Börse: Und wieder eine Stunde der Patrioten

Börse: Und wieder eine Stunde der Patrioten

Warum die Investmentbank Goldman Sachs mehr weiß als andere und welche Gerüchte über eine Neuordnung der Bankenlandschaft gerade am Main zu hören sind.

Deutsche Bank und Goldman Sachs waren in der Subprime-Krise offenbar besonders clever. Sie verkauften faule Papiere früher als andere. Ob sie dabei Kunden wider besseren Wissens Schrott untergejubelt haben, untersuchen gerade die US-Behörden.

Die Banken werden sich da aber mit den Chinesischen Mauern herausreden, die ihre Abteilungen angeblich trennen: Ein Anleiheverkäufer, der Kunden Subprime-Papiere andreht, darf nicht wissen, dass seine Kollegen gerade auf fallende Kurse dieser Papiere spekulieren. Dabei zeigte sich schon im 2000er-Boom, als Analysten brav in Studien schrieben, was Investmentbanker wollten, dass die Mauern Löcher haben. Alles andere wäre auch überraschend. Banken sind schließlich umso erfolgreicher, je besser ihre Mitarbeiter Informationen nutzen. Perfektioniert hat das Goldman Sachs. Erfährt ein Mitarbeiter irgendwo auf der Welt etwas, kann damit aber nichts anfangen, stellt er die Info ins interne System. Irgendjemand wird dann damit schon Geld verdienen. Auch Erkenntnisse über Krisensymptome auf dem US-Häuser- und dem Verbriefungsmarkt dürften so schnell den Weg ins Netzwerk gefunden haben. Bei der Citibank, die viel näher am US-Konsumenten dran ist, gingen dagegen Warnsignale im Apparat verloren. Goldman hilft auch ein riesiges Netz von Ehemaligen, das von US-Finanzminister Hank Paulson über Italiens Zentralbankchef Mario Draghi bis zu E.On-Finanzchef Marcus Schenck reicht.

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Das Netzwerk könnte Goldman bald neue Aufträge bescheren. Die Suche von PostChef Klaus Zumwinkel nach einem Partner für die Postbank könne der Startschuss zu einem neuen Anlauf sein, die deutsche Bankenlandschaft neu zu ordnen, orakelt ein Banker. In der Deutschen Bank falle auffallend oft der Name Commerzbank. Das Szenario: Ackermann könnte statt der Postbank die an der Börse ausgebombte Coba übernehmen und so vor ausländischen Staatsfonds retten. Die Allianz würde dafür das Privatkundengeschäft ihrer Dresdner mit der Postbank zusammenlegen. Berlin wäre mit dieser patriotischen Lösung sicher einverstanden. Die Theorie klingt kühn, vermutlich ist ihr Urheber auch in Coba-Aktien investiert, aber wer weiß?

Fest steht: Organisiert würde die Banken-Neuordnung von US-Instituten. Die Post wird von Morgan Stanley beraten, schließlich sitzt Zumwinkel – das ist das andere Netzwerk – bei denen im Board. Für Goldman dürfte auf der anderen Seite was zu holen sein. Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner und Dresdner-Investmentbanker Stephan Jentzsch werden ihren alten Arbeitgeber kaum leer ausgehen lassen.

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