15 Jahre Nebenwerte-Index: Warum der SDax den Dax abhängt

15 Jahre Nebenwerte-Index: Warum der SDax den Dax abhängt

von Andreas Toller

Der SDax, der Index für Nebenwerte an der Frankfurter Börse, feiert seinen 15. Geburtstag. Unter den 50 Unternehmen gab es rasante Aufstiege und tiefe Stürze. Für Anleger hat sich das gelohnt.

Zu seinem 15. Geburtstag kommt erneut Bewegung in den SDax. Nicht nur, weil die Börsenkurse am Morgen des 23. Juni allgemein nachgaben, sondern auch, weil der Nebenwerteindex zwei Neuzugänge sowie zwei Abgänge verzeichnet. Neu aufgenommen hat die Deutsche Börse die Baumarktaktie Hornbach und die Papiere des Bundesligisten Borussia Dortmund. Platz machen müssen die Aktien der Fluggesellschaft Air Berlin und des Druckmaschinenherstellers König & Bauer.

Aktien, die es in den deutschen Leitindex Dax geschafft haben, sind im deutschen Börsenolymp angekommen. Weiter aufwärts geht es nicht. Aber nicht nur der Dax notiert nahe der 10.000 Punkte auf einem historischen Höchststand, auch in den niedrigeren Börsenindizes ist längst ein Rekordhoch erreicht.

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Dabei geht es in den kleineren Brüdern des Dax, dem MDax für mittelgroße Unternehmen und dem SDax für Nebenwerte, zu wie in einem Taubenschlag. Zum SDax zählen 50 Unternehmen aus dem streng regulierten Börsensegment Prime Standard, die im Rang den 50 MDax-Titeln in Bezug auf Marktkapitalisierung und Handelsvolumen folgen.

Nur ein einziges der 50 SDax-Unternehmen ist von Anfang an in dem Auswahlindex vertreten. Susanne Zeidler vom SDax-Gründungsmitglied Deutsche Beteiligungsgesellschaft AG hatte deshalb am Montag die Ehre, gemeinsam mit Deutsche-Börse-Vorstand Hauke Stars den Börsenhandel einzuläuten.

Alle anderen Aktien im Index sind Auf- oder Absteiger. Einige Unternehmen schafften bereits kurz nach bei ihrer Börseneinführung den Sprung in den SDax, wie etwa der Immobilienkonzern Deutsche Annington. Ehemalige Dax-Titel wie Heidelberger Druckmaschinen, MLP oder Puma haben nach Jahren schwächelnder Geschäfte im SDax eine neue Heimat gefunden, nachdem sie die Riege der Dax-Konzerne verlassen mussten.

10.050 Punkte Dax springt auf Rekordhoch

Der Dax hat am Freitag erneut seinen Rekord gebrochen. „Wer hätte gedacht, dass die Hexen dieses Mal auf dem Berg der 10.000 tanzen“, kommentierte ein Marktexperte.

Ein Blick auf den Dax am Hexensabatt. Quelle: REUTERS

Die häufigen Wechsel in der Index-Zusammensetzung sind durchaus sinnvoll und nötig - denn etwa jedes fünfte Unternehmen der 15 Jahre währenden SDax-Geschichte musste Insolvenz anmelden. Unternehmen wie Walter Bau, Gericom oder CE Consumer Electronic sind vom Kurszettel verschwunden. Zahllose weitere mussten den Nebenwerte-Index verlassen - sei es, weil sie den Sprung in MDax oder Dax schafften, oder weil sie die Mindestanforderungen für die SDax-Zugehörigkeit nicht mehr erfüllten - so wie jetzt die gebeutelten Unternehmen Air Berlin und König & Bauer.

Die regelmäßige Bereinigung hat für Anleger einen großen Vorteil: Der SDax hat sich weit besser entwickelt, als der Schwergewichtsindex Dax. In den 15 Jahren legte das Nebenwerte-Barometer von 2851 Punkten - dem rechnerischen Anfangsstand - auf 7481 Punkte zu: ein Anstieg um 162 Prozent. Seit seinem Bestehen bescheren die SDax-Aktien den Anlegern so im Durchschnitt eine Rendite von 6,7 Prozent im Jahr. Beim Dax sind es 2,5 Prozentpunkte weniger.

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Die SDax-Nebenwerte, die eine geringere Marktkapitalisierung und niedrigere Handelsvolumina aufweisen als Aktien in Dax und MDax, bieten Anlegern höhere Renditechancen. Im Gegenzug sind sie aber auch mit höheren Risiken verbunden. Das liegt nicht unbedingt an den Unternehmen und ihrer Größe, sondern primär daran, dass die Kurse schwankungsanfälliger sind. Die Indizes MDax und SDax entwickeln sich seit Jahren dynamischer als ihr großer Bruder Dax. In den vergangenen fünf Jahren legte der Dax um rund 110 Prozent zu. Der SDax brachte es in dieser Zeit hingegen auf ein Plus von 175 Prozent. Der MDax schaffte sogar ein Plus von mehr als 200 Prozent.

Viele sehen im SDax einen Tummelplatz der heimlichen Weltmarktführer. Oft handelt es sich bei Index-Mitgliedern um erfolgreiche und äußert wachstumsstarke Nischenanbieter. Zu den Top-Performern im Index gehörten zweifellos Aktien wie der Tickethändler CTS Eventim. Seit dem Börsendebüt von zehn Jahren hat sich der Aktienkurs verzwölffacht. Der Aktienkurs des Autovermieters Sixt hat sich seit dem Börsengang 2003 immerhin verzehnfacht. Es kann sich Anleger somit durchaus lohnen, sich die Rosinen unter den Sdax-Unternehmen herauszupicken oder mit einem börsengehandelten Fonds direkt auf den ganzen Index zu setzen.

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