungezählten Börsenmantras. Oft wird diese Weisheit als längst überholt verspottet, weil es Trends gar nicht mehr gebe. Die Wahrheit ist eine andere: An den Finanzmärkten gibt es sehr stabile übergeordnete Trends, an denen sich Anleger für ihre Investments orientieren können. Klar ist: Innerhalb dieser Trends gibt es teilweise starke Schwankungen, die taktisch für kurzfristigere Anlagen ausgenutzt werden können. Langfristinvestoren scheren sich jedoch nicht darum, sie legen strategisch an und ignorieren die Kurzfristschwankungen.

Der am längsten andauernde stabile Trend ist der Niedergang des Dollar. Seit 40 Jahren fällt die US-Währung, sie notierte auch dieses Jahr wieder auf Allzeittiefs gegenüber einem Korb aus allen wichtigen Auslandswährungen. Strategen meiden also Dollar-Anlagen. Schon seit 20 Jahren dauert der Trend fallender Renditen und damit steigender Kurse bei Bundesanleihen an. Zwar droht in nächster Zeit eine Wende nach oben (siehe Seite 146). Doch auch diese würde sich noch innerhalb des Langfristtrends bewegen. Erst bei Bundesrenditen für zehnjährige Papiere, die sich längere Zeit deutlich über vier Prozent halten, wäre der 20-Jahres-Trend gebrochen. Davon sind die Renditen aber weit entfernt. Strategen bleiben also bei der Stange.

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Auch bei Euro-Unternehmensanleihen deutscher Schuldner sinken per saldo die Renditen seit den Neunzigern, die Kurse steigen also. Allerdings mussten Anleger bei Krisenschocks zwischenzeitlich zweistellige Verluste hinnehmen – auf dem Papier, wenn sie nicht in Panik verkauften. Diese Schocks unterbrachen den Langfristtrend nur sehr kurzzeitig. Strategen kaufen bei solchen Schocks und halten ihre bisher aufgebauten Bestände.

Timing entscheidet bei Aktien

Seit knapp zehn Jahren steigt der Goldpreis, und das unter sehr geringen Schwankungen. In Euro gab er von Zwischenhochs zwischen 2001 und 2009 maximal 15 Prozent ab. Selbst wer zum Hochpunkt 2009 zugriff, liegt heute 25 Prozent im Plus. Wer bei früheren Hochs einstieg, sitzt auf dreistelligen Prozentgewinnen. Strategen bleiben bei Gold und stocken schon bei kleineren Rückschlägen auf.

Die Aktienmärkte schließlich befinden sich seit mehr als zehn Jahren in einer strukturellen Baisse, oder, freundlich gesagt, in einer breiten Seitwärtsbewegung. Innerhalb dieses Langfristtrends gibt es immer wieder die Chance, über einige Zeit sehr viel Rendite zu machen – aber es kommt enorm auf Timing und Titelauswahl an. Strategische Anlagen drängen sich erst dann auf, wenn etwa der Dax nachhaltig seine alten Hochs bei gut 8000 Punkten durchbrechen sollte. Taktische Anlagen in Aktien sollten derzeit gehalten und mit Stopps unterlegt werden. Strategen warten ab.

Strategisches Anlegen bedeutet auch: Bricht ein Langfristtrend, heißt es, konsequent auszusteigen. Dann aber auch komplett.

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