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25 Jahre "Schwarzer Montag": Verbot des Hochfrequenzhandels bringt nichts

25 Jahre "Schwarzer Montag": Wie es zu Börsencrashs kommt

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Verbot des Hochfrequenzhandels bringt nichts

Tulpenkrise 1637

Zur ersten Finanzkrise kam es 1637 in Amsterdam. Schuld an der Krise waren Spekulationen mit Tulpen. Die Blumen waren Sinnbild für Wohlstand. Dementsprechend hoch waren die Preise. Eine Tulpenzwiebel war teilweise so wertvoll, dass dafür ganze Häuser eingetauscht wurden – die Preise stiegen in den drei Jahren vor 1637 um das Fünfzigfache.

Eine Zwiebel der Sorte Semper Augustus kostete zu Spitzenzeiten 10.000 Gulden – das Vierzigfache von dem, was ein normaler Handwerker im Jahr verdiente. 1637 platzte die Blase, weil die Spekulanten auf ihren Tulpenzwiebeln sitzen blieben und pleite gingen.

Bild: dpa/dpaweb

Doch eine Lehre zogen die Akteure der Finanzmärkte aus der selbstgemachten Krise nicht. "Nach 14 Tagen war alles vergessen", sagt Fidel Helmer von der Privatbank Hauck & Aufhäuser. Andere, die ihr Geld trotz der fallenden Kurse in Aktien investierten, verdienten viel Geld, als sich die Werte erholten. Aber immerhin haben die internationalen Handelsplätze auf den Crash reagiert, wenn es schon die Anleger nicht tun. Sie führten elektronische Notbremsen für Kursachterbahnen ein.

  • wenn an den US-Börsen ein Index um mehr als zehn Prozent abstürzt, kann der Handel an der Wall Street für längere Zeit ausgesetzt oder sogar für den gesamten Tag beendet werden
  • an den europäischen Börsen ermöglichen die elektronischer Handelssysteme Unterbrechungen sogar bei einzelnen Aktien

Aber weder diese Notbremsen noch das Verbot des Hochfrequenzhandels werden weitere Crashs verhindern können. Deshalb plädieren Finanzexperten überall auf der Erde für eine Regulierung mit Sinn und Verstand statt mit dem Holzhammer. "Die Regulierung darf sinnvolle Handelsstrategien - auch von Hochfrequenzhändlern - nicht verhindern. So zielen diese zum Beispiel darauf ab, aus Preisdifferenzen am Markt oder aus der Geld-Brief-Spanne Erträge zu erzielen", sagt Peter Gomber, Professor für e-Finance in Frankfurt. Um Liquidität und Preiseffizienz im Markt steigern zu können, seien die ultrakurzen Reaktionszeiten nötig. Sonst steige das Risiko für den Akteur.

Die Strategien der Blitz-Trader

  • News-Reader

    News-Reader (Handel auf Nachrichten):

    Empfängt computerlesbare Nachrichten und handelt, bevor Kurse reagieren.

    Status: Erlaubt

  • Arbitrage (Kursunterschiede nutzen)

    Arbitrage (Kursunterschiede nutzen):

    Kauft Papiere an einer Börse und verkauft an einer anderen teurer.

    Status: Erlaubt

  • Pinging (Anklopfen)

    Pinging (Anklopfen):

    Sucht Liquidität, schickt kleine Orders zur Börse und späht so Handelsbücher aus.

    Status: Bedenklich

  • Sniping (Aus dem Hinterhalt schießen)

    Sniping (Aus dem Hinterhalt schießen):

    Handelt, bis er ausgespäht hat, wo die Limits anderer Trader liegen.

    Status: Bedenklich

  • Scalping (Abschneiden)

    Scalping (Abschneiden):

    Sucht große Orders und kauft Papiere früher. Verkauft wenig später teurer wieder.

    Status: Bedenklich

  • Quote Stuffing (Leitungen verstopfen)

    Quote Stuffing (Leitungen verstopfen):

    Sendet Hunderte Orders und löscht sie. Profitiert von Arbitrage an anderer Börse.

    Status: Gefährlich

  • Spoofing bzw. Layering (Täuschen)

    Spoofing bzw. Layering (Täuschen):

    Ein Algorithmus bewegt einen zweiten zum Handeln und verdient daran.

    Status: Gefährlich

  • Wash Trades (Mit sich selber handeln)

    Wash Trades (Mit sich selber handeln):

    Kauft und verkauft gleichzeitig, täuscht Nachfrage nach einem illiquiden Papier vor.

    Status: Gefährlich

  • Frontrunning (Vordrängeln)

    Frontrunning (Vordrängeln):

    Kennt Kundenaufträge und deckt sich ein, bevor er für diese handelt.

    Status: Verboten!

    Quellen: eigene Recherche

Aber selbst die für Europa geplante Mindesteinstelldauer von Angeboten würde ein Ereignis wie den Flash Crash aus dem Frühsommer 2010 nicht verhindern können. "Der Handel wird immer stärker automatisiert und die Zahl der Transaktionen nimmt kontinuierlich zu. Und wo gehobelt wird, da fallen Späne, so dass Pannen auch in Zukunft nicht ausgeschlossen sind", sagt Gomber.

Er ist sich sicher, dass sich trotz aller Neuerungen Börsencrashs nicht verhindern lassen. Dafür ist der Mensch zu gierig und vergisst zu schnell.

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