2017 bringt teureres Soja und Öl: Hedgefonds setzen auf steigende Rohstoffpreise

2017 bringt teureres Soja und Öl: Hedgefonds setzen auf steigende Rohstoffpreise

, aktualisiert 03. Januar 2017, 17:22 Uhr
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Mitarbeiter der Aurubis AG überwachen, wie Kupferplatten in ein Elektrolysebad des Hamburger Kupferkonzerns getaucht werden.

Quelle:Handelsblatt Online

Investments in Rohstoffe haben 2016 eine Renaissance erlebt. Grund ist der erste Jahresgewinn seit 2010. Der Aufwärtstrend wird sich auf vielen Rohstoffmärkten fortsetzen - erwarten zumindest zahlreiche Hedgefonds.

Die Fondsmanager wetten auf weitere Preisanstiege bei Rohstoffen. Im Dezember erhöhten sie bei 18 Rohstoffklassen die sogenannten Netto-Long-Positionen um insgesamt 9,7 Prozent. Das geht aus aktuellen Daten der US-Behörde „Commodity Futures Trading Commission“ mit Sitz in Washington, D.C. hervor. Ende 2015 hatten die Fondsmanager noch sogenannte Netto-Short-Positionen eingenommen, also auf fallende Preise gesetzt. Die Investoren hofften besonders auf Preiszuwächse bei den Rohstoffen Baumwolle, Rinder, Rohöl und Sojamehl. Weniger optimistisch waren sie allerdings für Mais, Kakao und Weizen.

Ende 2016 hatten sich die Preise für Rohstoffe nach fünf Verlustjahren in Folge wieder erholt. Auch bei Metallen und Energie nahm die Angebotsflut ab, was die Preise steigen lassen dürfte. Immer mehr Marktteilnehmer sind davon überzeugt, dass diese Entwicklung auch 2017 anhält.

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Die Analysten der US-Großbank Citigroup beispielsweise gehen davon aus, dass sich die meisten Rohstoffpreise 2017 stark entwickeln. Begründet wird das mit einem beschleunigten Wachstum der Weltwirtschaft. Auch die Analysten von Goldman Sachs gaben im November erstmals seit mehr als vier Jahren wieder die Empfehlung ab, verstärkt in Rohstoffe zu investieren.

Rohstoffe sind zu einer „sehr attraktiven“ Anlageklasse geworden, meint etwa Quincy Krosby, Marktstratege beim US-Versicherer Prudential Financial. Das Unternehmen verwaltet rund 1,3 Billionen US-Dollar. Zum Beispiel investiere China mehr, und die chinesische Geldpolitik belebe Nachfrage und Wachstum weiter. „Zudem war zu sehen, wie in den USA die wirtschaftliche Aktivität an Dynamik gewann, was den Schluss nahelegt, dass die Rohstoffpreise die Talsohle erreicht haben und zulegen werden.“

Der „Bloomberg Commodity Index“, der die Erträge von 22 Rohstoffen abbildet, ist 2016 um elf Prozent gestiegen. Ab Juni entwickelte sich der Index besonders gut. Die beste Entwicklung des Jahres gab es bei Zink, das sich aufgrund mangelnden Angebots und Bergwerksschließungen um 60 Prozent verteuerte. Größter Verlierer bei den Rohstoffwerten war Weizen; hier nahmen die weltweiten Lagerbestände 2016 zu.

Im Schlussquartal 2016 verzeichneten besonders Industriemetalle einen überraschenden Sprung: So stieg der Preis für Kupfer um 13 Prozent - das größte Plus seit 2010. Einer der Gründe für den Anstieg liegt Analysten zufolge im Versprechen des künftigen US-Präsidenten Donald Trump, die Infrastrukturausgaben der USA zu erhöhen. Seit Anfang November haben die Finanzmanager ihre Netto-Long-Positionen auf steigende Kupferpreise infolgedessen mehr als verdreifacht.

Während der Kupferpreis nach dem Wahlsieg Trumps besonders anstieg, gaben die Edelmetallpreise nach. Analysten erwarten nach dem Ende des hitzigen Wahlkampfs etwas mehr politische Stabilität, investieren zunehmend in Aktien. Seit Mitte November trennten sich viele Hedgefonds daher von ihren Goldbeständen. Zum Jahresende sanken hier die Netto-Long-Positionen um 23 Prozent auf 41.247 Kontrakte.

Dennoch kommt der Goldpreis 2016 auf das größte Jahresplus seit 2011. Wie eine Bloomberg-Umfrage zeigt, verweisen Analysten auf die weiter bestehende Unsicherheit über die Politik der künftigen US-Regierung unter Donald Trump. Infolgedessen wird für 2017 ein erneutes Anziehen des Goldpreises erwartet, im Jahresschnitt um 13 Prozent.

Quelle:  Handelsblatt Online
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